Schwergängigkeit und klackerndes Geräusch Hinterachse MF 25

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Gerald2712

Gast
Guten Abend MF Freunde,

Ich habe bei meinem 25er ein seltsames Geräusch an der linken Hinterachse, jedoch nur beim Vorwärtsfahren und bei geringer Geschwindigkeit  festgestellt. Wenn ich das Rad per Hand drehe, macht sich auch ein gewisser Widerstand bemerkbar.nebenbei hab ich auch noch das berüchtigte Spiel im Endantrieb festgestellt. Also ein Totalschaden, nachdem was ich so gelesen habe hier im Forum. Ha den Endantrieb abgenommen und an der asteckachse gedreht, da gehr alles ganz leicht und es gibt weder awiderstand noch Geräusch. Im aendanteieb bewegt sich auch alles sauber. Endantrieb wieder aufgeschraubt, Schwergängigkeit und Geräusch wieder da. Ich kann somit nicht zuordnen, woher das kommt und was die Ursache dafür ist. Falls jemand mit seiner Erfahrung Auskunft geben kann, würde ich mich sehr darüber freuen. Danke lg Gerald 
 
hallo Gerald, :-)

klackern, aber nur beim Vorwärtsfahren macht mir erstmal nicht viel Sinn.  Mögliche Fehlerursachen wären einige denkbar.

Wie sah der Endantrieb nach dem Abnehmen aus ? Lief der noch ordentlich in Öl, oder war keins mehr drin und alles nur noch ein zäher Schmier ?

Die beschriebene Schwergängigkeit ... ist die beim Drehen von Hand gleichbleibend, oder eher, als wenn da immer wieder etwas hakt ? Also ... ich setze voraus, dass du den linken Achstrichter angehoben hast, bevor du deine Drehversuche angestellt hast.

Grundsätzlich sind Ferndiagnosen immer potenziell fehleranfällig, auf jeden Fall benötige ich zur Einkreisung mehr Informationen.

Wie war das, als du die Antriebswelle nach dem Abbau des Endantriebs von Hand gedreht hast ? Hast du die Welle evtl. auch versehentlich oder auch mit Absicht ein Stück herausgezogen ?

Unter der Maßgabe, dass das rechte Hinterrad fest auf dem Boden steht, darf sich die linke Welle gar nicht GANZ leicht drehen, da du ja durch die Drehung zumindest das Differenzial zwangsläufig mitdrehen musst.

Was verstehst du unter einem "gewissen Widerstand" ? Kannst du die Mitnehmerscheibe ohne Rad dran noch drehen, wenn alles zusammengeschraubt ist ?

Hast du nachgeschaut, ob entweder im abgelassenen Öl und/oder im Endantrieb grobere Metallstücke zu finden sind ? 

Wenn du den Endantrieb abgebaut hinlegst, dann ja auf die Mitnehmerscheibe. In dieser Position liegen die Lagerrollen aber nicht auf dem äußeren Lagerring auf. Ergiebiger wäre der Versuch, die Lagerhalbschale durch Hölzer oder dergl. soweit an mindestens drei Stellen zu unterbauen, sodass das Planetenradgehäuse nebst Mitnehmerflansch verdreht werden kann. Mal dran drehen und auch mal gleichzeitig draufdrücken. In dieser Lage liegen die Lagerrollen im äußeren Ring fest auf.  Ist in dieser Position beim Verdrehen ein Rattern, Hakeln oder sowas zu bemerken ?

Wie sieht das überhaupt aus mit dem Losjuckelproblem der Verbindung zwischen Mitnehmerscheibe und Planetenradgehäuse ? Um welchen Betrag in cm ließ sich das Rad am äußeren Umfang kippen (also rauf und runter bewegen) ?

Die Sache ist ja die : mit jeder halben Radumdrehung findet während des Betriebs im Hinblick auf die Biegebeanspruchung der Hinterachse ja ein 100 prozentiger Lastwechsel statt. Diese Biegebeanspruchung muss von der Presspassung völlig aufgefangen werden. Durch Auflastung an der AHK oder am Dreipunkt kann sich die Biegelast der Presspassung noch drastisch erhöhen.

Ok, jetzt check das mal alles mit Muße.

Wenn du meine Fragen minutiös beantwortet hast sehen wir vielleicht schon etwas klarer.

Viel Erfolg

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82
 
Hallo Ulli, 

Danke für deine detaillierte Ausführung zur Ursachenfindung.

Folgende Infos kann ich jetzt schon mal geben:

1. Aus dem Endantrieb kam 0,5 l Öl raus, ohne Metallteile.

2. Beim Drehen hakt es tatsächlich und auch das Geräusch ist pro Umdrehung nicht gleichbleibend, sondern einmal mehr und dann wieder weniger.

3. Traktor steht hochgebockt, beide Räder frei beweglich. Die Antriebswelle ist ein Stück weit rausgegangen beim Abbau, hab ich aber wieder eingeschoben. Drehen ging ganz einfach ohne Kraftaufwand.

4. Ohne Rad lässt sich die Mitnehmerscheibe kaum bewegen, da muss ich eine n Hebel über die Radbolzen legen.

5. Um den Versuch mit dem zwischen Hölzern eingespannten Endantrieb zu machen, muss ich erst wieder alles abbauen.da kann ich im Moment nicht viel dazu sagen. Wobei ich ursprünglich auch vom Endanrieb ausgegangen bin, da beim Fahren das Geräusch sehr stark in der Kotflügelmuschel zu hören ist. Per Hand verlagert es sich Richtung Getriebe.

6. Zum Wackeln: wenn das Rad angeschraubt ist, dann bewegt sich, gemessen am Raddurchmesser, die Nabe ca. 0,5-1cm. Es ist aber deutlich sichtbar. Ohne Rad hätte ich es nicht wahrnehmen können.

Soweit meine ersten Rückinfos, vielleicht ergibt sich da schon eine Tendenz.

Danke und schönen Sonntag.

LG Gerald
 
hallo Gerald :-)

dann gehe ich mal auf deine Reihenfolge ein ...

1.  das ist zuviel, aber besser als keines ;-)   0,35 L wäre die Füllmenge

2. beim Drehen an der Mitnehmerscheibe im zusammengebauten Zustand ? Spekulativ das könnten z.B. Metallteilchen sein, die zwischen die (Rad-) lagerrollen geraten. Kann ich von hier aus schlecht einschätzen.

3. Wieviel ist "ein Stück weit" ? ... und hast du die Antriebswelle danach wieder ganz einschieben können (nämlich bis sie im Differenzialgetriebe wieder kraftschlüssig wurde ) oder könnte es auch sein, dass du sie nur bis VOR die Verzahnung (im Differenzial) geschoben hast ? In diesem Fall wäre klar, warum sie sich ohne Widerstand drehen ließ. Immerhin lässt sich so zuversichtlich feststellen, dass die Bremsscheibe nicht auf ihrer Verzahnung an der Welle festgerostet ist. ;-)  Man darf auch den Blick für das Positive nicht verlieren *lächel*.

4. Ok, entweder ist die Vorspannung zu hoch, so dass die Lagerrollen zu fest gegen den äußeren Lagerring gepresst werden und wirklich klemmen, oder irgendwas hemmt die Rollen (möglichenfalls Lager kaputt).

5. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass der Antriebsstrang es liebt, seinen Menschen zu narren *schmunzel*. Beim Fahren hätte ich darauf geschworen, dass das Geräusch von der Seite, also vom Endantrieb käme ... großer Irrtum ... die Ursache lag beim Differenzial, also in der Mitte.   Da die Antriebswelle ja auch noch die Bremsscheibe trägt ist es vielleicht nicht so einfach,  zweifelsfrei zu sagen, wo genau die Ursache bei dir bzw. deinem MF für dieses oder jenes Geräusch liegt.

6. Ach was ... nur 0,5 bis 1 cm ... das ist ja nahezu noch neuwertig
  bei meinem Götz wars erheblich mehr ;-) 

Du hast jetzt zwei Möglichkeiten ... entweder du schaust dich mit Geduld auf dem Gebrauchtmarkt um, oder du interessierst dich mal für eine Metallauftragung auf der Verzahnung der Mitnehmerscheibe. Mit Letzterer habe ich persönlich keine eigene Erfahrung.

Aber wie auch immer, solange du für die Presspassungsnummer keine Lösung gefunden hast, brauchst du dir um den Rest keine Gedanken zu machen.

Findest du eine Paarung z.B. bei ebay oder auch ebay Kleinanzeigen, dann musst du höllisch achtgeben, dass du nicht übers Ohr gehauen wirst. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist.  Für deine Suche wünsche ich dir viel Glück und Erfolg. ;-)

Schreib doch bitte mal noch, ob und was du an  MF 25 Literatur hast.

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82
 
Hallo Ulli,

2. beim Drehen an der Mitnehmerscheibe im zusammengebauten Zustand ? Spekulativ das könnten z.B. Metallteilchen sein, die zwischen die (Rad-) lagerrollen geraten. Kann ich von hier aus schlecht einschätzen.

Ich hab zwischen den Rollen keine TEile gesehen- das Lager schaut optisch gut aus-werd es aber nochmals inspizieren, wenn ich den Antrieb wieder 

3. Wieviel ist "ein Stück weit" ? ... und hast du die Antriebswelle danach wieder ganz einschieben können (nämlich bis sie im Differenzialgetriebe wieder kraftschlüssig wurde ) oder könnte es auch sein, dass du sie nur bis VOR die Verzahnung (im Differenzial) geschoben hast ? In diesem Fall wäre klar, warum sie sich ohne Widerstand drehen ließ. Immerhin lässt sich so zuversichtlich feststellen, dass die Bremsscheibe nicht auf ihrer Verzahnung an der Welle festgerostet ist. ;-)  Man darf auch den Blick für das Positive nicht verlieren *lächel*.

waren 2-3 cm, die die Welle rausgeflutscht ist. Ich hab sie gleich wieder reingeschoben - die war definitiv ganz eingeschoben beim Drehversuch.

4. Ok, entweder ist die Vorspannung zu hoch, so dass die Lagerrollen zu fest gegen den äußeren Lagerring gepresst werden und wirklich klemmen, oder irgendwas hemmt die Rollen (möglichenfalls Lager kaputt).

Das werd ich beim nächsten Abbau kontrollieren.

6. Ach was ... nur 0,5 bis 1 cm ... das ist ja nahezu noch neuwertig 
  bei meinem Götz wars erheblich mehr ;-) 

Du hast jetzt zwei Möglichkeiten ... entweder du schaust dich mit Geduld auf dem Gebrauchtmarkt um, oder du interessierst dich mal für eine Metallauftragung auf der Verzahnung der Mitnehmerscheibe. Mit Letzterer habe ich persönlich keine eigene Erfahrung.

Aber wie auch immer, solange du für die Presspassungsnummer keine Lösung gefunden hast, brauchst du dir um den Rest keine Gedanken zu machen.

die Aufbereitungsvariante würd mir besser gefallen, die hat ja unlängst auch "Locke" erwähnt, jedoch meldet der sich nicht mehr. Bei Gebrauchten ist, wie du schon geschrieben hast,  die Gefahr relativ groß, dass man die Katze im Sack kauft.

Findest du eine Paarung z.B. bei ebay oder auch ebay Kleinanzeigen, dann musst du höllisch achtgeben, dass du nicht übers Ohr gehauen wirst. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist.  Für deine Suche wünsche ich dir viel Glück und Erfolg. ;-)

Schreib doch bitte mal noch, ob und was du an  MF 25 Literatur hast.

Ich habe einen Reparaturleitfaden und eine Ersatzteilliste.

Ich melde mich wieder, wenn sich was brauchbares auftut. lg Gerald
 
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