Temperatur Getriebe

  • Ersteller Ersteller mf-gustav
  • Erstellt am Erstellt am
M

mf-gustav

Gast
Moin Männer

ich habe einen MF30, laut Reparaturanleitung hat er einen Oelkühler aber meiner hat keinen. Eventuell hat einer der Vorbesitzer das Ding abgebaut aber es sieht eher so aus, als ob er nie einen hatte. Das Getriebe wird bei langer Fahrt sehr warm, ich habe am Gehäuse 60° gemessen, ist das bei euren MF25 / MF30 oder MF130 auch so?

Ich fahre wegen sehr lauter Geräusche aus dem hinteren Bereich des Getriebes mit nicht mit Motoroel  10W-40 sondern mit Getriebeoel SAE 90. Dadurch werden die Geräusche erheblich leiser, ich denke, dass die Kegellager zwischen Differential und Halbachse ausgetauscht werden müssen. Hat einer eine Idee was das in einer Werkstatt kosten wird?

Ich wünsche Euch allen noch ein sehr schönes Wochenende, und immer den Grundsatz beachten: Wo kein Oel raustropft ist auch keins drinnen...

Liebe Grüße aus Hamburg, Gustav
 
Moin Gustav.

Als technischer Laie werfe ich mal die Vermutung in den Raum, daß das zähe Öl, welches Du fährst wohl seinen Beitrag zur höheren Temperatur leistet.

Beste Grüße, Matthias
 
Hi Gustav,

D.H. für die Hydraulik hat dein Schlepper jetzt auch LS90 im Getriebe?

Wo genau kommen denn die Geräusche her?

Wegen 60°C würde ich mir bei dem warmen Wetter noch keine GEdanken machen. Da laufen in anderen Maschinen die Öle bis über 100°C

Beobachte das mal.

Gruß,

MHF
 
Moin MHF

Antwort für Antwort:

Der MF25/30 und 130 nimmt sich das Getriebeöl für die Hydraulik, bei den anderen ist mir das nicht bekannt. Die Hydraulik funktioniert auch damit bei mir einwandfrei. Das Öl im Getriebe wird durch die Bewegung der Zahnräder warm, das ist normal, nur wie warm es wird, das ist mir nicht bekannt. Ich habe aber auch in anderen Foren (Fendt) gelesen, dass das Getriebeöl durchaus 50 -60 Grad warm werden kann. Bei 100 Grad könnte man sich aber schon fürchterlich die Beine verbrennen, wenn man dann gegen das Getriebegehäuse kommt.

Die Geräusche kommen aus dem Getriebe, die Muschelkotflügel wirken hier wie eine Membran von einem Lautsprecher. Ich höre das "Rasseln" gleichlaut von links und rechts, egal wie schnell ich fahre. Es ist immer gleich. Also gibt es nur eine Schallquelle und zwar in der Mitte. Ich habe das Getriebe geöffnet und die Kegellager der Mittelantriebswelle etwas mehr gespannt da diese schon recht viel Spiel hatten. Dadurch wurde das Geräusch leiser, aber es ist nicht weg. Deshalb suchte ich nach weiteren Kegellagern und habe in der Zeichnung 2 Stück entdeckt. Sie liegen im Getriebe jeweils vor den Halbachsen. Aber eine Spannschraube habe ich dort nicht finden können. Deshalb habe ich das dickflüssige Getriebeöl eingefüllt mit dem Erfolg, dass das Geräusch wiederum leiser wurde aber eben nicht verschwand. Also sind es tatsächlich diese Kegellager, aber ich weiss nicht ob ich diese Lager ohne weiteres tauschen lassen kann oder nicht. Diese Lager müssen vermutlich von einer Werkstatt eingepresst werden, und das wird dann wohl recht teuer. Deshalb wollte ich fragen, ob einer hier im Forum so eine Reparatur schon mal gemacht hat oder es in einer Werkstatt in Auftrag gegeben hat.

LG Gustav
 
Hi gustav,

Ich wollte damit auch nur sagen, dass 60°C für das Öl nicht viel ist, weil das anderswo (nicht Traktor) viel höhere Temperaturen sieht.

 

Klar ist es heute in der Medizin üblich die Sympthome zu benhandel statt der Ursachen..., aber beim Trecker ist das auf lange Sicht genause unsinnig

Gruß,

MHF
 
hallo Gustav,

die beiden Kegellager des Differenzials werden auch nicht mit Spannschrauben eingestellt. Die Vorspannung wird vielmehr durch hinzufügen oder wegnehmen von Unterlagsblechen unter den Lageraußenringen realisiert. Anders gesagt, nachdem du das Spiel festgestellt hast musst du den Lageraußenring abziehen und entsprechend viele Unterlegringe (die bewegen sich im Zehntelmillimeterbereich) in den Lagersitz einlegen anschließend den Außenring wieder in seinen Sitz bringen.

Diese Distanzringe sind offenbar nicht mehr verfügbar, aber eigentlich kann man sie einfach aus ganz dünnem Blech schneiden.

Wenn du den Hydraulikdeckel bereits ab hattest solltest du auch die Lager selbst wechseln können. Diese sind nicht sonderlich fest aufgepresst. Eines habe ich bei meinem 130 (ist die selbe Ausführung wie dein 25) kürzlich gewechselt, da es restlos geschrottet war.

Dazu muss halt das Differenzialgetriebe ausgebaut werden und dazu wiederum muss mindestens ein Achstrichter abgenommen werden.

Kleiner Tipp am Rande .... bei MF habe ich für 1  (in Worten EIN) Lager schlappe 122,-- + Mwst ... also rund 145 Euronen auf den Tisch des Hauses gelegt.  Also nicht erschrecken *lächel*.

Zum Thema rasseln ... es gibt kein Teil im Getriebe, das immer mit der selben Drehzahl läuft, der Antriebsstrang ist geschwindigkeitsabhängig, die Zapfwellenhauptwelle ist drehzahlbestimmt.

Was rasselt ist in Schwingung, und auch die Resonanzen ändern sich mit sich ändernder Drehzahl.

Falls du irgenwann rausfindest, was da rasselt, so lass es uns doch bitte wissen
26.gif


Für deine Unternehmungen wünsche ich dir ein glückliches Händchen

freundliche Grüße

Ulli
 
Moin Ulli

vielen Dank für Deine sehr hilfreiche Antwort ( auch Schichtarbeiter ? ) das macht mir Mut. Vor dem Geschraube habe ich keine Angst, ich habe schon den Motor komplett zerlegt und mit neuen Laufbüchsen und Kolben erfolgreich wieder zusammengebaut. Ich denke, dass ich in 14 Tagen an diese Arbeit gehe, vorher haben wir noch ein Wochenende Oldtimer-Pflügen, da will ich dabei sein.

Die Distanzbleche könnte ich mir vermutlich in meiner Firma anfertigen lassen und Dein Tipp mit dem Unterlegen dieser Scheiben ist super. Das ist neu für mich, eventuell muss ich wohl 2-3 mal die Hinterachsträger ab-  und anbauen, bis ich die richtige Differenz gefunden habe, aber macht nichts. Ich habe an dieser Möhre fast alles erneuert oder repariert, ich wollte den schon 3mal im Moor versenken aber dann freue ich doch jedes Mal, wenn ich von einem von Euch einen Rat bekomme, wie es weitergehen kann. :-) 

Vielen Dank aus Hamburgs Süden

Gustav  
 
hallo Gustav,

im Moor versenken ist nix, da steigen dir die Grünen auf´s Dach *lach*.

Mit deinen Vorerfahrungen kann das kein Problem sein.

Zuerst also bei noch angebauten Achstrichtern ermitteln, ob und wenn ja wieviel Spiel das Differenzial in Achsrichtung hat. Falls die Lager ok sind sehe ich keine Notwendigkeit sie zu wechseln. Wenn sie keine anderen Beschädigungen aufweisen würde es ja dann evtl. genügen, vorhandenes Spiel  durch Unterlegen besagter Scheiben abzustellen.

Dazu müsste auch nur ein Achstrichter ab. In diesem Fall würde ich den (in Fahrtrichtung) linken nehmen, da du dann die Differenzialsperrengeschichte nicht abbauen musst.

Nun würde mich noch interessieren, welche Reparaturanleitung du da hast, in meiner steht nichts von einem Ölkühler
7.gif
.

Schau doch mal oben rechts in dein Postfach, du hast PN.

freundliche Grüße

Ulli
 
Zurück
Oben