Mein MF 35 Spezial; Bj 60 - wiederbelebt nach 30 Jahren Dornröschenschlaf

  • Ersteller Ersteller Matze267
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Hallo Ferguson-Gemeinde,

Auch ich möchte mein Schätzchen und mich euch vorstellen.

Zuerst zu mir - mein Name ist Matthias, bin 34 Jahre und komme aus Oberschwaben. Beruflich bin ich als Kundenprojektleiter im Maschinenbau tätig und hab mich vor etwa dreieinhalb Jahren entschlossen - auch wegen der Liebe :-) - aus der Großstadt wieder zurück in die Heimat zu ziehen.

Schon zu diesem Zeitpunkt gefiel mir die Oldtimer-Szene. Jetzt musste ein Hobby her und da beschloss ich mir einen Trakor anzuschaffen. Der Motorentechnik war ich bereits vertraut, da ich mit meinem Vater schon mehrmals Reparaturen am 158er durchgeführt habe und in meinen Praktika während des Studiums mal in der Dieselmotoreninstandsetzung Erfahrungen sammeln durfte. Da ich von meinem Vater die Ferguson-Begeisterung geerbt habe, war die Marke keine Frage ;)

Fast schon vergessen war auf unserer Hobbyranch der MF 35 von meinem Opa. Ich kann mich selber nicht an ihn in funktionsfähigem Zustand erinnern. Der ersten Beurteilung nach war es aber ein hoffnungsloser Fall. Wohl 30 Jahre nicht in Betrieb, seit 20 Jahren im Freien (musste seinen Scheunenplatz für neue Pferdeboxen räumen). Nach dem letzten Reparaturversuch wurde der Zylinderkopf nur aufgelegt (Motor somit fest). Des weiteren war er schon für diverse andere Maschinen Ersatzteilspender (Kühler etc.).

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Bei diesem Zustand tat ich in als möglichen Ersatzteilspender ab und dachte an die Anschaffung eines funktionsfähigen MF-Bulldogs, den ich optisch herrichten werde.

Dann bin ich aber auf dieses tolle Forum gestoßen und habe Lukas‘ ausführlichen Restaurierungthread gefunden. Den habe ich quasi mehrmals begeistert "studiert" und dadurch wahrscheinlich erst den Anstoß zur Restaurierung des Todgesagten (Danke dafür :-)). Grob die Ersatzteillage beurteilt - Beschluss gefasst - Opa‘s Traktor bekommt eine neue Chance.

Mittlerweile läuft er pünktlich zu seinem 60. "Geburtstag" wieder :-):-):-)

Ich versuche mich jetzt auch regelmäßig an den Diskussionen zu beteiligen und meine Erfahrungen zu aktuellen Themen einfließen zu lassen.

Wenn ihr Lust habt kann ich gerne diesen Weg nutzen meine über zweieinhalbjährige Reise der Restauration mit euch teilen :-)

Ich brauche jetzt noch ein paar Monate bis die Elektrik und Karosserie fertig sind.

Hier noch ein Bild dass es wirklich wie ein Dornröschenschlaf aussah:

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Danke auf diesem Weg auch an Christian und seinen unschlagbar detailreichen Thread - super Job und das Ergebnis spricht für dich ;)  An vielen Stellen war ich zeitgleich an denselben Arbeiten. 
 
Danke für die Blumen - und meinen vollsten Respekt, sich an ein einen solchen Zustand heranzutrauen. Dagegen sah meiner ja aus wie aus dem Katalog ;-)

Ich bin sehr gespannt auf Bilder, vor allem was du so alles für Überraschungen erlebt hast. Was war denn da überhaupt noch alles zu retten?

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Zu den Überraschungen komme ich dann wenn ich die Bilder druchforste bestimmt 
 Aber ich will da keine Vorwürfe an die vorigen Schrauber machen - oft musste es früher ja schnell und billig wieder instandgesetzt werden...

Im Frühjahr 2017 war es dann soweit. Eigener Schrauberraum musste her. Dazu habe ich den alten Schweinestall ausgeräumt, Boden rausgehämmert und nen neuen eingegossen. Dazu noch ein großes Schiebetor, dann hat der schöne auch einen Platz hat wenn er mal fertig ist.

Mit dem MF50-Baggerlader konnten wir ihn reinholen:

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Und mit dem Hubwagen wurde er positioniert.

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Also zu retten war bei Weitem nicht mehr alles, dass es auch nicht billig werden würde war mir auch schnell klar. Aber die Nostalgie und die persönliche Geschichte waren‘s mir Wert das auf mich zu nehmen.

Nun aber ein paar Eindrücke vom Auseinanderbauen

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Eine Vorderradfelge war an der Schulter durchgerostet. Die Vorderachse: Ein Lagerschaden aber Nabe noch gut, Achsschenkel eingelaufen (kamen dann neu) und metrische Schauben in den Verstellungen. Die waren dann auch schon eine Herausforderung aus den Löchern zu bekommen. Das war dann später auch mit ein Grund eine Presse anzuschaffen (die hat sich dann noch sehr oft als unerlässlich herausgestellt). 

Weit später hab ich mir dann auch noch einen (genieteten) Felgenkranz hinten organisiert. Es war auf der einen Seite ein genieteter; andere Seite geschweißt. Wer also noch einen (geschweißten) Felgenkranz fertig lackiert (stonelight grey, 9W-28) braucht - ich hab einen für günstig Geld über :-)

Dann gings von vorne weiter mit dem Motor:

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Lüfterflüger noch gut, Kühlwasserpumpe mit Frostschaden. Luftfilter nicht zu retten. Gut dass der Ventildeckel immer aufgelegt war, deshalb Kipphebelwelle noch gut. Zylinderkopf hat sich dann als unwirtschaftlich zum Überarbeiten herausgestellt. In den Zylindern sah es dann schon ganz gruselig aus...

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Die Nockenwelle ist übrigens wieder aufgearbeitet und verbaut :-) 

Ein Kolben und anderthalb Pleuel waren unauffindbar.

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Steuergehäuse kurz überprüft ob alle Markierungen noch vorhanden waren - check.

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Der Motor wurde dann noch "entkernt" und der Block ging zum Instandsetzer (neue Laufbuchsen und Planschleifen).

Die Kurbelwelle war mir dann auch zu fertig (tiefe Riefen) und musste neu. Im Motorüberholsatz sind neue Kolben und eine Ölpumpe dabei...

Weiter am Rumpf:

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Da sehe ich gerade die Lenkspindel - Junge, war das ein Akt das Lenkrad abzubekommen. Spray, Warmmachen, Speichen ausflexen und Gefühle 50mal den Abzieher ansetzen. Das hat uns zu zweit glaub ne halbe Stunde gekostet bis das Ding ab war. Nachdem die Bremse offen war ließ sich der Antriebsstrang wieder schön drehen.

Ansonsten das gesamte Lenkgetriebe noch gut. Schaltgetiebe war ein Muss dass da außer neu Abdichten kein Schaden drin ist - alles gut soweit.eup-1136859751-e0772fccadd3a1d1b6f14865039664d3-1582572287_big.jpg

Im Hydraulikblock das hier im Forum bekannte Problem dass der Kolben in den Hubzylinder gerostet ist. Da hatte ich auch keine Chance den rauszubekommen.

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Reglerfeder auch gebrochen und die Inbusschraube welche die Nutmutter hält war auch nicht rauszubekommen (hat mir dann auch der Motoreninstandsetzer rausgefräst und ein Zoll-Gewinde eine Nummer größer reingemacht).

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Beim Ablassen des Getriebeöls kamen dann mal erst 3 Liter Wasser und unten so ein (Emulsions-?)Schlonz welcher restlos erst nach mehrmaligem Spülen mit Diesel raus war...

Raffiniert finde ich auch die eingelöteten Magnete in den Ablassschrauben - da war an jeder doch ordentlich Abrieb dran.

Insgesamt hat die Arbeit bis dahin mit Urlaubsunterbrechung und stückweisem Einrichten der Werkstatt als klassischem Wochenendschrauber 4 Monate in Anspruch genommen.

Grüße

Matthias 
 
Hallo zusammen,

Nun mach ich mich daran die restliche Zerstückelung meines geliebten 35ers weiter zu beschreiben.

Bei meinem sind die einfachen Trommelbremsen verbaut.

In den Bremsen hatten sich über die Jahre wohl mehrere Wespenvölker niedergelassen :)

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Reste von der Winterbehausung anderer Insekten waren auch an fast allen offenen Gewindelöchern zu finden.

Einige Radbolzen waren abgerissen oder nicht mehr vorhanden. Wenn die Federn erstmal abgenommen sind lassen sich die Bremsschuhe einfach über das Ausfädeln der Federstifte abnehmen. Hartnäckig war dann später den Hebel von der Bremsstange zu bekommen. Da half auch der Abzieher nicht viel und es wurde bis zur Presse beiseite gelegt.

Nachdem die Antriebswellen aus den Achstrichtern genommen waren hab ich dann das Getriebe abgeschraubt

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Wie man auf dem Bild vielleicht erkennen kann hab ich mich schon an dem alten Startsicherheitsschalter zu schaffen gemacht. Der ließ mit Meißel aber auch so gar nicht locker und ich habe es mit einem Ausdreher versucht. Hat dann auch auf Anhieb geklappt jedoch die Begeiterung über die Ausdreher bei weiteren Arbeiten auch ganz schnell.

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Ich sah bis auf das neue Abdichten aber keinen Mehrwert das Getriebe weiter zu Zerlegen und es wurde vorerst so belassen.

Endspurt: Zapfwelle raus. Die drei Schrauben an der Halterplatte raus und man kann die Zapfwelle samt Dichtungsghäuse rausgenommen werden.

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Hier war kam mir aber auch nochmal ein Schwall Getriebeöl entgegen. Zwischen dem Raum für das Differenzal und dem anderen in dem die Hydraulikpumpe sitzt ist unten ein Loch mit etwa 5 mm welches neben den Lagern als einziges einen Austausch des Getriebeöls ermöglicht. Wenn das überhaupt möglich ist oder das "Löchlein" nur einen Niveauausgleich des Öls zwischen den Räumen gewährleisten soll. Vielleicht habt ihr ja eine Meinung dazu?

Dann nahm ich die Hydraulikpumpe raus (kennt ihr ja - Haltebolzen rechts und links weg) und reinigte des Gehäuse von innen. Da strahlt das Herz wenn dann innen nach fast 60 Jahren so ein Anblick zum Vorschein kommt :)

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Leider konnte ich das Zentralgehäuse nicht erhalten da beide äußeren Ösen für das Zugmaul ausgebrochen sind. Hab mir sagen lassen dass der Kleine wohl früher unter anderem hergenommen wurde um Baumstümpfe zu entwurzeln...

Noch die vielen Schrauben raus welche die Achstrichter halten.

Den Hitchhaken ab und ich machte noch zu Weihnachten 2017 ein Bild welches das Ende des Zerlegens darstellt:

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Mein "neues" Zentralgehäuse war schon organisiert und mit meinen kommenden Beiträgen gehe ich dann endlich auf den Zusammenbau ein.

Wichtig war für mich penible Ordnung zu halten und die Teile am besten schon nach dem RLF zu Gruppieren.

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Viele Grüße

Matthias
 
Hallo Matze,

willkommen im Forum.

Das sieht ja fast nach einem meiner Projekte aus, freue mich schon auf weitere Bilder.

MFg Alex :-)

www.Fergy-Farm.de

info@fergy-farm.de
 
Hallo Matthias,

allen Respekt, sehr interessant die Bilder und den Fortgang zu sehen.

Ach was wär ich froh wenn mein MF endlich wieder aus der Werkstatt zu mir kähme.
Mitte April sinds erst drei Jahre das er beim MF-Meister inner Werkstatt steht (damals konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht über die Kupplung und die Bremsen gehen). Geht hald sehr gemächlich voran (mein Vater ulkte schon "jede Woche eine Schraube")

Grüße
Josef
 
Hallo zusammen,

Heute komm ich mal wieder dazu ein paar Bilder hochzuladen - jetzt geht ja der spannendere Teil los...

Begonnen habe ich in umgekehrter Reihenfolge mit dem "neuen" Zentralgehäuse. 

Dem Rost und alten Lack habe ich mit dem gezopften Bürsten auf den Winkelschleifer entfernt.

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Den Schmutz noch sauber raus und an die Achstrichter gemacht:

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Da kam ne ganz andere Form zum Vorschein. Das Öl-(vom Mähbalken)Staubgemisch war zentimeterdick drauf  


Jetzt war ich mit der Bürste  aber auch schon am Ende. Die Vertiefung für die Kotflügelschrauben musste ich dann mit Sand ausblasen.

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Kann mich gerade nicht mehr richtig erinnern, aber wenn ich die das Bild sehe habe ich das Kegelrad auseinandergenommen um es vom Rost zu befreien. Zumindest die Muffe und das Zahnrad mussten dafür weg.

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War aber nach dem Einbau wieder schön und lief ruhig.

Das Differenzial habe ich aber nicht auseinandergenommen. Heute würde mich der Aufbau des Bauteils interessieren, mich haben aber die vielen drahtgesicherten Schrauben abgeschreckt und ich hörte beim Hochheben auch nichts darin was klackert.

Hinter dem Kelgelrad ist noch ein Ölleitblech welches das Lager des Differenzials und der Antriebswelle (innen) auf der rechten Seite versorgt.

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Hier noch im nicht eingebauten Zustand noch daliegend. Das entsprechende Teil aus Gusseisen ist für die linke Seite im Achstrichter verbaut.

Leider habe ich keine Bilde vom Einsetzen des Differenzials und der Montage der Achstrichter. Mit Dichtmasse muss es bei mir immer schnell gehen...

Wir haben die linke Seite hochkant aufgesetzt; die rechte dann in der waagerechten (finalen) Lage.

So sah dann meine erste fertige Baugruppe aus:

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Beim Hochladen habe ich noch die Tragzapfen der Unterlenker gesehen. Die hatte ich in der Zwischenzeit beim Verzinken und natürlich mussten die Achstrichter damals auf das Verschrauben der Zapfen warten bevor sie an das Gehäuse verschraubt werden konnten.

Soviel mal wieder für heute.

Grüße

Matthias
 
Hallo zusammen,

Ich nehme mir heute mal wieder Zeit von meiner Restauration zu berichten.

Nachdem das Zentralgehäuse wieder besammen war hab ich mir den Hydraulikdeckel vorgenommen.

Angefangen hinten die Regelfeder rauszunehmen:

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Vorsicht bei der Madenschraube die die seitlich die große Nutmutter hält (in dem Foto schon raus). Bei mir war die so fest dass nachdem der Inbusteil der Schraube raus war, die Madenschraube oben gebrochen ist und der Rest bündig mit dem Hydraulikdeckel abgeschlossen hat. Da hab ich mich dann auch immer wieder mal über Wochen drangemacht - Ausdreher nix, Aufbohren durch die Schaube und Torx reingehauen - drei kaputt drin stecken geblieben...

Immerhin ging dann zu meiner Verwunderung, nachdem die Madenschraube nicht mehr gedrückt hat, die Nutmutter mit einem großen Splintreiber ganz einfach raus.

Mir hat es dann am Ende mein Motoreninstandsetzer, als der Block dort war, den Rest der Madenschraube ausgebohrt und das Gewinde eine Nummer größer reingemacht (ich meine es waren dann 3/8" UNC auf was wir uns geeinigt haben).

Aber auch am Rest der Baugruppe war leider nicht alles zu retten.

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Die Aufnahme für den Oberlenker war ausgenudelt (Bolzenlöcher schon fast Langlöcher). Die Gabel nicht vom Stößel zu trennen (Haltesplint ging mit dem Durchschlag noch raus, aber auch mit Hitze konnte ich sie nicht rausdrehen). Regelfeder gebrochen - sieht man glaub auf dem Foto ganz rechts an der letzten Windung. Da musste die Flex den Stößel abtrennen. Verbaut habe ich im original am Ende glaub nur noch Glocke ganz rechts und die Lochplatte auf der die Glocke aufsitzt (hier nicht abgebildet).

Auch der Hubzylinder war hin. Der Kolben steckt heute noch im Zylinder (Rost) und die Hubwelle hatte in der Feinverzahung Karies im Endstadium.

Positiver lief zeitlich parallel die Baustelle der Hydraulikpumpe.

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Auseinandernehmen und peinlich genau die alte Ölemulsion mit viel Druckluft rausblasen - dabei immer alles in der Ordnung behalten, dass die Kolben beim Zusammenbau wieder in die ursprüngliche Kammer kommen. Mit dem Satz neuer Dichtringe alle Ventlie und Kammern neu bestücken...

Aufbau:

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Auf alle Dichtringe immer lieber zuviel Fett aufbringen, dann beliben sie auch wo sie sollen. Aber das Zusammensetzen ist wirklich wie schon mehrmals im Forum beschrieben dann ziemlich tricky. Flache Auflage ist durch die Welle nicht möglich und es müssen ja Bodenplatte, das Pendel zwischen den Kolben und die Venitlkammern in einem Arbeitsschritt zusammengefügt werden.

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Wenn es dann soweit ist hat man es fast geschafft:

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Ich hab der Pumpe dann noch neben dem neuen Filter ein neues Überdruckventil gegönnt und die selbstsichernde Mutter über welche man den Stößelhebel einstellt durfte nach 60 Jahren auch besser mal neu.

Im Nachhinein hätte ich noch die Kolbenringe erneuert, da habe ich aber beim Zusammenbau nicht drauf geachtet.

Die fertige Hydraulikpumpe ließ ich auch nicht lange rumstehen und packte sie gleich an Ort und Stelle.

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Habt ihr eine Idee warum die nicht fest mit dem Gehäuse verschraubt wird sondern wippbar mit den Haltestiften rechts und links verbaut wird?

Die Geschichte mit der Hülse hinter dem Steuerventil welche die Feder hält habe ich jetzt ausgelassen weil ich keine Bilder dazu habe. Da war die Nut, die den Sicherungsring für die lange Feder hält, ausgenudelt. Ich musste im alten Öl das Metallplättchen raussuchen und habe sicherheitshalber nach dem Bestücken den neuen Sicherungsring in die Hülse gelötet. Ersatzteil gabs hierfür leider nicht; deshalb die Lösung um auf Nummer sicher zu gehen. Die Sicherungsringe in Zoll kamen aus Amerika - die sind in D fast nicht zu bekommen.

Euch allen jetzt aber noch - bleibt gesund!

Grüße

Matthias
 
Hallo zusammen,

Ich melde mich wieder zurück um von meiner Restauration zu berichten.

Vor hinten nach vorne geht es weiter mit dem Getriebe. Ich habe darauf verzichtet das Getriebe auseinander zu nehmen und ihm eine Auffrischung gegönnt. Mit der Topfbürste wurde der Rost und Lack entfernt und die Kupplungglocke mit Benzin und Pinsel gereinigt - von schwarz zu rot... 😋

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Die Dichtung muss wohl schon länger das Getriebeöl (oder Motoröl?) nicht mehr gehalten haben. Jedenfalls wäre ich ohne das Forum hier nie draufgekommen wie man das Gehäuse der Getriebeeingangswelle demontiert bekommt.

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Zuerst den Deckel unten abnehmen und die Zapfwellen-/Hydraulikpumpenwelle nach vorne herausnehmen. So fällt das Zahnrad etwas nach unten und das Gehäuse der Getriebeeingangswelle wird frei.

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Nun kann man die Wellendichtringe im Getriebeeingang rausklopfen und ersetzen. Je ein Dichtring im Getriebeeingangsgehäuse und einer in der Hohlwelle.

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Und zu dem Bild habe ich jetzt noch eine Frage an das Forum. Wie packt ihr diese Sicherungungsringe an? Gibt es dafür ein Werkzeug das ich nicht kenne? Ich habe mir dann eine alte Außensicherungsringzange mit zwei Platten modifiziert (die welche über dem Schraubenzieher liegt). Ich bin dabei fast verrückt geworden. Das Einsetzen ist auch noch schlimmer als das Entfernen... 😠

Naja, Scheitern ist keine Option und am Ende war dann die Baugruppe wieder zusammengefügt:

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Das Typenschild will ich unbedingt erhalten. Bei mir ließen sich die Kerbnägel allerdings nicht hinter dem Schild raushebeln - ich musste sie aufbohren.

Stelle mir heut noch die Frage ob ich es nun patiniert oder poliert wieder anbringen soll 🤔
 
Neben dem Getriebe habe ich auch immer wieder am Lenkgetriebe gearbeitet. Manchmal ist es gut den Frust durch funktionierende Tätigkeiten vergessen zu machen.

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Ich habe mich nicht getraut den Kugelumlauf von der Lenkspindel zu nehmen.

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Und nach dem Sandstrahlen leuchtet das Alugehäuse wieder wie neu 😊

Das Zusammenbauen ging dann auch fast wie von allein weshalb ich vielleicht nicht so viele Bilder gemacht habe.

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Etwas schwieriger war die Feder unter dem großen Ganghebel wieder einzusetzen. Hier sind vier Hände gefragt...

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Ich ließ es mir aber dann nicht nehmen die beiden fertigen Baugruppen bei dem schönen Wetter noch zusammen zu fotografieren 😁

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Das nächste Mal kommt dann Farbe ins Spiel 😉

Grüße und bleibt gesund

Matthias
 
Hallo Fergusongemeinde,

Heute komme ich mal wieder dazu euch von meiner Restauration zu berichten. 

Während den Arbeiten an den beschriebenen Baugruppen ist meine Presse (20t) eingetroffen und ich habe es endlich geschafft die Kolben aus dem Motorblock zu bekommen:

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Es waren noch anderthalb Pleuel und zwei Kolben vorhanden. Die Kolben hatten wie sich herausstellte nun auch Fehlstellen zwischen den Aussparungen der Kolbenringe. Keine Ahnung warum die Bruchstücke nicht rauskamen aber wenn die mal jemand so wieder eingesetzt hat wäre das schon echt fahrlässig. Das war aber weniger tragisch, da im Motorüberholsatz ohnehin neue Kolben vorhanden waren und er ohnehin neue Buchsen bekommen sollte. Ärgerlicher war da schon, dass die Pleuel nicht mehr vollzählig vorhanden waren...

Der Motorblock ging dann zum Instandsetzer (Buchsen und Planschleifen). Zylinderkopf hat sich als unwirtschaftlich herausgestellt weil ein neuer inkl. Bestückung weniger gekostet hat als den Kopf alleine überarbeiten zu lassen.

Auch die Hebel der Bremsbetätigungswellen konnte ich mit dem Abzieher nicht runterbekommen. Eine Madenschraube musste ich vorher mit der Flex öffnen. Das Inbusgewinde war rund und der erste Torxbit ist mir darin abgebrochen. Das war dann quasi der Türöffner und die Madenschraube gab dann doch nach - den Hebel drückte dann die Presse aus. Manchmal muss man halt doch tricksen 😊

Hier noch das Bild vom letztendlichen Erfolg

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Ich nehm jetzt ausnahmweise die Reparatur des Bremshebels mit dem erkennbaren Einschnitt vorweg. Ich habe mich für das Verzinnen entschieden und war dann echt begeistert von dem Ergebnis.

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Haha - bei der Bildqualität sieht man dass da dann eine neue Kamera eingesetzt wurde 😅

Beim Verzinnen habe ich dann aber auch gelernt dass man danach die Stelle großzügig grundieren sollte da sich an der Stellen, wo die Verzinnungspaste angewendet wird, umgehend Rost bildet.

Ein Bild habe ich dann auch noch von dem Hydraulikbediensegment nachdem es vom Verzinken kam und montiert wurde. Entrostet habe ich es mit der Drahtscheibe und in den Ecken mit Sandstrahlpistole.

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Dahinter liegt der Seitendeckel des Zentralgehäuses mit der Zapfwellenverstellung.
 
Und dann machte ich mich an das Zugmaul.

Hierzu wird eine 52er Stecknuß benötigt. Ich habe das Zugmaul an einen großen Kipper gesteckt und mit einem 1,5m Hebel dann aufbekommen.

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Hier wollte ich es dann wissen und habe die Farbe ausprobiert. Hier noch mit der Sprühdose. Würde ich allerdings jetzt nicht mehr machen, da die Farbe aus der Sprühdose doch bedeutend schlechter hält als mit der Lackpistole und Härterzugabe.

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Montiert sieht es dann wieder top aus 🤩

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Soweit mal wieder für heute.

Schöne Grüße

Matthias
 
Hallo miteinander,

Heute mache ich mal wieder weiter und zeige Bilder meiner Restauration.

Wie oben beschrieben waren nun mehrere "große" Baugruppen fertig und dass nun der Rost nicht mehr angreifen kann machte ich mich ans Lackieren.

Die Teile habe ich mit Benzin und Silikonentferner nochmal gereinigt und aufgestellt.

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Ich habe die Baugruppen dann einzeln lackiert und noch die neuen verzinkten Schauben alle mit Zinkspray vorgrundiert.

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Mit der Lackpistole kam dann die Grundierung drauf

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Und zu guter Letzt in zwei Schichten das Stonelight Grey

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Überlegt euch das aber gut ob ihr das Lackieren in der Werkstatt machen wollt. Ich habe gefühlt heute noch nicht alle Reste des Lacknebels aus der Werkstatt rausbekommen. Dies war bei mir auch das letzte mal und alle weiteren Lackierungen habe ich draußen bei geeignetem Wetter vorgenommen.

Ich habe mich bewusst auch für die getrennte Lackierung entschieden, da ich an den Verbindungsstellen doch gerne die Verschraubungen hervorstechen sehe. So habe ich es mal bei einem Baumaschinenhersteller in der Nähe gesehen, der baut zwar größer aber mir gefällt es so besser - wenn es auch nicht gaaanz dem Original entspricht.

Man bekommt dann jetzt auch einen Eindruck wie die Farbe auf dem Traktor rauskommt:

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Das waren meine ersten Erfahrungen mit der Lackpistole. Da mir die Farbe dann auch zu langsam trocknete habe ich bei den weiteren Lackarbeiten immer Härter hinzugegeben. Zum Ausbessern, wie man hier vielleicht an den Zugmaulösen sieht (war wohl ein bisschen viel Reibung am Seil beim Umlegen), kam dann die Spraydose zum Einsatz.
 
Dann komm ich mal wieder zu etwas funktionalem - den Antriebswellen

Es ist ja schon wirklich nicht einfach den Schrumpfring und die äußeren Radlager von der Welle zu bekommen.

Die Schrumpfringe habe ich wie öfter hier auch aufgebohrt und mit einem Meißel dann gesprengt.

Für das Radlager habe ich den Tipp gefunden, die Welle umgekehrt auf einen Holzklotz zu schlagen. Da tat sich bei mir mal so gar nichts...

Ich habe dann aus einem Rohrflansch ein Zusatzgewicht für den Radlagerflansch gebaut und mit viel Mühe ging es dann raus.

Habt ihr da vielleicht noch weitere Ideen ohne Abzieher?

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Die übrig gebliebenen Radbolzen (oder was von denen noch da war) gingen dann gut mit einem Fäuselhammer raus.

Beim Einpressen der neuen Radbolzen kam aber meine Presse knapp an ihre Grenze. Vielleicht hätte ich an der Rädelung noch die Zinkschicht runtermachen sollen denn meine Presse hat an dem Auflageträger seither eine Durchbiegung. Die gehen verdammt schwer rein.

Zwischen dem Abnehmen der Radlager und dem Bolzen reindrücken bis zu den folgenden Arbeiten lag  so ein Jahr Zeit dazwischen.

Klar - die äußeren Wellendichtringe müssen in dem Zug neu gemacht werden und die Lagerringe hatten auch schon Schläge - also Radlager auch neu.

Die Lagerringe habe ich mit den alten Wälzlagern in den Radlagerflansch mit der Presse gedrückt.

Die Wälzlager dann Mithilfe eines alten Schrumpfringes auf die Antriebswelle.

Spannend war dann das Aufsetzen der Schrumpfringe. Ich habe gleich einen mehr als Reserve besorgt 😅

War dann bei einem Kumpel um mit dem Acetylen-Brenner den Ring richtig warm zu bekommen.

Aber nun die Bilder dazu:

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Er sagte noch - "Der lässt sich ja kalt nicht mal ansetzen, da müssen wir richtig Temperatur draufbringen..."

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Ich habe dann gleich mit einem Durchschlag und Hammer sichergestellt dass sie auch richtig auf dem Lager aufliegen.

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Das ging dann auch echt gut und den Reservering haben wir gar nicht gebraucht. Man fühlt auf der Welle dann die Wärme die der Schrumpfring an das Material abgibt. Nach einer Bierlänge sind die dann wieder kühl genug für den Transport.

Mit einem Lächeln auf dem Gesicht brachte ich die beiden Antriebswellen wieder heim in die Werkstatt 😊

Soweit für heute - Grüße an das Forum aus Oberschwaben

Matthias
 
Da hast du es mit der Temperatur aber gut gemeint. Ich hatte vorher gemessen und eine erforderliche Temperatur von nicht mal 500°C bestimmt. Auf der Herdplatte hab ich dann ca. 600°C erreicht,  das hat locker gereicht...

Deine Ringe haben ja weit über 1000° so wie das aussieht...

Bei mir hat das mit dem Aufstoßen übrigens gut funktioniert. Und die Lager gingen ganz ohne Kraft mit mäßiger Erwärmung in, bzw. auf den Sitz...

Radbolzen konnte ich übrigens relativ einfach mit der Mutter reinziehen. Seltsam, dass das bei dir so viel Kraft brauchte. Toleranzen?

Beim Lackieren bin ich den umgekehrten Weg gegangen. Zuerst draußen, aber dort war es zu unsauber, ständig Mücken drauf und Angst vor Niederschlag. Schlussendlich habe ich mir einen Lackierraum eingerichtet. Und ja, Lackieren in der Werkstatt ist - egal wie man es anstellt - eine riesen Sauerei ;-)

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Ich habe mir auf Youtube damals den Australier, welcher den Goldbauch restauriert hat, angeschaut und der hat‘s auch ordentlich glühen lassen 😅

Das hätte man konstruktiv wahrscheinlichauch mit einer großen Mutter lösen können - dann wär es auch wartungsfreundlicher bgzl. Nachfetten der Radlager. Und die kann man auch so Ausführen dass ein Wellendichtring abschließt.

Außer dem inneren Wellendichtring reibt ja nichts auf dem Schrumpfring und damit sollte die Hitze ihm nichts ausmachen.

Genau wie ihr es im Forum mit der Radmutter beschrieben habt hab ich es als erstes versucht - da versagte eher die Unterlagsscheibe bevor ich 2mm drin war. Ich vermute dass an meinen Radbolzen was faul war. Ich habe ja davor noch penibel drauf geachtet dass ich die ursprünglichen Rillen treffe beim Ansetzen.

Aber ja, die Antriebswellen haben mich lange beschäftigt - an vielen Arbeiten hat es einfach nicht gleich so geflutscht wie ich es mir vorgestellt habe.
 
Ich melde mich heute mal wieder um von meiner Restauration mit Bildern zu berichten.

Nachdem der Meilenstein mit den Schrumpfringen erledigt war habe ich mich gleich an die Montage der Antriebswellen gemacht.

Die Gewinde der Stehbolzen wurde alle nochmal nachgeschnitten und in den Lagerflansch gesetzt. Auch fand ich es nicht ganz einfach die Radlager zu fetten. Die sollten ja gut voll sein da diese erst bei einer Demontage wieder neu gefettet werden können - oder hat sich da mal jemand von euch versucht und einen Schmiernippel nachgerüstet?

Nun gut, ich habe mir zur Montage ein Magnetstativ mit Messuhr zugelegt. Ich meine ich habe das das Lagerspiel auf 0,3mm mittels der Distanzscheiben eingestellt. Das kann durchaus ein paar Versuche brauchen da man die Distanzscheiben auf beiden Seiten etwa gleichmäßig verteilen sollte. Das Bild soll anzeigen dass ich die Einstellung nur mit vier angezogenen Muttern vorgenommen habe.

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Und jetzt habe ich in meinem Archiv leider keine Fotos mehr gefunden von der montierten Bremse 😕

Quasi hier vorher:

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und nachher:

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An der Stelle war die Hinterachse fertig zur Vereinigung mit dem Getriebe.

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Bei Zusammenfahren ist es von Vorteil zu zweit zu sein und den Hydraulikdeckel abzunehmen. Auf die Fahrantriebswelle braucht man dabei gar nicht zu achten wenn man die Muffe zurückzieht - dann muss nur noch der vielverzahnte Zapfwellenantrieb fluchten.

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Man sieht nach dem Schritt dann dass es ein Traktor werden könnte 😊

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Kommen wir mal zum Motor...

Hier waren die Kolben fest in den Laufbuchsen und nur mit der Presse rauszubekommen. Die sahen auch über aus aber nicht weiter schlimm, da im Überholsatz da die neuen enthalten waren.

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Man beachte die Fehlstellen am hinteren Kolben. Die Bruchstücke waren aber nicht mehr da - hat da wohl jemand wirklich den Kolben nach einem Ringwechsel so wieder eingesetzt??

Naja, nach dem Sommerurlaub 2018 war der Block vom Instandsetzer mit neuen Buchsen bestückt und plangeschliffen.

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Sehr schön sieht man auf dem Bild die Spuren vom Hohnen.

So musste der Block nur noch sauber gebürstet und lackiert werden.

Da eineinhalb Pleuel nicht mehr vorhanden waren habe ich mir, zwecks Rundlauf, drei neue Pleuel gegönnt. Hier die montierten Kolben in vorbereitetem Zustand für die Montage:

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Und dann noch eine kleine Anekdote zum Einsetzen der Kolben. Eigentlich wollte ich mir beim LaMa einen Kolbenringspanner ausleihen. Samstag, viertel nach zwölf und da war dann zu. Ich ließ mich davon dann aber nicht abhalten und hab improvisiert. Um einen Stehbolzen hab ich ein Band von einer Schlauchschelle mit einem Draht gespannt und dann Ring für Ring eingesetzt. Dabei immer darauf geachtet dass ich die offenen Stellen der Ringe um ein Drittel des Umfangs versetzt - funktioniert wenn auch nicht so schnell.

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Am gleichen Tag habe ich mich dann auch gleich an die Kurbelwelle gemacht.

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Das Ölkännchen steht dabei das die Pleuellager unbedingt geschmiert werden müssen beim Einbau der Kurbelwelle. Beim ersten Anlaufen des Motors ist das Motoröl noch nicht überall dort wo es soll und trocken sollten diese nie laufen.

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Ich habe darauf verzichtet mit den Wachsstreifen das Lagerspiel zu prüfen da bei mir alle Bauteile neu waren. Das Drehmoment habe ich lieber einmal zuviel geprüft und dann die Plättchen umgebogen.

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Am Ende ließ sich die Kurbelwelle noch schön drehen und ich habe das Kurbelgehäuse zum Feierabend mit der Ölwanne abgedeckt.

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Nach etwas längerer Zeit melde ich mich heute wieder zurück.

Im Sommer habe ich aufgört mit der eingesetzten Kurbelwelle aber dann kam das schon oft diskutierte Thema mit der Dichtschnur.

Ich habe die Dichtschnur wie im RLF beschrieben in Motoröl ein paar Tage eingelegt und dann versucht sie in die Lagerschale einzudrücken. Das ging weniger gut. Was dann aber geholfen hat war die unzurecht eingedrückte Dichtschnur mit der Lagerschale an der Stelle wo sie hin soll mit einem Schonhammer vorsichtig auf die Kurbelwelle zu klopfen. Es kann ein paar Versuche brauchen bis die Dichtschnur auf beiden Seiten den gleichen Überstand hat. Und ja - ich habe nachdem die Schnur in der Lagerschale war auf beiden Seiten ein wenig (weniger als 1mm) abgezwackt. Mit den Schrauben sollten die beiden Lagerschalenhälften ja schon auf Kontakt zusammengehen. Was soll ich sagen - bei mir ist noch alles dicht obwohl hier im Forum dringlichst darauf hingewiesen wurde dass hier auf keinen Fall gekürzt werden darf.

Fummelig war auch noch das Verschrauben am Motorblock.

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Die Dichtschnüre und Schalen kann man noch ohne die Ölwanne dranmachen, da die Lagerschalen auf dem hinteren Lagerbock abdichten.

Jetzt war noch die letzte Chance die neue Ölpumpe einzuschrauben und die Leitungen zu verlegen. Die Ölwanne wurde nur mit 4 Schrauben zum Drehen des Motors fixiert.

Den Adapterflansch zum Getriebe habe damit die Ölwanne später bündig zum Motorblock sitzt als erstes angebracht.

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Leider habe ich hiervon keine Fotos mehr vom Vorbereiten und Anschrauben des Steuergehäusekörpers und Abdichten der Ölwanne...

Aber weiter zur Schwungscheibe. Da war ich erst mal überrascht dass mir beim Auseinanderbauen der kaputte Zahnkranz nicht aufgefallen ist.

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Kommt ein solcher Schaden vom Anlasser allein?

Das Risiko das der Anlasser dann nicht richtig greift war mir zu groß und so habe ich den Zahnkranz mit dem großen Splitreiber abgeschlagen, einen neuen Kranz sowie ein neues Lager beschafft. Nachdem das Schwungrad gereinigt war und das neue Lager mit der Presse eingedrückt war haben wir zu zweit den neuen Kranz warm gemacht. Das ging sogar mit zwei Butangasbrennern und der Kranz war auf den ersten Versuch drauf.

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So sieht das montierte Schwungrad dann auf dem Motor aus (Sicherungsbleche umbiegen dann nicht vergessen 😊)

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Zylinderkopf und -deckel sind hier nur Steuergehäusedeckel sind hier noch nur "aufgelegt"
 
Vielen Dank für den Bericht, dadurch aknn man viel lernen!

Gruß Mike
 
Hallo Mathias,

schöner Bericht über eine Wiederbelebung.

Ich hoffe, dass die die Steckachsen nicht rauslaufen, nachdem die Schrupfringe ausgeglüht sind.

Weiter viel Erfolg.

Grüßle

Peter
 
Hallo mal wieder - war ja jetzt ne Weile her dass ich geschrieben habe...

Ich mach aber dann auch an der Stelle weiter an der ich letztes mal aufgehört hab. Kupplung kommt heute dran.

Ich habe vom Abdichten des Steuergehäusedeckels und der Ölwanne leider keine Bilder da es da bei mir immer ein wenig hektisch abläuft wenn ich mit Dichtmasse arbeite und die Finger auch vielleicht zu verschmiert sind um zwischendurch Fotos zu machen 😅

Die Finger zeigen noch nach oben wenn die Kupplung nicht in das Schwungrad eingebaut ist.

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Dann habe ich noch eine Nahaufnahme gemacht damit ich die Federn an den Kupplungsfingern schnell wieder eingefädelt bekomme.

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Auch ist es ratsam, seitlich zu überprüfen ob schon Markierungen an der Kupplung gemacht wurden (wenn die Kupplung schon einmal auseinandergebaut wurde) oder man macht sich selbst mit dem Körner welche rein - das ist wohl die beste Möglichkeit, Unwucht durch die Kupplung zu verringern.

Die drei Bolzen können können rausgetrieben werden ohne dass einem die Kupplung um die Ohren fliegt. Und nach dem ich die Deckplatte abgenommen hatte kam zu Vorschein was ich bis heute nicht so richtig glauben kann: Die Tellerfeder und die Zwischenplatte waren falsch herum montiert...

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Und trotzdem soll die Zapfwellenkupplung bis zum Schluss funktioniert haben 🤨

Naja, wie auch immer.

Die Scheiben unter den Federn sollten nach einiger Zeit auch neu - bei mir sind etwa ein Drittel zerbröselt beim rausnehmen. Ich habe dann alle Teile mit der der Bürste sauber gemacht und darauf verzichtet sie sandzustrahlen. Mit dem Kriechöl eingeölt und mit neuer Zapfwellenkupplungsscheibe aufeinandergestapelt.

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Mein Vater hatte leider nur roten Bremssattellack da und weil ich hier nicht nochmal warten wollte sind die Federn bei mir jetzt rot 😁

Was dann wirklich richtig gut funktioniert hat - ich hab mir vorab schon eine 1/4" UNC Gewindestange besorgt und drei Stücke abgeschnitten. Durch die drei Montagelöcher und die passenden Muttern kann man dann die Deckplatte gleichmäßig nach unten spannen bis die Bolzen passen und in aller Ruhe und Platz die Fingerfedern mit den Bolzen montieren.

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Bei der Montage der Kupplung achtet man noch auf die Markierungen am Schwungrad (wenn bei Demontage auch gemacht), setzt die drei Abstandsplättchen und bedient sich wie schon oft im Forum berichtet dem Kupplungsdorns. Dieser setzt die Fahrkupplungsscheibe zwischen Schwundrad und Kupplungsautomat konzentrisch.

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Jetzt ist der Zeitpunkt den Kupplungshub einzustellen wie im RLF beschrieben. Die Einstellschrauben an den Kupplungsfingern habe ich nach Gefühl auf eine gleichmäßige Höhe gebracht. Im RLF steht was von einer Lehre die ich natürlich nicht hatte. Vllt kann hier im Forum ja mal jemand das Maß ab der Motorflanschplatte teilen.

Wenn die Kupplung fertig montiert ist kann "geheiratet" werden 😃

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Wir waren dabei zu dritt und haben es mit dem Motorhebekran gemacht. Dabei muss man schon darauf achten dass beim anheben der Motor absolut waagerecht hängt. Gut die Trennvorrichtungen gibt es ja nicht umsonst...

Aber das war‘s mal wieder für heut und ich hoffe bis zum nächsten Eintrag habe ich nicht wieder so ne lange Zeitspanne hin.

Grüße aus Oberschwaben 😉
 
Hallo,

Der Schlepper ist ja nicht wiederzuerkennen.

Sehr gute Arbeit,mein vollster Respekt!

Grüße Jens
 
Wow Hab den Bericht gerade erst gefunden. Dachte meiner wäre ein Trümmerhaufen, gab kein Lenkrad oder Gasgestänge von einer verkabelung mal ganz abgesehen.

Es gibt immer einen der es härter bringt. Respekt und weiter so.

Gruß aus der Wetterau
 
Hallo zusammen,

Heute melde ich mich mal wieder zurück - natürlich ein wenig geschmeichelt von eurem Feedback 😊

Von nun an geht die Bildfolge vermutlich ein wenig schneller da ja jetzt an den Rumpf hauptsächlich rangebaut wird.

Mein nächster Schritt waren die beiden Bremspedal. Sieht trivial aus aber bis man mit Ausgleichscheiben und der Feile die beiden Pedale auf einer Höhe hat kann gerne mal (so zumindest bei mir 😆) vergehen. Zum x-ten Mal hat es mir dann gepasst:

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Die Montage der Einspritzpumpe wurde ja auch schon des öfteren hier im Forum diskutiert. Ich habe zuerst die Einspritzpumpe an sich mit der Markierung links bündig zu der Markierung auf dem hinteren Steuergehäuse montiert. 

Danach konnten die Zahnräder anhand der Markierungen im Steuergehäuse ausgerichtet werden und das Antriebsrad der Einspritzpumpe montiert werden. Bei mir hatte ich das Antriebsrad der Nockenwelle und der Kurbelwelle schon auf die Markierung des zentralen Rades vorab gebracht. Ansonsten empfielt es sich das zentrale Steuerrad als letztes zu montieren.

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Neue Förderpumpe und der vorab vermisste Anlasser:

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Die Räder waren mittlerweile vom örtlichen LaMa auch schön montiert.

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Dann konnte der Fergy zumindest hinten wieder auf eigenen "Beinen" stehen:

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Zu der Kühlwasserpumpe vorne muss ich auch noch sagen dass diese neu ist da mir bei der Demontage der "alten" ein Maleur passiert ist. Als ich damals das Flügelrad der Pumpe vom Presssitz hebeln wollte ist das Ding ziemlich einfach gebrochen. Auch habe ich damals (so wie auch heute) das ominöse Loch darin nicht deuten können. Wurde ja auch schon im Forum diskutiert. Ich habe es damals als Frostschaden abgetan...

Nach der Montage der Wasserpumpe gleichzeitig mit dem Steuergehäusedeckel konnte ich die Kühlerschläuche anbringen. Mein Mittel der Wahl war Vaseline - habt ihr dazu noch einen besseren Tipp vielleicht? 

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Den Krümmer habe ich mit scharzem Auspufflack besprüht. Mal sehen wie lange der hält...
 
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