MF 155 - wenig Öldruck aufgrund Kurbelwellenlagerschaden

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clausweb

Gast
Hallo,

wir haben seit ein paar Jahren einen MF 155 der laut Vorbesitzer wenig gearbeitet hat und überwiegend nur zum Hänger umstellen genutzt wurde. Der Tachometer zeigt mittlerweile ca. 1.900 Std.

Neulich ist mir aufgefallen, dass der Öldruck im warmen Zustand sehr niedrig ist - zwar noch im grünen Bereich, aber immer kurz vor rot.

Ich habe den Schlepper daher zu einen Bekannten gebracht, der Landmaschinenmechaniker gelernt hat. Er hat den Motor aufgemacht und die Ursache gefunden. Fast alle Kurbelwellenlagerschalen sind kaputt und deren Bronzegleitschicht ist regelrecht herausgebrochen, als wenn die Kurbelwelle gefressen hätte. Die Kurbelwelle weist aber glücklicherweise keine Riefen, Kratzer oder andere Schäden auf. Sie sieht augenscheinlich aus wie neu. Er meinte so etwas hätte er bei einem Perkins-Motor in seinen 40 Berufsjahren noch nicht erlebt.

Auch findet er es merkwürdig, was da für Lagerschalen verbaut wurden. Er meinte es wären keine Originale von Perkins - zumindest sei ein Zeichen eingestanzt, welches nicht von Perkins sei. Außerdem ist eine .010 eingestanzt. Er vermutet, dass es sich daher um Übermaß-Lagerschalen eines Zulieferes handelt und die Kurbelwelle schon mal geschliffen bzw. neu gelagert wurde.

Das wäre bei so wenig Stunden aber doch mehr als abnormal, genau wie der jetzige Lagerschaden. 1.900 Std. sind für einen solchen Motor doch fast garnix. Es kann höchstens sein, dass bei den Stunden gedreht wurde und der Motor tatsächlich viel mehr gelaufen ist. Damir wären wir dann vom Vorbesitzer beschissen worden.

Ich habe euch mal Bilder der Lagerschalen angefügt. Was meint ihr dazu? Sind es Originale bzw. ist davon auszugehen, dass die Kurbelwelle bei so wenig Stunden schon mal gelagert wurde?



Grüße und vielen Dank im Voraus!

Claus
 
Hallo,

also ich muss das noch etwas präzisieren: Der Schlepper wurde vor ca. 20 Jahren von meinem Vater bei einem Händler gekauft. Mein "LAMA" war damals beim Kauf dabei und hat den Traktor wärmstens empfohlen. Er hatte zu dem Zeitpunkt ca. 1.700 Std. Mein Vater hat dann beim Vorbesitzer in Norddeutschland angerufen. Der meinte ,dass der Schlepper nie groß im Einsatz war und nur zum Hänger umstellen o. ä. genutzt wurde. Daher hat mein Vater zugeschlagen.

Der Traktor wurde übrigens angeschafft, da unser alter John Deere den Geist aufgegeben hatte und wir einen Traktor brauchten um den Milchwagen vom Hof zum "Parkplatz" des Milchautos zu fahren (ca. 400 Meter). Ein Jahr nach Erwerb des Traktors haben wir die Kühe abgeschafft. Anschließend wurde der Traktor nur noch ab und zu gebraucht, um Grünschnitt, Äpfel o. ä. wegzubringen. Er wurde hier aber nur über kurze Strecken bewegt. Teilweise stand er auch mal mehr als ein vierteljahr unbenutzt. Die letzten 3 Jahre habe ich ihn dann zum Holzmachen eingesetzt - aber auch nicht so oft, da ich nur max. 20 Meter pro Jahr im Durchschnitt gemacht habe.

Also von den Stunden könnte es also gut hinkommen - auch dass er bei uns nur rund 200 Std. gelaufen ist. Bei uns hat der Schlepper nie was arbeiten müssen!!!

Grüße
Claus
 
Hallo Claus,
tja, ich sag‘ mal bei Gebrauchten aus unbekannter Herkunft ist doch so ziemlich alles möglich.

Und der Händler von damals, der den in Zahlung genommen hat, der weiß doch auch nicht wie mit dem Schlepper umgegangen wurde.
Natürlich es sei denn, er wurde mal von Ihm repariert...

Und wie soll sowas bei 1700h vorkommen (wenn denn die Stunden stimmen?):
z.B. einmal beim Ölwechsel nicht aufgepasst, die alte Dichtung vom Filter-Flansch nicht abgenommen -> zwei Dichtringe übereinander-> Öl pisst zwischen den Dichtungen raus -> nicht mitbekommen -> Motor im A...

Aber warum jetzt die anscheinende, damalige Reparatur nun auch nicht so ganz hingehauen hat, keine Ahnung?
Evtl. mangelhaftes Lager-Material, oder falsches Handling bei der Reparatur?

Messt doch mal die Kurbelwelle nach, ob die überhaupt passend geschliffen ist, für eine 0.01‘er Lagerschale.

Wie sieht denn der Rest vom Motor aus, Pleullager, usw.?

Ansonsten, freue Dich lieber, das Problem hast Du ja noch rechtzeitig bemerkt und ein teurer Schaden wurde so vermieden.

Gruß Ede
 
Hallo,

ja ich bin wirklich froh, dass wir den Schaden noch rechtzeitig entdeckt haben. Bis auf den niedrigen Öldruck lief der Motor nämlich immer 1a!!! und sprang auch immer sofort an....

Wir bauen heute die Kurbelwelle aus. Ich sag meinem Bekannten, dass er sich die Pleullager auch mal anschauen soll. Am besten man tauscht diese gleich mit, kann ja nicht die Welt kosten. Die Kurbelwelle bringen wir zu einem Motorinstandsetzer wg. Vermessen....

Also wenn ich dich jetzt richtig verstanden haben, gehst du auch davon aus, dass es sich bei den 0,01er Lagerschalen um ein Übermaß handelt und diese daher schon mal getauscht wurden?
 
So....

die Kurbelwelle ist draußen. Die Pleullager waren übrigens auch in Mitleidenschaft gezogen und müssen ebenfalls erneuert werden. Ich war daher heute mit der KW beim Motorinstandsetzer (Josef Lang, Reinheim bei Darmstadt). Der meinte, dass die KW sicher schon mal gelagert wurde. Bei den Lagerschalen handelt es sich nämlich wie schon vermutet um Übermaßlagerschalen des deutschen Herstellers Glyco - also definitiv nicht von Perkins. Er hat gleich die KW vermessen, da augenscheinlich außer ein paar blaue "Laufspuren" nichts erkennbar war. Vom Durchmesser wurde die KW vom Vorgänger passend nach Maß geschliffen - evtl. ein kleines bischen zu stramm (ca. 1,5 hundertstel). Allerdins lief die Welle nicht rund. Sie hatte 15 hundertstel Höhenspiel, was fast doppelt so viel ist wie zulässig. Er meinte, dass sich das natürlich auch auf die Lager auswirken kann....

Ende vom Lied: Die Kurbelwelle wird an den Hauptlagerstellen geschliffen, an den Pleullagerstellen reicht vermutlich polieren. Dann bauen wir sie wieder mit neuen Lagerschalen und neuen Dichtungen ein. Zusätzlich bekommt der Fergi eine neue Ölpumpe spendiert. Dann sollte eigentlich wieder alles im Lack sein.
 
Hallo Claus,
die Traktormeter der 100er Serie sind leider nur vierstellig.
Nach 9999 Stdn. fangen die wieder von vorne an.Zu deinem Schadensbild passen also eher 11.900 Stdn., und das auch nur bei schlechter Pflege(Wartungsintervalle). Vergiss die Märchen, die Vorbesitzer (war der Vorbesitzer denn überhaupt der Erstbesitzer?) und Händler erzählen.Hast du von selbigen schon mal gehört:Der Traktor wurde permanent an seiner Leistungsgrenze mit Ölwechsel max.
alle 1000Std. benutzt?
Nö, oder? Die sind alle "scheckheftgepflegt" und mußten nix arbeiten.
Wünsche dir, daß dein 155er mit neuen Lagerschalen wieder lange zu deiner Zufriedenheit läuft.
Gruß +Matthes+

P.S." Der Schlepper wurde vor ca. 20 Jahren von meinem Vater bei einem Händler gekauft. Mein "LAMA" war damals beim Kauf dabei und hat den Traktor wärmstens empfohlen."
Händler u. LAMA waren also nicht identisch? Hatte einer von den beiden seinen Firmensitz in Büttelborn?
 
Hallo zusammen

Für so seltsam halte ich das nicht mit den 1900 Std.
Im Winter schnell anschleppen mit dickem Öl und dann wenn er kommt Vollgas, da könnte der Ölfilm schon reißen, zB.
Meiner ist 38 Jahre alt und hat 3850 Std drauf.
In der Nachbarschaft läuft ein 35er Schlüter ca 45 Jahre mit weniger Std als meiner.
Beispiel Motorschaden: Mit 13 Jahren und etwa 1500 Std war bei mir der Unterdruckschalter vom Luftfilter gebrochen und der Motor saugte durch das kleine Loch den Ackerstaub ein, ich hatte keine Ahnung wie lange schon aber der Motor hatte eine Schramme abbekommen.
Damals bekam er neue Kolbenringe, das hielt 28 Jahre bzw 2300 Std.
Im Feb. 2012 neue Kolben Büchsen usw.
Soviel zu Motorschaden mit wenig Std.
Wenn bei Claus 12000 Std drauf sind müsste man eigentlich Abnützungen erkennen Sitz, Lenkung, Lenkrad, ausgeleierte Schaltung, Unterlenker Kugeln, Frontscheibe, Verdeck, Gesamter Eindruck.
Ein Schlepper mit 12000 Std sieht anders aus als einer mit 2000 Std.
Auszuschließen ist allerdings nicht dass er 12000 drauf hat.
Soweit meine Meinung

Gruß Georg
 
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