M
mf-gustav
Gast
Moin Männer,
durch einen anderen Bericht bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass mein Motor A4.107 in die Jare gekommen ist. Rauch aus der Kurbelwellenentlüftung und sinkende Leistung beim Fahren ließen mich zu den Schluß kommen, dass die Verdichtung nicht mehr gegeben ist. Mit einem Freund ging ich an die Reparatur.
Zuerst die Karosserie entfernen, 2 Schrauben vorn, 4 Schrauben seitlich und weg ist es. Tank abbauen, Lenkung abbauen und auf den Sitz kippen, ein Bier trinken und dann wird es ernst. Ventildeckel runter, im Deckel ist ein 5mm dicker, heller Belag wie Nivea-Creme und jede Menge Kondenswassertropfen.
Kipphebel komplett vorsichtig abschrauben, dabei immer alle Schrauben umdrehungsweise lösen damit nichts verbiegt, Stößelstangen herausziehen und ablegen ohne sie zu vertauschen, damit sie später wieder den gleichen Arbeitsplatz bekonmmen. Jetzt den Zylinderkopf runter, ebenso langsam lösen wie vorher beschrieben und in der umgekehrten Reihenfolge wie beim Festziehen, also von aussen nach innen. Der Zylinderkopf sieht gut aus, das Motorgegenstück auch. Alle Wasserbohrungen sehen merkwürdig zugewachsen aus, wie mit Kesselstein behaftet, ich kratzte sie vorsichtig mit einem Blechlochbohrer wieder rund.
Die Oberfläche des Motors habe ich mühselig und vorsichtig mit einer Teppichmesserklinge wieder glattgeschabt, sieht wieder richtig gut aus. Dann die Oelwanne abbauen, das Oel hatte ich schon einen Tag zuvor abgelassen. Große Überraschung, in der Oelwanne ist ein 1 cm dicker Oelschick, der sich mit Diesel und einem Pinsel lösen und wegspülen läßt. Oelfilter ab und siehe da, der ist total verformt und vermutlich auch zu nichts mehr nütze. Oel und Filterwechsel mache ich einmal pro Jahr, so schlimm sah er bisher nicht aus.
Beim Blick in den Motor habe ich den Eindruck, dass die Kolben nicht nicht mittig im Zylinder liegen sondern einseitig deutlich mehr Spiel ist als auf der anderen Seite. Mit dem Finger spürte ich deutlich eine Zylindererweiterung unterhalb etwa 5 mm unter der Oberkante, da fehlte wohl schon etwas Material, Naja, die Kiste ist jetzt 47 jahre alt.
Dann habe ich mit dem 3. Zylinder angefangen, er lies sich am einfachsten von unten mit Werkzeug erreichen. Pleulschrauben lösen, untere Befestigung ablegen und nicht verdehen ! , sie muss genau so wieder angbaut werden. Die Lagerschalen sahen klasse aus, keine Riefen, glatt wie ein Spiegel. Dann habe ich den Pleul mit dem Daumen nach oben gedrückt, ging sehr einfach und ohne große Kraft, der Kolben lies sich problemlos nach oben herausziehen. Die Öffnungen der drei Kolbenringe lagen alle mit etwa einem Zentimeter Versatz an der gleichen Seite, das soll so lt. Reparaturbuch nicht sein. Die Buchse konnte ich bisher nich herausbekommen, dazu muss ich mir ein Werkzeug leihen.
So, liebe Kollegen, das sind wenige Sätze aber verdammt viel Arbeit. Ich habe hier im Forum viel gelesen, gefragt und super-Antworten bekommen. Euch allen immer noch vielen Dank. Ich habe aber auch im Reparaturhandbuch gelesen und mich etwas vorbereitet. Bisher habe ich bestimmt 5 Tage investiert, ich arbeite meist allein und bin kein Handwerker, deshalb denke ich oft lieber zweimal bevor ich etwas kaputt mache. Leider habe ich aber auch erleben müssen, dass die Massey Ferguson Fachwerkstatt von meinem Oldie keine Ahnung hat, das sind heute eher "Teiletauscher" und PC-Spezies als Handwerker, deshalb verlasse ich mich eher auf die Erfahrungen der Feierabendschrauber. Fotos habe ich auch einige gemacht, aber es gelingt mir bisher nicht, sie einzustellen. Da hilft mir dann bestimmt meine Frau, die kann so etwas mit links.
Soweit erst mal, liebe Grüße an Euch aus dem Süden Hamburgs, Gustav
durch einen anderen Bericht bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass mein Motor A4.107 in die Jare gekommen ist. Rauch aus der Kurbelwellenentlüftung und sinkende Leistung beim Fahren ließen mich zu den Schluß kommen, dass die Verdichtung nicht mehr gegeben ist. Mit einem Freund ging ich an die Reparatur.
Zuerst die Karosserie entfernen, 2 Schrauben vorn, 4 Schrauben seitlich und weg ist es. Tank abbauen, Lenkung abbauen und auf den Sitz kippen, ein Bier trinken und dann wird es ernst. Ventildeckel runter, im Deckel ist ein 5mm dicker, heller Belag wie Nivea-Creme und jede Menge Kondenswassertropfen.
Kipphebel komplett vorsichtig abschrauben, dabei immer alle Schrauben umdrehungsweise lösen damit nichts verbiegt, Stößelstangen herausziehen und ablegen ohne sie zu vertauschen, damit sie später wieder den gleichen Arbeitsplatz bekonmmen. Jetzt den Zylinderkopf runter, ebenso langsam lösen wie vorher beschrieben und in der umgekehrten Reihenfolge wie beim Festziehen, also von aussen nach innen. Der Zylinderkopf sieht gut aus, das Motorgegenstück auch. Alle Wasserbohrungen sehen merkwürdig zugewachsen aus, wie mit Kesselstein behaftet, ich kratzte sie vorsichtig mit einem Blechlochbohrer wieder rund.
Die Oberfläche des Motors habe ich mühselig und vorsichtig mit einer Teppichmesserklinge wieder glattgeschabt, sieht wieder richtig gut aus. Dann die Oelwanne abbauen, das Oel hatte ich schon einen Tag zuvor abgelassen. Große Überraschung, in der Oelwanne ist ein 1 cm dicker Oelschick, der sich mit Diesel und einem Pinsel lösen und wegspülen läßt. Oelfilter ab und siehe da, der ist total verformt und vermutlich auch zu nichts mehr nütze. Oel und Filterwechsel mache ich einmal pro Jahr, so schlimm sah er bisher nicht aus.
Beim Blick in den Motor habe ich den Eindruck, dass die Kolben nicht nicht mittig im Zylinder liegen sondern einseitig deutlich mehr Spiel ist als auf der anderen Seite. Mit dem Finger spürte ich deutlich eine Zylindererweiterung unterhalb etwa 5 mm unter der Oberkante, da fehlte wohl schon etwas Material, Naja, die Kiste ist jetzt 47 jahre alt.
Dann habe ich mit dem 3. Zylinder angefangen, er lies sich am einfachsten von unten mit Werkzeug erreichen. Pleulschrauben lösen, untere Befestigung ablegen und nicht verdehen ! , sie muss genau so wieder angbaut werden. Die Lagerschalen sahen klasse aus, keine Riefen, glatt wie ein Spiegel. Dann habe ich den Pleul mit dem Daumen nach oben gedrückt, ging sehr einfach und ohne große Kraft, der Kolben lies sich problemlos nach oben herausziehen. Die Öffnungen der drei Kolbenringe lagen alle mit etwa einem Zentimeter Versatz an der gleichen Seite, das soll so lt. Reparaturbuch nicht sein. Die Buchse konnte ich bisher nich herausbekommen, dazu muss ich mir ein Werkzeug leihen.
So, liebe Kollegen, das sind wenige Sätze aber verdammt viel Arbeit. Ich habe hier im Forum viel gelesen, gefragt und super-Antworten bekommen. Euch allen immer noch vielen Dank. Ich habe aber auch im Reparaturhandbuch gelesen und mich etwas vorbereitet. Bisher habe ich bestimmt 5 Tage investiert, ich arbeite meist allein und bin kein Handwerker, deshalb denke ich oft lieber zweimal bevor ich etwas kaputt mache. Leider habe ich aber auch erleben müssen, dass die Massey Ferguson Fachwerkstatt von meinem Oldie keine Ahnung hat, das sind heute eher "Teiletauscher" und PC-Spezies als Handwerker, deshalb verlasse ich mich eher auf die Erfahrungen der Feierabendschrauber. Fotos habe ich auch einige gemacht, aber es gelingt mir bisher nicht, sie einzustellen. Da hilft mir dann bestimmt meine Frau, die kann so etwas mit links.
Soweit erst mal, liebe Grüße an Euch aus dem Süden Hamburgs, Gustav