Wiese pflegen: Egge oder nur Schleppe

  • Ersteller Ersteller MSl1
  • Erstellt am Erstellt am
M

MSl1

Gast
Hallo und Frohe Ostern!

Eine Frage an die Landwirte.

Macht es Sinne eine Wiese mit der Egge, Zinken nach unten, oder ‘nur‘ mit einer Schleppe, Zinken nach oben, zu bearbeiten, um die ‘Gesundheit‘ der Wiese zu erhalten oder zu verbessern? 

Ich habe schon viel darüber gelesen, nicht nur in Foren, sondern auch bei Landwirtschaftsinstitutionen. Dort wird auch vom ‘Durcheggen‘ geschrieben. Man reißt die Oberfläche  ja damit auf, kann aber wohl auch Schaden damit anrichten.

Wie machen das die Profis? 

Grüße 

M.

MF35 - Bj. 62 - SNFY291xxx
 
Hallo u. auch frohe Ostern

Wir persönlich Eggen unsere Wiesen ab (Zinken nach unten) haben aber auch teilweise ziemlich viel Moos. Haben bis jetzt noch keine Schlechte erfahrungen gemacht. Machen das auch auf den Koppel da geht das Moos immer recht gut weg u. das Gras wird wieder mehr.😁👍🏼 Ich hoffe konnte weiter helfen.

Gruß Max
 
Das Thema beschäftigt mich zur Zeit auch.

Zu der pauschalen Frage wären aber mindestens noch 2 Punkte zu klären:

- um welche Art Egge handelt es sich?

- welche Bodenbedingungen herrschen vor?

Ich habe dieses Jahr mit einer umgedrehten klassischen Ackeregge gearbeitet.  Das geht ganz gut, aber da verschleißen Stellen, die eigentlich nicht dafür vorgesehen sind. Dafür ergibt sich ein sehr guter einebnungseffekt, sogar bei Wildschweinschäden. Der Boden ist jedoch ziemlich sandig.

Die Ackeregge mit Spitzen nach unten zieht zwar sämtliches Moos raus, aber reißt dafür zumindest bei sandigen Boden das Wurzelgeflecht kaputt.  Je nach Boden fängt die Egge auch an zu hüpfen,  denn eigentlich ist sie dafür nicht gemacht.  Das Moos bekommt man auch mit kurzen Spitzen raus, indem man ggf. Mehrmals drüber fährt.

Ich bin momentan auf der Suche nach einer 3-4m Grünlandegge mit den typischen Gusssternen. Das Prinzip hat sich wohl bewehrt, denn nahezu jeder Landwirt hier in der Umgebung setzt so etwas ein.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Also die gute alte Wiesenegge ist einer umgedrehten Ackeregge definitiv vor zu ziehen. Wobei ich persönlich selbst von einer Wiesenegge nicht all zu viel halte, die Eingebung von Maulwurfshügel ist der einzige positive Effekt. Das Problem ist das die Grasnarbe eher beschädigt wird anstatt diese zum bestocken anzuregen und Unkraut aus zu kämmen. Aus diesem Grund habe ich mir einen Wiesenstriegel selbst gebaut aus einer alten Federzinken Egge wobei die Zinken durch spezielle Wiesenstriegelzinken ersetzt wurden. Bei diesem wird Moos und alte Gräser wirklich schön heraus geholt und das Gras angerissen anstatt es ab zu reißen. Ein Video davon gibt es im Schauraum in meinem Thread
 
Danke für euer Antworten und eure Erfahrungen. :-)

Der Bodentyp ist sicher ausschlaggebend dafür, ob man "hart" oder eben eher sanft angreifen darf.

Die Grasnarbe bei meinem eher schweren Boden zu stark zu verletzen, mit der Egge (Zinken nach unten), ist genau das Problem, was ich bei der Variante befürchte. Auf der anderen Seite ermöglichen die Beschädigungen der Grasnarbe, dass sich Samen einsähen können. 

Auf dem Rasen, ich weiß es ist keine Wiese, im Hausgarten gibt es ja die Vertikutier-Vertreter. Da wird ja auch tief eingeschnitten, aber eben geschnitten und nicht gerissen, was eine Egge ja nur kann.

Wahrscheinlich muss man sich wie xxischxx was Eigenes bauen. Die Variante mit der Federzinken-Egge kann ich nachvollziehen.

Noch ein Problem sind die unebenen Stellen. (Ja, ist alles Natur und kann man auch so lassen, aber so eine schöne glatte Wiese hat auch was! :D)

Im letzten Herbst habe ich die massiven Wildscheinschäden mit dem Schlegelmulcher durch mehrmaliges Drüberfahren in verschiedenen Höheneinstellungen sehr gut weg bekommen. Danach sahen so manche Stellen wirklich umgeackert aus, aber das wurde noch im Spätherbst alles wieder grün und geht im Moment auch wieder richtig gut los. Nun ist die Wiese fast glatt, aber es gibt leider noch unebene Bereiche, wo ich damals mit der Schlegelmulcher nicht in den Boden wollte, weil ich den Schlegelmulcher nicht kaputt machen wollte. Es ist ja keine Bodenfräse. Mit Eggen werde ich diese Bereiche wohl auch nicht ausgleichen können. Das werden dann wohl die erhöhten Stellen einfach nur ausgerissen und es bleiben dann Grasbatzen liegen. Das bringt es auch nicht.

Ich überlege schon, ob ich meine Bodenfräse nehme und diese Bereiche damit überfahre. Danach sieht es zwar schlimm aus, aber es wird mit der Walze schon wieder glatt und wachsen wird es dann auch wieder.

Ich überlege...

Grüße
Mario
 
Bei Federzinken reden wir von einem Wiesenstriegel. Nicht zu verwechseln mit Federzinkenkultivator oder -grubber. Die Arbeiten tiefer im Boden. (xxischxx hat nur den Rahmen verwendet. Die Federzinken zum striegeln haben mehr Ähnlichkeit zu Heuwender-Zinken...)

Auch die gibts es (z.T. als Kombinationsgeräte) zu kaufen. Im Prinzip muss man anhand der Bodenbeschaffenheit und der gewünschten Bewuchsqualität eine individuelle Lösung bestimmen.

Vertukutieren ist nur etwas für ebenen Rasen. Auch hier geht es nicht darum, den Grassoden komplett zu zerschneiden,  sondern nur um die oberen 2-3mm. Das gelingt auf dem Feld nur mit den typischen Gusssternen, da sie sie üblichen Unebenheiten optimal ausgleichen. Allerdings haben die Gusssterne nur ein geringes Materialaufnahmevermögen, das ist bei speziellen Federzinken besser.

Ein flächigeres Einebnen bedingt eigentlich immer Bodenarbeiten mit Neuansaat. Wenn man allerdings halbjährlich mit der Wiesenegge drüber fährt, wird es Jahr für Jahr ebener.

Für die Neuansaat braucht es übrigens keine Furchen, da die meisten Wiesenpflanzen Lichtkeimer sind, d.h. möglichst an der Oberfläche bleiben sollen (deshalb dss übliche Einwalzen)

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Zurück
Oben