hallo Gebhard

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zuerst einmal ... herzlich willkommen hier im Forum *lächel*.
Falls du dich noch nicht mit den Typenformen von MFs beschäftigt hast ....
Um auch die Nische von Kleinschleppern bedienen zu können, hat MF neben den früheren Hauptreihen ... MF 35 und MF 65 ... eine deutlich abgespecktere und somit vereinfachte und kostengünstigere Variante von Ackerschleppern für Kleinbauern bzw. auch Nebenerwerbslandwirte konzipiert und gebaut.
Es war dies eine recht minimalistische Ausführung, weshalb ich da gerne von ... MF light ... spreche *schmunzel*. Es handelt sich dabei um die Baureihen MF 25, 30, 122 und 130. Die basieren alle 4 auf der selben .... heute würde man sagen .. "Plattform".
Die hatten beispielsweise keine Tankanzeige und keinen Ölmessstab für das Getriebe/Hydrauliköl.
Motor, Getriebe, Differenzial und Hinterachse mit Endantrieben sind im Prinzip gleich ... bei den höheren Zahlen ist vielleicht die Einspritzpumpe etwas weiter aufgedreht, so dass der 130 in den Papieren ca. 3 PS mehr anführen kann.
Bei der Überarbeitung bzw. bei den Folgemodellen wurden die Bremsen etwas komfortabler gestaltet, das Armaturenbrett aufgemotzt und halt natürlich ein verjüngtes Äußeres geschaffen.
Kleine Unterschiede können auch daher rühren, das die Schlepper teilweise in Frankreich und teilweise in England gebaut wurden.
Ansonsten unterschieden sich die Schlepper vor allem durch die bei der Bestellung frei wählbaren Extras. Dies waren z.B. eine Differenzialsperre, eine zweistufige Kupplung etc.
Grundsätzlich : die kleinen MF 25 bis 130 sind eine völlig andere Grundkonzeption als die größeren ab 133 ... und außer der Flammglühkerze sind da weiter keine Teile austauschbar. Diese Formulierung ist ein wenig überzogen .... aber echt nur ein wenig *schmunzel*.
Dem Sparstift sind dann auch einige unpfiffige Ausführungsdetails zu verdanken.
Zuerst sei hier die unselige, weil zu schwach dimensionierte, Endantriebskonzeption genannt. Wenn diese Presspassung, die alle Kräfte zwischen Hinterachse und Straße überträgt, vorzugsweise die Biegung ist das Problem, ausgejuckelt ist, bekommst du keine neuen Ersatzteile mehr.
Sofern du nicht bei einem Schlachtfest eine noch intakte Kombination von Planetenradgehäuse zu der Mitnehmerscheibe ergattern kannst, ist dein MF wertlos und nicht mehr zu verwenden. Die Mitnehmerscheibe, an der ja das Hinterrad befestigt ist, wird in diesem Fall nur noch von einem Seegering gehalten und damit noch eine Zeitlang vor dem Abfallen verschont. Irgendwann aber gibt auch der nach, dann kommt die Mitnehmerscheibe raus und es überholt dich gnadenlos dein Hinterrad.
Du kannst ja mal hier im Forum die Suchfunktion bemühen ... als Filter nimmst du ... 130, Endantrieb, ausgeschlagen ... da solltest du verschiedene Fäden finden, in denen genau dieses Problem Thema war. MF schreibt da im Reparaturleitfaden, wenn bei der Verpressung besagter Teile ein Druck von weniger als 2 kg/cm² erforderlich ist, müssen beide Teile erneuert werden.
Der Motor (4 Zylinder mit ca. 1800 cm³ ) ist wohl auch etwas anfällig.
Meine erste Kontaktaufnahme nach dem Kauf war die zu dem nächstgelegenen MF Händler und Werkstatt. Voll Stolz erzählte ich von meinem Kauf dem Lagermeister, sein Chef hatte das auch gehört und fragte den Mitarbeiter ... "ach, war das nicht der kleine Vierzylinder ? für den hatten wir den Motorüberholsatz sogar immer vorrätig auf Lager liegen" *lachmichweg*.
Der Motor war aber wohl ca. ein Jahr vor dem Kauf noch neu gemacht worden, das war mein Problem nicht. Vermutlich hat sich danach die Endantriebskiste bemerkbar gemacht und der Verkäufer hat ihn dann abgestoßen.
Grundsätzlich ist das eine Maschine von nahezu 60 Lenzen auf dem Buckel, da musst du immer mal mit Reparaturen rechnen.
Allerdings liegt das Leergewicht auch nur bei knapp 1500 kg, da darfst du dann ungebremst mal gerade 750 kg anhängen.
Er fährt auf den Punkt mit 20 km/h HG und kein Quäntchen mehr, da solltest du dich keinen Illusionen hingeben.
Als Kind fuhr ich auf dem Hof meines Onkels bzw. auf Feldwegen und Acker mit seinem MF 35 ... das war ein Kistchen ... der ging ab wie Schmidts Katze ...wohl mehr als 30 km/h.
Alles in allem ... mein Fazit
Schon im Hinblick auf die Ersatzteillage bist du mit einem 35, 135 ... evtl ein 133 doch flexibler. Du hast höhere Anhängelast, höhere Motorkraft, höhere Hubleistung am Dreipunkt .... ja klar, Pech kann man immer haben.
Solltest du aber weiterhin mit dem 25 liebäugeln, dann achte auf :
Hinterachse/Endantriebe .... stell dich so vor den Felgenteller des Hinterrads, dass du zum anderen Hinterrrad schaust, greif mit beiden Händen fest das Rad und versuche, mit aller Kraft in Achsrichtgung hin und her zu wackeln. Im günstigen Fall bleibt alles ruhig, Falls die Passung ausgejuckelt ist merkst du, dass das Rad vielleicht 5 bis 10 mm nach innen und nach außen wackelt. Den Versuch machst du natürlich auch gegenüber.
Falls das Dingens wackelt sag brav "tschüss", setz dich in dein Auto und fahre von dannen *lächel* ... deine Nerven werden dirs danken.
Vorhandensein und Funktion der Zweistufenkupplung ...
Vermutlich bist du ja nicht alleine da, stell also einen Vertrauten hinter den Schlepper, so dass er die Zapfwelle sehen kann, verlege du den Zapfwellenhebel (bei durchgetretener Kupplung) nach hinten in Stellung Motorzapfwelle und lass die Kupplung bis zur Hälfte kommen. Dann müsste dein HIWI rufen, sie dreht sich ;-)
Ach ja ... ein Blick auf Ölverluste kann auch nicht schaden. Die gemeinste Stelle ist zwischen Getriebe und Kupplungsglocke, den Simmerring zwischen innerer Welle für den Fahrantrieb und äußerter Welle für Antrieb von Zapfwelle und Hydraulikpumpe ist ebenfalls nicht mehr lieferbar. Auch im normalen Kfz Zubehörhandel ist genau dieser Ring (in diesen
Abmessungen) nicht zu bekommen. Man muss dann der Not gehorchend auf einen Abstreifring ausweichen, der aber langfristig nicht ordentlich dicht bleibt.
Das Öl drückt sich zwischen innerer Welle und äußerem Rohr durch diesen "Rundspalt" und tropft in der Kupplungsglocke nach unten ab. Durch den Fahrtwind wabert es dann am Getriebe entlang nach hinten und du bist sicher, es käme irgendwo aus der Hinterachse oder weiter oben aus der Hubwelle.
Mein Götz hat geleckt, wie ein alter Nachttopf ..... klar, deshalb heißt er jetzt halt Götz *grins*
Wenn du dich anmeldest mach zur Bedingung, dass der Motor an dem Tag noch nicht gelaufen sein darf. Erst nimmst du dir einen Lappen, schaust nach dem Motorölstand, dabei merkst du, ob an dem Motor vielleicht doch etwas von warm zu spüren ist.
Dann aufsitzen, Motor starten, (derzeit ohne Kaltstarteinrichtung) schauen was aus dem Auspuff kommt ... Qualm und dessen Farbe ... mal 10 min rumfahren und dann wieder schauen, ob da immer noch sichtbare Wolken von Qualm zu erkennen sind.
Wegen Feinstaubs sind Bedenken unnötig ... die Brocken die du aus dem Dämpfer fliegen siehst ... das
IST der Feinstaub bei Perkins *ichschmeißmichweg*.
So, genuch getippselt, für deine Unternehmungen wünsche ich dir
weise Erkenntnis und ein glückliches Händchen ... toi, toi, toi
von den frischen Höhen des
Westerwaldes
freundliche Grüße
Ulli ;-)
MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82