MF 40R Hardyscheibe Antrieb Hydraulikpumpe defekt

Henry01

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Njutånger, Schweden
Beim Ausgraben einer Baumwurzel roch es plötzlich stark nach verbranntem Gummi und die Kabine war voll mit Rauch. Bei laufendem Motor ausgestiegen, aber ich konnte nichts feststellen. Dann hatte die Hydraulik plötzlich keine Kraft mehr. Au weia, was ist das nun wieder???
Es hatte sich die Hardyscheibe, welche die Kurbelwelle mit der Antriebswelle der Hydraulikpumpe verbindet, zerlegt.:cry: Da diese genau unter dem Kühlerlüfter sitzt, konnte ich bei laufendem Motor von außen nichts sehen - der Lüfter hat den Qualm direkt in die Kabine "geweht".
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Die Schraubenköpfe haben eine tiefe Spur ins Gummi gefräst...IMG_0255.webp
Eine Anfrage bei L.O.G Heigl ergab, dass das Teil nicht mehr lieferbar ist. In den USA habe ich es bei ebay gefunden, für ungefähr 100€ inkl. Versand. Allerdings gefiel mir die Konstruktion nicht: Eine massive Metallscheibe mit dem Innengewinde für die Pumpenwelle und drei kleinen eingesetzten Gummibuchsen für die Schrauben an der Kurbelwelle. Die Scheibe soll ja nicht nur Fluchtungsungenauigkeiten ausgleichen, sondern auch Schläge und Vibrationen dämpfen. Also selber Gedanken machen :unsure: Bei der originalen Scheibe war das Gummi zwischen die beiden Stahlscheiben vulkanisiert. Die Hauptproblematik lag darin, dass die Platte mit dem Innengewinde so dicht am Vorderachskörper läuft, dass kein Platz für Schraubenköpfe ist.
Erstmal alles zerlegen - inzwischen weiß ich aber, wie man die Scheibe (und auch den Keilriemen) tauschen kann, ohne die Vorderachse abzubauen :p Allerdings traute ich meinen Augen nicht, als ich feststellte, dass von den vier dicken 3/4"Schrauben, die das vordere Gussteil (wo die Scheinwerfer drin sind und sich die Frontladerkonsole abstützt) KEINE mehr vorhanden war! Wahrscheinlich vor XX Jahren mal rausvibriert :ROFLMAO: Es gibt noch zwei etwas kleinere seitliche Bolzen, aber der eine war auch schon abgerissen.....mit einer vollen Schaufel Schotter hätte das ein ganz schönes Fiasko werden können...
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Da ich hier in Schweden nichts passendes gefunden habe, habe ich bei der Firma Elmeso-Reban in Solingen eine 18mm dicke Hardyscheibe (verstärkte Ausführung), mit 130mm Durchmesser und 6 Bohrungen mit einem Lochkreis von 101,6mm (4 Zoll) bestellt. Das Innenloch hat 40mm. Drei Löcher sind beidseitig mit sogenannten Knöpfen mit Innendurchmesser 10mm bestückt und 3 Löcher mit eben so einem Knopf auf der einen Seite und mit einem M10 Innengewinde auf der anderen Seite. Kosten ohne Versand ungefähr 80€. Ich kann diese Firma wirklich nur empfehlen! Sehr kompetent und hilfsbereit!
Dann habe ich Löcher gebohrt und die beiden Stahlscheiben miteinander verschweißt (nach dem Säubern natürlich). Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte...
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Durch die Senkkopfschrauben (M10) scheuert nichts an der Vorderachse und durch das Aufeinanderschweißen der beiden Platten gewinne ich Platz für die zölligen Sechskantschraubenköpfe zur Befestigung an der Kurbelwellenscheibe. Sowohl zwischen Stahlplatten und Hardyscheibe, als auch zwischen Hardyscheibe und Kurbelwellenscheibe liegen (jeweils eine) normale M10 Unterlegscheibe, um der Hardyscheibe genug "Luft" zum walken zu geben. Die Enddicke der kompletten Scheibe beträgt, wie vorher auch, 27mm.
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Alle Schrauben habe ich mit hochfestem Loctite gesichert, da die Knöpfe mit dem Innenbund nicht aneinander anliegen und man deswegen die Schrauben nicht zu hart anziehen darf (Gummi würde dann gequetscht).
In der Vorderachse sitzt noch ein Stützlager für die Welle, das ist natürlich auch getauscht. Da die Welle der Hydraulikpumpe eine verzahnte Welle hat, habe ich mir aus einem 18mm Bolzen mit der Flex und einer 1mm Scheibe ein Werkzeug gemacht, um die Welle in die Hardyscheibe ein-/ausdrehen zu können. Achtung Linksgewinde!
Seit gestern kann ich nun wieder baggern :):):)

Viele Grüße aus Schweden!
 
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