Gänge lassen sich nicht mehr schalten & Hydraulikdeckel abbauen

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marberra

Gast
Servus zusammen,

ich habe seit heute ein größeres Problem mit dem Getriebe meines MF25, und ich versuche hier Euch den Fehler in Kürze zu schildern.

Zuerst ließ sich der 3 Gang nicht mehr einlegen, alle anderen Gänge funktionierten jedoch noch einwandfrei. Jetzt scheint permanent der 4. Gang eingelegt zu sein. Rückwärtsgang, 1. & 2. Gang lassen sich einlegen. Wenn man jedoch die Kupplung kommen läßt würgt man nur den Motor ab. Wenn der Schalthebel für den Fahrantrieb im Leerlauf steht, und man das Vorlegegetriebe auf schnelle, oder langsame Drehzahl stellt, fährt der Schlepper sofort los, sobald man die Kupplung kommen läßt (dazu habe ich übrigens in der SuFu noch nix Elementares gefunden).

Ich wollte schon selber kurzerhand den Hydraulikdeckel demontieren, war mir aber nicht sicher, ob man das Ding einfach wegschrauben, und nach oben abheben kann, ohne vorher irgendwelche wichtigen Vorarbeiten/Einstellungen zu erledigen.

Hatte jemand hier schon mal diese Problem? Bin für jede Hilfe dankbar.

Danke schonmal,

der Andi
 
Servus,

habe das Problem zwischenzeitlich selbst analysiert. Nachdem ich den Hydraulikdeckel entfernt habe, mußte ich feststellen, daß sich eine der zwei Kugeln, welche die Zugstangen für die Schaltgabeln gegeneinander blockieren sollen, nicht mehr an ihrer angestammten Stelle befand (siehe Bild). So wie es unter dem Hydraulikdeckel aussieht war ich wohl nicht der Erste, der das Ding offen hatte, was auch ein Grund dafür ist, warum sich die Kugel auch nicht mehr an der richtigen Stelle befand.

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Zwei Fragen: Es fehlt mir das Distanzstück, welches auf dem zweiten Bild markiert ist. Hat jemand ein Foto von dem Teil, damit ich weiß, wie es in Echtzeit aussieht? Auch im Ersatzteilkatalog ist diese Ding nicht beschrieben.

eup-1136810323-10624bde595d9fc02afc6a2cd96ff422-1576703547_big.png

Da ich das Ding nun schon offen habe, möche ich auch gerne noch das Hydraulik-Hauptventil überholen, da die Hydraulik bei dem Bulldog ja noch nie so 100% funktioniert hat (siehe meine älteren Threads). Gibt es für dieses Haupt-, und das Nebenventil eine kompletten Überholungssatz?

Grüße,

der Andi
 
hallo Andi,

nach deinen Ausführungen in deinem oberen Beitrag teile ich mit dir die Ansicht, dass ein Gang ständig drin ist. Ob das nun der dritte oder der vierte ist lassen wir mal dahingestellt. Das heißt ... ein Übertragungsweg ist auch dann fest, wenn dein Schalthebel im Leerlauf steht. Wenn du nun noch einen der übrigen Gänge zuschaltest und die Kupplung kommen lässt blockieren sich die Übersetzungen gegenseitig und der Motor MUSS ausgehen.

Zuerst würde ich jetzt nacheinander versuchen (dein Getriebe ist ja jetzt offen), ob eine der Schaltklauen sich mit mäßiger Kraftanstrengung auf der entsprechenden Schaltstange bewegen lässt. Die Schaltklauen haben ja zur Verbindung mit der Schaltstange an dieser die runde Form mit der Kerbstiftverbindung. Hintergrund ist festzustellen, ob möglichenfalls einer der Kerbstifte abgeschert ist und die eigentliche Schaltklaue unten drin machen kann, was sie will.

Nächster Gegenstand deiner Betrachtungen sollte sein, zu schauen, ob eine der in die Zahnradzwischenräume eingreifenden Klauen nicht evtl. abgebrochen ist.

Desweiteren überprüf mal, ob der Eingriff des unteren Schalthebelteils in die Schaltstangen nicht über die Maßen ausgejuckelt ist.

Das vermeintliche "Distanzstück" auf deinem Bild 16 halte ich für leeren Raum (deshalb auch weiß). Wozu sollte es nützen ? Die Schaltstange wird durch die Bohrung im Gehäuseteil sehr viel vollflächiger und präziser geführt, als es ein Stückchen irgendwas es könnte.

Nun wünsche ich dir mal Erfolg bei der Fehlersuche und als Ergebnis dessen ... weise Erkenntnis.

Wenn du uns die Ergebnisse deiner Überprüfungen postest, können wir dir helfen, nachzudenken :-)

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82
 
Servus Ulli,

Danke für Deine Antwort. Ich denke, ich habe die Fehlerursache gefunden. Die Kugel lag so wie auf dem Foto zu sehen auf der Schubstange des 3./4. Ganges. Der 4. Gang war eingelegt. Die Kugel verhinderte, daß man mit dem Schalthebel die Schubstange in eine andere Position, wie z. B. Leerlauf, oder 3. Gang schalten konnte. Da die Kugel in der ursprüglichen, normale Postition fehlte, konnte man jedoch andere Gänge einlegen, und somit kam es zu dem von Dir schon richtig diagnostizierten Motor-Abwürgen, sobald ich einen anderen Gang eingelegt habe. Warum sich die Kugel aber da oben befand ist mir ein Rätsel. Am Grund der Bohrung, in der die Kugel normalerweise steckt, lag auch noch der kleine Stift, der normal in der Zugwelle des 2. Gangs horizontal eingeschoben ist. Ich habe alles wieder an die richtigen Stellen gesteckt, und (zumindest im noch offenen Zustand) scheint das Getriebe wieder so zu funktionieren, wie es soll.

Warum die Kugel allerdings herausgesprungen ist, ist mir schleierhaft. Über den Bohrungen befindet sich jedoch auch nichts, was das verhindern würde, weswegen ich schon mit dem Gedanken spiele, ein dünnes Blech über die Öffnungen zu montieren, damit das nicht mehr vorkommen kann.

Bei der Sache mit dem Distanzstück hast Du bestimmt auch recht (war einfach zu doof, die Zeichung richtig zu deuten - peinlich!)

Netter Nebeneffekt dieses Vorfalls: Ich habe heute entdeckt, daß die Bohrung für die Drossel der Reaktionsgeschwindigkeit im Getriebeblock offenkundig durch die Montage des Hydraulikdeckels mittels Dichtungsmasse ziemlich verschlossen aussieht. Vielleicht ist das ja die Lösung meines Hydraulikproblems? Na, wir werden sehen...

Dichtung für den Blockdeckel habe ich bestellt. Muß man bei der Montage noch auf etwas besonderes achten?

Aus dem Allgäu sonnige Grüße,

der Andi
 
hallo Andi,

es wäre eine Überlegung, ob du jetzt noch das Öl ablässt, den Rohrfilter im Getriebesumpf überprüfst und reinigst.

Ferner wäre es sicher nicht von Nachteil, die O-Ringe des Steigrohrs über der Hydraulikpumpe zu erneuern. Auffallend, im Profilquerschnitt sind sie quadratisch. Die Ersatzteilnummer ist      832 413 M1.  Davon benötigst du mindestens 3 Stück .

Ansonsten ist dir sicher nicht entgangen, dass die Schrauben des Hydraulikdeckels unterschiedlich lang sind.

Falls du sie nicht gleich gekennzeichnet hast kannst du mich gerne anschreiben; ich hatte mir die Anordnung notiert.

Ansonsten ... dir weiterhin ein glückliches Händchen und gutes Gelingen :-)

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82
 
Servus Ulli,

Danke für Deine Tipps! Das Öl werde ich mal ablassen, und mir das Filterrohr ansehen. Ich hatte das Ding zwar schon einmal draußen, aber das ist schon eine Weile her. Außerdem kann frisches Öl bestimmt auch nicht schaden.

O-Ringe muß ich noch besorgen, aber sehr guter Tipp von Dir! Die Schrauben hatte ich nicht markiert. Ich dachte tatsächlich, die sind alle gleich lang ;-)

Falls Du also tatsächlich einen Plan für die Schrauben hast, würde ich mich natürlich freuen, wenn Du mir diesen zur Verfügung stellst. Vielleicht sollte Du diesen Plan hier posten, da sich bestimmt auch noch andere MF25-Besitzer über diese Info freuen.

Vielen Dank erstmal. Ich werde weiter berichten, wie es mir bei der Rep. gegangen ist. Eine Motorrevision steht ja auch noch an, da die Kiste wirklich überall leck ist, und schlecht anspringt. :(

Schöne Grüße aus dem (kurioserweise) immer noch sonnigen Allgäu,

der Andi
 
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