Servus Männers
Ich glaube über dieses Thema kann ich mittlerweile ein Buch schreiben, die Sau Hinterachse hat mich Nächtelang nicht schlafen lassen
Ich habe einen Eicher 3251S bei dem auch das Getriebe MF135 verbaut ist. Das gleiche Problem hatte ich auch mit den wackelnden Hinterrädern.
Ich habe mal eine Skizze hochgeladen ( ich hoffe das hat funktioniert ) die ich mir selber aufgezeichnet habe, erst nach anfertigen dieser Skizze habe ich das Prinzip der Achse verstanden.
Ich versuche das mal so gut wie es geht zu beschreiben.
- die zwei Steckachsen berühren sich in der Mitte des Differentialkorbs, und das nicht nur ein bisschen sondern die liegen press aneinander, genau deswegen sind die Steckachsen auch am hinteren Ende leicht geschlitz so dass das Getriebeöl zwischen die zwei Reibflächen laufen kann und somit eine Schmierung entsteht, die Größte Reibung entsteht natürlich bei extremer Kurvenfahrt aber meistens gehts ja geradeaus
- das Radlagerspiel lässt sich nur mit den Distantscheiben zwischen Achstrichter und Bremsankerplatte einstellen
- um das Radlagerspiel vernünftig kontrolieren zu können müssen beide Räder auf die Bremstrommel geschraubt werden
- Voraussetzung für diese ganze Prozedur ist, das: die Radlager OK sind, der Ausenring des Radlagers press im Lagersitz des Gehäuses sitzt, der Schrumpfring MUSS press am Ansatz der Steckachse anliegen ( der Schrumfring ist oft die Ursache von Radlagerspiel da dieser sich mit den Jahren auf der Steckachse löst und somit sich die Achsen ( beide ) hin und her ( axial ) bewegen ( meistens verschiebt sich auch nur ein Schrumpfring ) weil die Radlager ja Kegelrollenlager sind, entsteht durch das axiale Spiel auch das typische klappern der Räder)
Ist das alles OK kanns mit dem Zusammenbau losgehen, ich habe das folgendermaßen gemacht:
- Linke Seite komplett montiert, ( Distanzscheiben zwischen Achstrichter und Bremsankerplatte, Bremsankerplatte drauf, Steckachse rein, die 12 Schrauben von hinten durch und fest anziehen, Bremstrommel drauf und Rad montieren, fertig, die Handbremsbeläge waren montiert, die Bremsbeläge der Fußbremse habe ich später montiert )
- bei der rechten Seite ist die Montage ein bischen schwieriger bzw. Arbeitsintensiver ( größtmögliche Anzahl Distanzscheiben zwischen Achstrichter und Bremsankerplatte, Bremsankerplatte drauf, Steckachse rein, mit 3 Schrauben von hinten anziehen, Bremstrommel drauf und Rad montieren )
nun geht die Einstellung los: am Rad wackeln ist noch Spiel vorhanden, Rückbau bis zu den Distanzscheiben, nun eine oder zwei rausnehmen je nach dem wie groß das Spiel war, und nun den ganzen Mist wieder zusammenbauen.
Diese Prozedur habe ich solange wiederholt bis kein Spiel mehr vorhanden war. Um festzustellen ob die Radlager nicht zu stramm laufen habe ich das rechte Rad nach vorne gedreht, läuft nun das linke Rad nach hinten ist es OK, dreht sich bei dieser Probe das linke Rad auch nach vorne ist das Radlagerspiel zu stramm.
Nun habe ich die rechte Seite noch einmal auseinandergenommen und erst jetzt den inneren Simmerring eingebaut, nun alles zusammen und gut ist
Wichtig ist auch bei dem probieren langsam vorzugehen, nimmt mann mit einmal zu viele Distanzscheiben heraus und verschraubt es zu stramm kann es durchaus passieren das man einen Schrumpfring wieder auf der Achse verschiebt
Ich hoffe ich konnte es einigermaßen verständlich erklären, so habe ich es jedenfalls bei mir gemacht und der Schlepper läuft wieder einwandfrei.
Sicherlich gibt es hier auch noch andere Methoden mit Meßuhren und Einstellmaßen usw. ich verlasse mich halt lieber auf mein Bauchgefühl, lasse mich aber gerne auch des besseren belehren.
viel Spaß beim schrauben.
gruß thomas
http://www.directupload.net/file/d/3861/jyxkwthh_pdf.htm