Holzhäcksler sinnvoll für MF35

  • Ersteller Ersteller Waldschrat HSK
  • Erstellt am Erstellt am
W

Waldschrat HSK

Gast
Guten Tag,

seit ca. drei Monaten bin ich stolzer Besitzer eines MF35, Bj. 1964 mit 32 PS Maschine. Opa wollte den verkaufen und da haben wir Veto eingelegt, da so ein Schätzchen in Familienbesitz bleiben sollte. Gekauft, fertig.

Kurzum habe ich den "Fergy" zum Motorölwechsel und zur Grundüberholung zum Landmaschinendienst gegeben und der hat ihn soweit überholt.Da steht er nun der gute und ausgerüstet mit einen Anhänger bin ich nun auf unserem großzügigen Freigelände zugange. Soviel zur Historie.

Zur eigentlichen Frage:

Auf unserem Grundstück habe ich einige Fichten und anderes Gesträuch, so dass es sinnig wäre, einen Holzhäcksler an die 540er Zapfwelle zu hängen.

Ich habe mich hier bei meinen Bekannten informiert, aber widersprüchtliche Meinungen bekommen. Mein Nachbar ist selber im Weihnachtsbaumgewerbe tätig und meinte, dass ich dem Traktor damit keinen Gefallen tun würde. Er wäre schlichtweg zu schwach und untermotorisiert.

Gar von einen Zapfwellenschaden war die Rede und das würde teuer!

Wie sind Eure Meinungen und Erfahrungen. Vielleicht gibt es ja auch Empfehlungen zu einem geeigneten Häcklser. Ebay und Traktorpool haben ja dort etliche Geräte stehen, aber mir fehlt schlichtweg die Erfahrung zu diesem Thema.

So ein bischen hab ich die Meinung, dass die Waldfürsten hier ganze Baumstämme schreddern, da bin ich natürlich weit weg von. 

Bevor ich jetzt den verkehrten Häcksler dahinter hänge, würde ich gerne die Meinungen hier hören.

Vielen Dank und Feuer frei!
 
die ca. 35PS des 35ers (Bj. 64 ist ja ein 3-Zylinder, normalerweise sind die Maschienen der späteren Baujahre mit >35PS eingetragen, meiner ist mit 37PS eingetragen) reichen bei einem geeigneten Häcksler locker für bis zu 10cm Stammdurchmesser.

Ich habe einen etwas älteren LGU Master 1 ergattert, der mit neuen Messern hervorragende Arbeit leistet (LGU = Östereicher Unternehmen, hergestellt wurde das Teil aber von Gandini in Italien). Typisches Astwerk (egal ob Buche oder Fichte, egal ob frisch geschnitten oder knochentrocken) zerlegt der völlig problemlos. Dabei kommt der Schlepper nicht ansatzweise an die Leistungsgrenze. Erst wenn man knüppel in der Größenordnung 10cm reinschiebt, muss der Motor tief luft holen. Aber sowas häckselt man ja in dem genannten Umfeld eher selten.

2 Dinge gibt es zu beachten:

Drehzahl und Masse der Häckslerscheibe: Mein Häcksler hat ein Getriebe, die Scheibe dreht sich bei 540 Zapfwellenumdrehungen ich meine etwa 3 mal so schnell. I.V. mit 3 Messern auf der Scheibe liefert das ganz schön Durchsatz. Die Scheibe hat bestimmt 70kg und ist relativ groß = große Schwungmasse. Die häufig anzutreffenden China-Häcksler für um die 1000€ haben einen direktantrieb und eine leichtere Scheibe mit 4 Messern. Das ergibt etwa die Hälfte des Durchsatzes (bestimmt die Arbeitsgeschwindigkeit) aber nur ein Bruchteil der Schwungmasse (weniger Gewicht + weniger Drehzahl) - demnach geht mehr dynamische Last auf die Zapfwelle.

Einzug: Mein Häcksler hat einen schrägstehenden Trichter ohne Zwangseinzug. Das ist etwas mehr Arbeit, und nichts für täglich 8h Arbeit. Eher für den Gelegenheitsgebrauch. Zwangseinzug ist da wesentlich komfortabler, muss aber ordentlich gemacht sein (d.h. hydraulisch angetrieben, mit ordentlichen Walzen, ordentlicher Federspannkraft und einer No-Stress-Funktion). Für deinen Zweck würde ich auf Zwangseinzug verzichten. Der Zwangseinzug dürfte einen Aufpreis von 500-1000€ zur Folge haben... No-Stress ist wichtig, damit dir der Einzug nicht ständig den Schlepper abwürgt.

Mein Häcksler kann bis 35PS ohne Überlastsicherung verwendet werden, d.h. bei Überlast geht der Schlepper einfach aus. Bei kleineren Häckslern braucht die Zapfwelle z.B. eine Abscherkupplung. Eine Freilaufwelle ist bei der mechanischen Kupplung des 35ers nicht erforderlich...

Du kannst mit demn 35er natürlich keinen 1000kg schweren Häcksler betreiben, der ganze Bäume schreddert. Es muss ein zum Schlepper passendes Gerät sein. Dann sind da weder übermäßiger Verschleiß noch Beschädigungen zu erwarten. Der 35er ist da durchaus robust gebaut. Ich wage zu behaupten, dass es mit der Motorleistung nicht gelingen wird, die Zapfwelle abzureißen. Der Motor geht im Zweifelsfall einfach aus.

So sieht das ganze bei mir aus: (inzwischen etwa 15 Betriebstunden am Häcksler gearbeitet...)

eup-1137006052-088ffbf5bf73ac855a484cf2f882f498-1600429499_big.jpgeup-1137006052-933f6b2d7f01a86bcc8ea1d1c5c48d35-1600429499_big.jpg

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
UPS, das ging ja fix mit der ersten Info.

Freut mich, das es hier schon mal positive Erfahrungen zum Holzhäckseln gibt.

Dein Fergy sieht ja fast so aus wie meiner und macht brav seine Arbeit.

Ich werde mich mal ins Inet begeben und deine Tipps berücksichtigen, gerade was die Schwungmasse angeht.

Alle anderen gerne antworten!

Gibt es hier auch so was wie ein Marktplatz, bin noch neu hier?

Vielleicht hat ja noch jemanden Teil zum Verkauf! 
 
Hallo Waldschrat,

hier noch ein Gedanke zu deinem Vorhaben. Ich nutze zu dieser beschriebenen Arbeit ein Mulchgerät. Es schaft Äste bis ca. 50 mm. Das Gerät hat den Vorteil dass ich das zu verarbeitende Astmaterial nicht von Hand in die Maschine gben muss. Auf einen Schwad abgelegt fährt man in Längsrichtung einfach darüber. Mein 35 Ps Fiat schaft das, im kleinsten Gang. -Bei stärkerem Astmaterial mache ich den Schwad dünner um den Fiat nicht zu quälen. Dieses Vefahren praktizire ich seit ca. 20 Jahren ohne Probleme.

Es grüsst Richard
 
Hall Richard,

auch ne Idee.

Leider habe ich aber ein langes Waldstück, wo eine Wiese angrenzt, die mir nicht gehört. Da die Äste und Sträucher einmulchen, ist von daher nich gut machbar.

Von daher würde ich die Häcksler Lösung mit Abtransport der Hackschnitzel mit Anhänger vorziehen!

Aber trotzdem danke für diese Idee! 

Greets 

Waldschrat
 
Zurück
Oben