Wer misst, misst Mist
Ich habe gestern noch einen Tag in die Einstellung des Spiels investiert. Ergebnis: eine 0,015"-Scheibe und eine 0,003"-Scheibe entfernt, also ca. 0,47mm Distanz herausgenommen.
Das Axiale Spiel lässt sich mit einer Messuhr prinzipiell wie folgt messen:
Problem an der Sache: Ohne montiertes Rad lässt sich quasi nicht genug Druck ausüben, um die Achsstummel wirklich in ihre jeweilige Endlage zu bringen. Man misst also quasi immer zu wenig Spiel.
Mit montiertem Rad lässt sich prinzpiell wie folgt an der Bremstrommel messen:
Aber: Die Uhr muss horizontal zur Achse platziert werden, und es muss genau oben am Rad gewackelt werden, ohne an dem Rad zu drehen (quasi unmöglich, wenn der Traktor vorne aufgebockt ist, da er sich beim Wackeln hin und her bewegt). Bei der Drehung des Rades sorgen die Unebenheiten der Bremstrommel für Messfehler. Sitzt die Uhr nicht horizontal zur Achse, wird die Verwindung der Achse gemessen, die durchaus 0,3-0,5mm betragen kann.
Das Messen hilft also auch nur grob und ersetzt nicht das "Fühlen" des finalen Spiels. Man kann im Prinzip so lange Distanzen wegnehmen, bis so gut wie kein Spiel mehr fühlbar ist ("gefühlt" durch kräftiges (!) wackeln bei montierten Rädern und abgebocktem Traktor).
Wichtig: Das Spiel darf nicht ganz weg sein, und die beiden Achsen müssen sich noch leicht gegeneinander verdrehen lassen. Wird das Spiel zu 0, drücken die Stummel aufeinander und reiben in der Mitte. In Zusammenhang mit thermischer Ausdehnung führt das zur Schädigung der Lager, die dann unter axialem Druck stehen.
Das soll-Maß für das Spiel beträgt laut Handbuch 0,05mm - 0,2mm (0,002" - 0,008"), wobei empfohlen wird 0,05mm einzustellen.
Ideal messen lassen würde sich dieses Spiel in der Mitte zwischen den Achsstummeln. Aber da kommt man leider mit einer Fühllehre nicht hin
Gruß Christian
Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx