MF 158 Hydraulikproblem

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theyse

Gast
Hallo,

ich habe ein (oder mehrere?) Probleme mit der Hydraulik an meinem MF 158.

Kleine Geschichte vorab: ich habe den Schlepper mit einem Getriebedefekt gekauft. Das Planetengetriebe der Gruppenschaltung war defekt. Habe mir ein Ersatzteil besorgt und den Schlepper getrennt und eingebaut. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mir überhaupt keine Gedanken um die Hydraulik gemacht, denn die hatte aus meiner Sicht einwandfrei funktioniert. (Ich habe ansonsten zwei Deutz-Schlepper und die sind irgendwie keine richtige Vergleichsmöglichkeit, da die Unterschiede gerade bezüglich Hydraulik zwischen diesen beiden Marken doch erheblich sind.) Kurz und gut: Getriebe repariert, Schlepper wieder zusammengeschraubt und mit der Restauration angefangen. Hier habe ich dann den Fehler gemacht, dass ich nicht mal zur Probe etwas an die Hydraulik gehangen habe.
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Zu meinem Problem: Nach mehr oder minder großen Problemen mit der Elektrik des MF, die ich zuerst lösen musste, habe ich jetzt eine uralte Wiesenwalze an die Hydraulik gehangen, die nicht besonders schwer ist. (Mein Deutz-Fahr D4007 mit 35 PS hebt die locker im Standgas - keine Wertung, nur eine Feststellung.) Der MF158 hebt die Walze im Standgas fast nicht, wenn man Gas gibt, geht sie nach oben. Zudem ruckelt/rubbelt die Hydraulik beim hochgehen. Keine großen Stöße, aber ein deutlich spürbares Ruckeln/Rubbeln. Was ich so irgendwie gar nicht verstehen kann, ist dass der MF beim Treten der Kupplung dann die Hydraulik ablässt und die Walze bei nicht veränderter Hebelstellung senkt. Hebelstellungen: Hebel mit dem runden Knauf auf "Flach" ganz hinten. Hebel mit dem vierkantigen Knauf im Segment "Transport Auf bis Ab". Kann es sein, dass ich beim Zusammenbauen des Schleppers etwas hätte beachten müssen? Wie wäre Eure Empfehlung in diesem Fall?

Ich habe mir schon ein paar Foreneinträge von Leuten mit ähnlichen Problemen durchgelesen und komme irgendwie immer auf die inneren oder äußeren Einstellungen, oder undichte O-Ringe des Steigrohres, oder Erneuern der Hydraulikpumpen-Kolben. Da ich den Schlepper natürlich ungern noch einmal trennen möchte, könnt Ihr mir vielleicht ein paar Tipps geben, was ich noch zuerst ausprobieren kann.

Vielen Dank und viele Grüße

Theyse (Mario)
 
Hallo,

Erstmal kligt das nach einer Undichtigkeit, da er kaum druck aufbaut (kaum hebt) und dann bei getretener Kupplung (also Pumpe aus) die Last schnell absenkt.

Dadurch dass er die Last schnell absenkt würde ich die Fehlersuche hinter der Pumpe beginnen.

Steigrohr ist ziemlich einfach zu prüfen. Den kleinen Deckel oder Umschaltblock unter dem Sitz abschrauben, Rohr rausziehen, neue O-Ringe drauf und wieder einsetzten.

Wenn du einen Umschaltblock unter dem Sitz hast, dann die Last anheben, Umschalten und erst dann Kupplung treten.

Geht die Last dann schnell runter, dann ist nach dem Block was undicht. In dem Falle würde ich vom Hubkolben ausgehen.

Sind irgendwelche Abzweigungen, Abgänge, o.Ä. verbaut, die evtl. das Öl ableiten (z.B. Frontlader....)

Übrigens, wenn du die Kupplung nur halb trittst dann trennt die Fahrkupplung und die Zapfwelle und Pumpe laufen noch.

Stell doch mal ein paar Bilder des Treckers ein, vielleicht fällt uns dann noch was auf.

Gruß,

MHF
 
Hallo MHF,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Das Steigrohr habe ich versucht raus zu ziehen. Das geht bei mir nur ein kleines Stückchen und dann kommt ein Widerstand und ich komme nicht weiter. Soll ich da mal richtig fest dran ziehen, oder was kann man da machen? Sind das eigentlich baumarktübliche O-Ringe, oder hole ich die lieber beim Freundlichen?

Viele Grüße

Theyse (Mario)
 
Nein Mario,

nicht fest dran ziehen. Der 158 hat einen Zugkraftverstärkerbereich, da geht das Steigrohr nicht raus, ohne den Hydraulikdeckel abzunehmen.

Gruß +Matthes+
 
Hallo Mario , Den O-Ring  MF-NR 195561M1 Steigrohr  9,5x1.6MM  kannste beim Hydraulik -Fachman holen . Aber Kein billig China zeug einbauen . Heigl aus Ebay wird den auch haben . Oder Unten mal Kuken hier im Forum wer liefert was !!!!  Die können auch helfen !!!   Gruß  Didi .
 
Hallo,

also wenn ich das Steigrohr unten aus der Pumpe ziehe hat es einen starken "gummiartigen" Widerstand, der vermuten lässt, dass der untere O-Ring noch gut abdichtet. Oben sieht es eigentlich ganz genau so aus, da muss man den Deckel mit einem gut zu spürenden Widerstand auf das Steigrohr drücken. Von daher würde ich sagen, dass die O-Ringe des Steigrohres heil sind. Ich denke, dass ich mir morgen trotzdem neue besorgen werde und sie reinmache. Kann ich den unteren O-Ring des Steigrohres erreichen, wenn ich den Deckel der Reaktionsregelung abmache? Muss ich dafür das Öl ablassen?

Wenn es nicht die O-Ringe des Steigrohres sind, was sollte ich Eurer Meinung nach als Nächstes prüfen?

Viele Grüße aus der Eifel

Theyse
 
Die Wiesenwalze, die ich meine, sieht man hier auf diesem Foto. Wie schon geschrieben, bin ich den Schlepper momentan am restaurieren. eup-1127402951-d14716c45acfb347797749449dd08383-1461249951_big.jpg

Ich denke, dass die Walze vom Gewicht her ein Witz sein sollte für den Schlepper...
 
Hallo Mario , Mach beide neu !!!  2Stück sollten nicht mehr als 3Euro kosten !! Dann haste Ruhe
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Hi Mario,

hast du einen Steuerblock unter dem Sitz oder ist auf dem Steigrohr nur der Deckel drauf geschraubt?

Gruß,

MHF
 
Hallo MHF,

bei mir ist nur der Deckel drauf geschraubt. Ich habe auch keine anderen Abzweige dran, also Kipperschlauch oder ähnliches...

Viele Grüße

Theyse (Mario)
 
Hallo Mario,

wie Matthias (mhf) schon schreibt, sieht das nach einer größeren Undichtigkeit aus.

Vorab die Soll-Daten:

Heben der Ackerschiene: 4-6 Sek bei 1500 U/min

Absenken ( bei Motor aus): 6 - 15 mm/min.

Mögliche Undichtigkeiten/Leckölverluste innerhalb des Gehäuses:

Steigrohr- O- Ringe wurden schon erwähnt.

Der 158er hat ein Zugkraftverstärkerventil. Um dieses anzusteuern, sitzt am Steigrohr ein kleiner Vierkant, von dem aus eine Leitung

zum Membrangehäuse desselben geht. (Deswegen kannst du auch das Steigrohr nicht rausziehen). Wenn nun die Membran im Ventil defekt/gerissen ist,

fließt dort ein Teil des Öls direkt zurück ins Getriebe. Daher möglicherweise die langsame Hub- und schnelle Senkgeschwindigkeit bei dir. Natürlich kann auch die Leitung dahin

eine mögliche Fehlerquelle sein.

Zu deiner Frage: Du kannst das mit Hilfe eines kleinen Spiegels oder Endoskops durch den "Reaktionsregelungsdeckel" anschauen. Ich würde gut die Hälfte des Getriebeöls

ablassen, dann siehst du besser, ob und wo was eventuell rausspritzt.

Die dritte und letzte mögliche Fehlerquelle in der hydraulischen Reihenfolge wären dann die Kolben-/Dichtringe des Hubzylinders.

Bilder dazu gerne, wenn du mir per pm deine Mailadresse schickst.

Gutes Gelingen!

Gruß +Matthes+
 
Hallo Mario,

hoffe, die erste Seite ist per Mail bei dir angekommen. Mehr geht nicht.

Das mürbe Papier ist im Papiereinzug des Scanners verschwunden und sorgt nun für Stau :(.

Beste Grüße +Matthes+
 
Hallo Matthes,

das ist aber Mist. Ich hoffe, dass Du das Teil noch frei bekommst. Wollte Dir keine Unanehmlichkeiten bereiten.

Viele Grüße

Theyse (Mario)
 
Hallo Mario,

kein Problem. Du kannst ja nix dafür daß ich noch mit Rep-Handbüchern arbeite, die auf Pergament geschrieben sind
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.

Habe auch alles wieder flott. Melde dich, wenn du noch was brauchst.

Gruß +Matthes+
 
Hallo,

ich habe mir mal den Querschnitt und die Arbeitsweise der Hydraulik näher angesehen. Meine Frage an die erfahrenen MF-Fahrer: Wenn die O-Ringe von dem Steigrohr undicht wären, würde dann die Hydraulik überhaupt hochgehen?
Das Ruckeln beim hochgehen, das schnelle Ablassen beim ganz einkuppeln und die Tatsache, dass die Hydraulik sich bei angehobener Last und nicht veränderter Hebelstellung im Standgas langsam absenkt spricht doch fast eher dafür, dass irgendetwas mit der Pumpe nicht stimmt, oder sehe ich das verkehrt?

Viele Grüße

Theyse (Mario)
 
Hallo Mario,

" Wenn die O-Ringe von dem Steigrohr undicht wären, würde dann die Hydraulik überhaupt hochgehen?"

Ja natürlich, solange die Fördermenge der Pumpe mögliche Leckölverluste überschreitet.

Das Ruckeln beim hochgehen, das schnelle Ablassen beim ganz (aus-) einkuppeln und die Tatsache, dass die Hydraulik sich bei angehobener Last und nicht veränderter Hebelstellung im Standgas langsam absenkt spricht doch fast eher dafür, dass irgendetwas mit der Pumpe nicht stimmt, oder sehe ich das verkehrt?

Ja, das siehst du verkehrt, siehe oben! Die Fördermenge der Pumpe sinkt doch mit der Drehzahl (Standgas). Und wenn dann die Leckölverluste größer sind als die Fördermenge, lässt die Hydraulik ab.

Ist doch logisch, oder?

Gruß +Matthes+
 
Hallo Matthes,

ja - klingt logisch, was Du da schreibst. Ich überlege, wie ich es am Besten mache. Ich lasse ca. 5-10 Liter Getriebeöl ab, dann demontiere ich den Deckel der Reaktionsregelung. Dann lass ich den Schlepper laufen und gucke mit einem Endoskop, wo die Leckstelle ist. Komme ich eigentlich an den unteren O-Ring des Steigrohres und an den Filter der Pumpe bei demontiertem Deckel?
Ich bestelle jetzt mal ein Endoskop... die Dinger kosten ja überraschend wenig.

Viele Grüße

Theyse (Mario)
 
Hi Mario,

alternativ kannst du auch mi dem rechten Hinterrad  auf eine "Rampe" fahren, dann braucht man kein Öl ablassen.

Gruß,

MHF
 
Hallo MHF,

das ist ja eine gute Idee. Ich habe tatsächlich so etwas ähnliches wie eine Rampe zur Verfügung. (Die Futterkrippe von meinem alten, nicht mehr genutzten Stall.) Sobald das Endoskop da ist (morgen) werd ich mich nach der Arbeit ans Werk machen...

Viele Grüße

Theyse (Mario)
 
Hallo Mario,

berichtest du dann bitte mal über deine Ergebnisse, weil ich auch schon einige Zeit mit der Anschaffung eines Endoskops liebäugele.

Welche Version hast du gewählt? Nur Kamera fürs smartphone oder eigenständiges Gerät mit Display und USB-Anschluß für Übertragung auf einen

größeren Bildschirm? (Sehe ja nicht mehr so gut :-))

Natürlich auch über deine Erkenntnisse in Sachen Hydraulikfehler.

Beste Grüße +Matthes+
 
Hallo Matthes,

ich habe dieses Endoskop hier heute bekommen: http://www.amazon.de/Millionen-Endoskop-Kamerakopf-Einstellbare-Inspektionskamera/dp/B00X960CBE/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1461701065&sr=8-1&keywords=endoskop

Bei einem Preis von 22€ kann man natürlich jetzt nicht ein Hochleistungsteil erwarten, aber für den Zweck hier war es absolut in Ordnung. Da ich etwa 9 oder 10 Notebooks habe, war für mich eine Smartphone-Kompatibilität nicht von Nöten. Also - das gute alte Thinkpad T61 mit Windows 7 ausgepackt, angeschlossen - keine Probleme. Kameraqualität mäßig, die LED‘s sind regelbar hell. Kurz - man kann damit arbeiten, aber es gibt bestimmt (sehr viel) bessere. 

Ich habe den MF dann in meinem alten Stall auf die abgeschrägte Futterkrippe gefahren. Zusätzlich noch ein Klotz drunter, dann hat er so schräg gestanden, dass ich kein Öl ablassen musste. Dann hab ich Trittblech und den Deckel der Reaktionsregelung abgeschraubt. Endoskop rein. Alles versucht zu checken, hier offenbarte sich dann die meiner Meinung nach größte Schwäche des Endoskops, nämlich dass es nicht steif genug ist - also ich meine das Kabel. Kann man sicher mit einem Draht versuchen zu regeln - dafür fehlte mir aber die Zeit und auch die Lust. 
Hab den MF dann mal laufen lassen - vorsichtig das Endoskop rein - konnte so auf den ersten Blick aber keine großen Undichtigkeiten finden. Am Steigrohr (oben) habe ich dann mal den O-Ring und den Haltering vom freundlichen MF-Händler montiert. Unten am Steigrohr kann man das erneuern des O-Ringes und des Halteringes aber getrost vergessen - das ist durch den Deckel der Reaktionsregelung einfach nicht zu bewerkstelligen - jedenfalls finde ich das dermaßen eng, dass das wohl nicht geht. Also - Deckel wieder drauf, MF gestartet - mit meinem Gewicht auf die Unterlenker und die Hydraulik hochgemacht. Subjektiv hat sich das leichte Ruckeln etwas verbessert. Ich kann das aber erst morgen ausprobieren - dann hänge ich meine Wiesenwalze nochmal dran und versuche nochmal. 

Ich denke, dass ich nicht drum rum kommen werde, einen Manometer zu besorgen und anzuschließen, um die Pumpenleistung mal zu überprüfen. 

Viele Grüße

(Theyse) Mario
 
Hallo Mario,

ich hoffe, es ist für dich okay, wenn ich hier für die anderen Nutzer abseits unserer diversen Mails das "Happy End" berichte.

Mario hat, unter den erschwerten Bedingungen mit dem "Vierkant" am Steigrohr die O-Ringe desselben erneuert.

Nun funzt alles wieder :-):-)

Gruß +Matthes+
 
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