MF30 raucht, Restaurationsbericht

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mf-gustav

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Moin Männer,
durch einen anderen Bericht bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass mein Motor A4.107 in die Jare gekommen ist. Rauch aus der Kurbelwellenentlüftung und sinkende Leistung beim Fahren ließen mich zu den Schluß kommen, dass die Verdichtung nicht mehr gegeben ist. Mit einem Freund ging ich an die Reparatur.
Zuerst die Karosserie entfernen, 2 Schrauben vorn, 4 Schrauben seitlich und weg ist es. Tank abbauen, Lenkung abbauen und auf den Sitz kippen, ein Bier trinken und dann wird es ernst. Ventildeckel runter, im Deckel ist ein 5mm dicker, heller Belag wie Nivea-Creme und jede Menge Kondenswassertropfen.
Kipphebel komplett vorsichtig abschrauben, dabei immer alle Schrauben umdrehungsweise lösen damit nichts verbiegt, Stößelstangen herausziehen und ablegen ohne sie zu vertauschen, damit sie später wieder den gleichen Arbeitsplatz bekonmmen. Jetzt den Zylinderkopf runter, ebenso langsam lösen wie vorher beschrieben und in der umgekehrten Reihenfolge wie beim Festziehen, also von aussen nach innen. Der Zylinderkopf sieht gut aus, das Motorgegenstück auch. Alle Wasserbohrungen sehen merkwürdig zugewachsen aus, wie mit Kesselstein behaftet, ich kratzte sie vorsichtig mit einem Blechlochbohrer wieder rund.
Die Oberfläche des Motors habe ich mühselig und vorsichtig mit einer Teppichmesserklinge wieder glattgeschabt, sieht wieder richtig gut aus. Dann die Oelwanne abbauen, das Oel hatte ich schon einen Tag zuvor abgelassen. Große Überraschung, in der Oelwanne ist ein 1 cm dicker Oelschick, der sich mit Diesel und einem Pinsel lösen und wegspülen läßt. Oelfilter ab und siehe da, der ist total verformt und vermutlich auch zu nichts mehr nütze. Oel und Filterwechsel mache ich einmal pro Jahr, so schlimm sah er bisher nicht aus.
Beim Blick in den Motor habe ich den Eindruck, dass die Kolben nicht nicht mittig im Zylinder liegen sondern einseitig deutlich mehr Spiel ist als auf der anderen Seite. Mit dem Finger spürte ich deutlich eine Zylindererweiterung unterhalb etwa 5 mm unter der Oberkante, da fehlte wohl schon etwas Material, Naja, die Kiste ist jetzt 47 jahre alt.
Dann habe ich mit dem 3. Zylinder angefangen, er lies sich am einfachsten von unten mit Werkzeug erreichen. Pleulschrauben lösen, untere Befestigung ablegen und nicht verdehen ! , sie muss genau so wieder angbaut werden. Die Lagerschalen sahen klasse aus, keine Riefen, glatt wie ein Spiegel. Dann habe ich den Pleul mit dem Daumen nach oben gedrückt, ging sehr einfach und ohne große Kraft, der Kolben lies sich problemlos nach oben herausziehen. Die Öffnungen der drei Kolbenringe lagen alle mit etwa einem Zentimeter Versatz an der gleichen Seite, das soll so lt. Reparaturbuch nicht sein. Die Buchse konnte ich bisher nich herausbekommen, dazu muss ich mir ein Werkzeug leihen.
So, liebe Kollegen, das sind wenige Sätze aber verdammt viel Arbeit. Ich habe hier im Forum viel gelesen, gefragt und super-Antworten bekommen. Euch allen immer noch vielen Dank. Ich habe aber auch im Reparaturhandbuch gelesen und mich etwas vorbereitet. Bisher habe ich bestimmt 5 Tage investiert, ich arbeite meist allein und bin kein Handwerker, deshalb denke ich oft lieber zweimal bevor ich etwas kaputt mache. Leider habe ich aber auch erleben müssen, dass die Massey Ferguson Fachwerkstatt von meinem Oldie keine Ahnung hat, das sind heute eher "Teiletauscher" und PC-Spezies als Handwerker, deshalb verlasse ich mich eher auf die Erfahrungen der Feierabendschrauber. Fotos habe ich auch einige gemacht, aber es gelingt mir bisher nicht, sie einzustellen. Da hilft mir dann bestimmt meine Frau, die kann so etwas mit links.
Soweit erst mal, liebe Grüße an Euch aus dem Süden Hamburgs, Gustav
 
hallo Gustav .....

ein schöner Bericht ......

da hast du dir ja einiges vorgenommen .....

jetzt warten wir natürlich gespannt auf die Fotos .....

zum Thema Reparatur eines A4.107 gibts hier im Forum einen ganz genialen Bericht von Ralf mit dem Nick "mattenmiehler" ... du findest diesen (Bericht) mit dem folgenden Link

441029.forumromanum.com/member/forum/forum.php?q=kuehlwasser_oel-deutsche_ferguson_und&action=ubb_show&entryid=1108418281&mainid=1108418281&threadid=1203005089&USER=user_441029

für deine weiteren Unternehmungen wünsche ich dir .... Gutes Gelingen

viele Grüße (und denk an die Bilder *zwinker*)

Ulli
 
Moin Männer,
ich habe mir zum Buchsen ziehen ein Werkzeug geliehen, es ist simpel aber sehr wirksam. Oben eine 12mm starke Stahlplatte mit Bohrung, unten eine 8x8cm große Stahlplatte und dazwischen eine Gewindestange M22. Die obere Stahlplatte habe ich auf Holzklötzen abgestützt die höher als die Gewindestangen des Zylinderkopfes sind, damit die Kraft nicht auf den Gewindebolzen ruht. Unten habe ich die kleine Stahlplatte unter die Zylinderbuchse gehalten und dann die Gewindestange durch das Loch gesteckt und mit einer Mutter gesichert, Das ging alleine nicht, meine Frau hat geduldig geholfen. Ich habe weder die Kurbelwelle noch die Oelpumpe ausgebaut, daher habe ich sehr vorsichtig mit der gewaltigen Gewindestange hantiert um auf keinen Fall gegen die Pleulaufnahme der Kurbelwelle zu stossen. Dann ging es ans Schrauben. Da ich mit der dritten Buchse angefangen habe, ist das sozusagen jetzt die erste. Ich zog die Mutter oben vorsichtig an bis sich die Stahlplatte deutlich durchbog. Nichts. Dann habe ich das ganze wieder entspannt und habe deprimiert aufgehört. Am nächsten Tag zum Experten eines Motorenforschungslabores. Einhellige Meinung, das Ding muss rauskommen, ich soll ruhig etwas Rostlöser auf die Teile sprühen und einen Tag warten. Nach drei Tagen die Schraube wieder angezogen und diesmal etwas fester, kurz vor meiner eigenen Angstschwelle etwas zu zerstören machte es "Plopp" und die Buchse sprang 1mm raus, Der Rest war einfach, die Buchse kam mit Knirschgeräusch aus dem Sitz. Man kann die Buchse etwa 3cm hochziehen, dann stösst das untere Blech an den Motorblock an, der Rest läst sich mit einem kräftigen Schraubendreher sanft und mit Holzunterlage heraushebeln.
Als ich die Buchse mit der Hand ganz herauszog, hörte ich ein schreckliches Geräusch, als würde ein Teelöffel voll Sand aus dem Motor auf die Kurbelwelle fallen. Der Sand entpuppte sich als Rost. Loser Rost verteilte sich Löffelweise um den unteren Buchsensitz und fiel jetzt nach unten. Mit einem alten Staubsauger habe ich so gut es ging das Meiste nach oben herausgesaugt.
Die anderen drei Zylinder gingen einfacher, jetzt sind alle Buchsen draussen, der Motorblock ist so gut es ging rostfrei. Die Sitze oben habe ich sauber mit einem scharfen kleinen Schraubendreher ausgekratzt und mit einem dünnen Film Motoroel gefettet, die unteren Sitze der zwei Gummidichtungen habe ich mit Q-Tipps mühevoll gereinigt und ebenfalls eingefettet. Dann habe ich die Kurbelwelle von oben durch die Zylinderöffnung mit Benzin sehr sorfältig abgespritzt und so das alte Oel und die winzigen Rostteilchen abgewaschen. Die Kurbelwelle macht beim Drehen mit der Hand keine Geräusche, das hat mich beruhigt, dann habe ich sie wieder mit Diesel eingesprüht damit sie nicht trocken ist. Ich denke, dass die Welle wieder so sauber ist wie sie sein muss.
Jetzt muss ich die notwendigen Ersatzteile kaufen, den Zylinderkopf in eine Motorenwerkstatt zum Planen bringen (heißt das so?), neue Einsprtzdüsen wird er auch bekommen und dann berichte ich weiter. Neue Foros habe ich selbstverständlich auch, aber laden kann ich sie leider nicht, siehe ganz oben, dazu bin ich zu doof.
Schöne Pfingsten Euch allen,
Euer Gustav
 
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