Gebrauchtkauf MF35

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CarstenB1978

Gast
Hallo,

ich bin gerade auf der Suche nach einem Schlepper für meine Frau (auf meinem TEA20 ist kein Platz für die Kinder ;-)). Gestern habe ich einen 1960er MF35 angesehen.

Der hat knapp über 10.000 Stunden drauf, bläst ein wenig schwarz aus dem Übergang zwischen Krümmer und Auspuff und ist am Motor ziemlich ölig. Keine Ahnung ob das mit neuen Dichtungen erledigt werden kann.

Aus einem Gewinde am Luftansaugstutzen bläst Luft heraus, kann man mit dem Finger zuhalten, am Laufverhalten ändert sich dabei kaum etwas. Ist das normal so?eup-1136385338-24939705a06fb4f8f87a3c2cb36b9118-1531384343_big.jpg

Ansonsten ist er komplett, startet recht gut, alle Gänge flutschen, Bremse geht. Mir gefällt dass er original ist und über zwei Beifahrersitzplätze verfügt (die Kotflügel sehen aus wie die vom MF30?). Der originale Pappbrief ist auch dabei.

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Was meint ihr? Hot or not?

Viele Grüße,

Carsten
 
Auf den ersten Blick schaut er ganz gut aus, aber da ist lange nicht mehr alles original.

Die Kotflügel sind sicher nicht vom 35er. Die originalen sind wahrscheinlich irgendwann den Rostttod gestorben.

Die Position der Lampen vorne sieht nicht original aus, vermutlich hatte er die Lampen auf den Kotflügeln sitzen und sie wurden beim Umbau der Kotflügel versetzt.

Der Luftfilter gehört da bei dem Perkins 3-Zylinder nicht hin, der gehört unter die Haube mit Durchführung des Ansaugstutzens durch die Haube. Deutet meines erachtens darauf hin, dass die Haube auch nicht original ist.

Wenn du länger dran Spaß haben willst, würde ich eine Totalrevision als notwendig erachten. Bei den Betriebsstunden könnte die Maschine auch schonmal revisioniert worden sein, ggf. steht aber auch schon die nächste Revision an (das viele Öl...). Ggf. vor dem Kauf Kompression testen....

Ich würde sagen: größere Baustelle. Nur sinnvoll, wenn er wenig kostet. Bei meinem aktuellen Projekt bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass sowas nur einigermaßen ökonomisch ist, wenn man das Basisfahrzeug erbt oder es geschenkt bekommt ;-)

Achja: In das Loch im Ansaugstutzen gehört ein Messingstopfen, mehr nicht.
 
Was soll der denn Kosten? Sieht rundum nicht so schlecht aus- Farbe scheint noch Original zu sein.

Mehr als 2500€ bestimmt nicht
 
Für einen abgerockten Schlepper jenseits der 10000h würde ich vermutlich keine 2500,- hin legen. Für mich wäre viel wichtiger, ob er TÜV neu hat und ob größere Baustellen an stehen. 

Und ja, die hinteren Radabdeckungen stammen vom MF25/30. Übrigens wurde da auch schon mal mit Farbe rum gemurkst - der Überschlagbügel ist von Fritzmaier und im Neuzustand nicht rot angepinselt.

Als super "hot" würde ich den 35er nicht bezeichnen - da laufen bei mir im Ort wesentlich besser erhaltene Exemplare, die ich auf Grund ihres optischen Erhaltungszustandes als absolut Sammlungs- und Erhaltungswürdig einstufen würde. Da wäre ich dann vermutlich auch bereit für so einen 35er 3000,- hin zu blättern. 

EDIT: 

Was mich stutzig macht - warum stehen auf dem Foto die beiden Bremspedale nicht auf gleicher Höhe?? 
 
Erstmal danke für die hilfreichen Antworten!

Ich würde für einen guten 35er auch mehr als 3.000€ hinlegen, aber ich habe bisher noch keinen in annehmbarer Nähe von uns gefunden (Raum Ober-/Niederbayern/Oberpfalz).

Der hier soll noch unverhandelt 2.500€ kosten.

Als sofort fällige Arbeiten sehe ich grad die kaputte Lampe zu richten, den Ölverlust einzudämmen und das Spiel in den vorderen Achsschenkeln zu beseitigen. Mittelfristig die Kotflügel schweißen und ein bissl Kleinkram. Was beim Motor kommt kann ich nicht beurteilen...

Die Bremspedale waren nicht verbunden, beim linken war die Feststellbremse drinnen.

Viele Grüße,

Carsten
 
Die Kotflügel sind original das sind Muschelkotflügel wo damlas für die Deutsche Zulassung diese Abdeckbleche an die Muschelkotflügel geschraubt wurden. Bei den MF 25 30 wurde das auch nur so gemacht. Sprich diese Kotflügel sind quasi mf 25 / 30 Kotflügel in deutscher Ausführung.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel
 
Ich habe mir letzte Woche schon diesen hier angesehen, der steht fast bei uns ums Eck. Ist ein 1962er, aus erster Hand, seit 1993 abgemeldet und nur noch als Schlepper für das nahegelegene Feld genutzt.

Der Motor ist außen staubtrocken und Nichtraucher, hat 7.500 Std. drauf, Kupplung wurde angeblich schonmal erneuert.

Bekannte Mängel:

Fußbremse geht nicht, nur die beiden Lenkbremsen, die Manschette des Hauptbremszylinders ist nur noch in Fragmenten vorhanden, ich denke der wird hinüber sein. Der Motorabsteller geht nicht, im besten Fall sollte nur das Gestänge in der Einspritzpumpe ausgehängt sein? Und die üblichen Verdächtigen, die Kotflügel sind teilweise durch und die Elektrik bedarf ein wenig Zuwendung und sollte erneuert werden.

Was mich wundert ist dass der Öldruckmesser auf Anschlag steht, aber vielleicht hängt das mit der maroden Verkabelung zusammen

Der steht ohne die Fronthydraulik für 2.000€ (unverhandelt) zum Verkauf.

Was haltet ihr von dem?

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Bzgl. hydraulischer Bremse empfehle ich etwas Lektüre hier im Forum. Da scheint mir die Ersatzteilbeschaffung nicht so ganz trivial.

Was hast du mit dem Schlepper eigentlich genau vor? Wenn du keine Restauration durchführen möchtest, kaufst du immer ein gewisses Risiko. Ich empfehle einen Blick in meinen Restaurationsthread ;-)

Am besten wäre es, wenn du zur Besichtigung / Kauf jemanden mitnehmen könntest, der schonmal einen 35er/135er restauriert hat....
 
Puh, was soll man da nur empfehlen...  Wenn ich mich aber an die Berichte hier, über die 35er mit hydraulischer Bremse erinnere, dann würde ich einen weiten Bogen drum machen. Eine wirkliche Lösung scheint es für das Problem nämlich nicht zu geben!? Liegt vermutlich auch daran, dass lediglich die Schlepper aus dem Baujahr 1961 überhaupt eine solche haben... 

Wie man sehen kann, war der Schlepper wohl mit einer Fronthacke zum Hacken von Hackfrüchten ausgestattet. 

Vermutlich war er auch schon lange Zeit nicht mehr zugelassen? Ansonsten hätte er 1977 einen Überschlagbügel bekommen müssen!? 

Schwierig, vermutlich lohnt es sich die Augen nach einem Sahnestück offen zu halten, oder nach einem besonders günstigen, dem man eine Komplettrestauration unterzieht... 

Grüße hometown 
 
Das mit der Hydraulikbremse war mir neu, danke für den Hinweis!

Ich glaube ich werde dann einfach noch ein wenig weiter suchen...

Vielen Dank für die zahlreichen Tipp!

Grüße,

Carsten
 
Hi Hometown,

Wenn: "Liegt vermutlich auch daran, dass lediglich die Schlepper aus dem Baujahr 1961 überhaupt eine solche haben... "

wirklich so wäre, wie erklärst du dir dann, dass unser FE35 aus 1957 auch eine hydraulische Bremse ab Werk hat?

Übrigens haben wir erst jetzt (nach 61 Jahren) Probleme mit dem Hauptbremszylinder. Bin schon gespannt auf die Ersatzteilsuche....

Gruß,

MHF
 
mhf1976:

Hi Hometown,

Wenn: "Liegt vermutlich auch daran, dass lediglich die Schlepper aus dem Baujahr 1961 überhaupt eine solche haben... "

wirklich so wäre, wie erklärst du dir dann, dass unser FE35 aus 1957 auch eine hydraulische Bremse ab Werk hat?

Übrigens haben wir erst jetzt (nach 61 Jahren) Probleme mit dem Hauptbremszylinder. Bin schon gespannt auf die Ersatzteilsuche....

Gruß,

MHF
Das ist eine gute Frage - wobei die Antwort vermutlich auf der Hand liegt - vor 1961 nannte sich der Schlepper wohl noch "FE35" und erst ab da "MF35" ? Zumindest hab ich hier eine Ersatzteilliste von 1961 die nur die hydraulische Bremse und auch nur das Modell "FE35" kennt. Ob er wirklich erst im Laufe des Jahres 61 zum MF35 wurde und es daher nur MF35 aus Bj.61 mit der hydraulischen Bremse gibt liegt daher nahe!?

Von 1962 habe ich einen Prospekt - da nennt sich der Schlepper MF35 und hat auch "nur" mechanische Bremsen, diese übrigens recht genau im Detail betrachtet und beschrieben - auf der Rückseite steht dann, wohl fälschlicher Weise (?), dass der Schlepper eine hydraulisch betätigte Betriebsbremse hätte... 
 
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