Welche Gelenkwelle für Häcksler am MF35

cf_84

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Hallo zusammen,

ich benötige mal einen erfahrenen Rat:

ich habe mir einen alten Scheibenhäcksler (LGU Master 1, Bj 1988, hergestellt vom Italienischen Hersteller Gandini Meccanica) - bewusst keinen China-Böller - angeschafft. Der benötigt etwas Zuwendung, unter anderem neue Messer, und es war keine Gelenkwelle dabei. Das Gerät ist ein einfacher Scheibenhäcksler ohne Einzug oder sonstigen Schnick-Schnack.

Nun gibt es bei der Auswahl der Gelenkwelle ja einiges zu beachten. Und da habe ich bisher keinerlei Erfahrungen: 

- Zapfwellen für verschiedene Leistungsklassen (Kategorien 1-10?)

- Verschiedene Zapfwellenprofile

- Verschiedene Kupplungen, u.A. Sternratsche, Rutschkupplung, Freilauf, Scherbolzen und Kombinationen daraus

Die Sache mit der Leistung ist nun recht einfach: Der Schlepper hat ca. 35PS, also braucht die Welle nicht viel mehr abzukönnen. Welches Profil dürfte dabei dann auch eine untergeordnete Rolle spielen.

Die Frage ist nur: Welche Kupplung benötige ich?

Ein Freilauf ist beim 35er eigentlich nicht nötig, er kann über den Motor den Häcksler runterbremsen (das sehe ich auch als Sicherheitsfunktion, ich würde z.B. den Motorstop über ein Seil zum Häcksler ziehen, um im Notfall den Motor abstellen und den Häcksler damit bremsen zu können.

Der Häcksler hat eine relativ große Schwungmasse (schätze >75kg hat die Hackscheibe). Macht in der Konfiguration eine (sauteuer) Sternratsche sinn? Rutschkupplung halte ich für weniger sinnvoll, wenn der Häcksler blockiert, raucht die ab, bis der Schlepper aus ist (ich sitze ja nicht drauf). Mein Favorit ist die Gelenkwelle mit Scherbolzen. Wenn ich aber alle 5min den Scherbolzen wechseln muss, ist das auch nicht unbedingt sinnvoll...

Ich bitte um Erfahrungswerte :-)

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hallo!

Selbstverständlich benötigst du bei 75kg Schwungmasse einen Freilauf! 

Aber warum fragst du nicht einfach den Hersteller??

Grüße hometown 
 
Ich nehme Mal an die meinst einen Holz Häcksler für Gestrüpp und Äste? 

Im Grunde ist es so das die Zapfwelle nicht mehr ab können muss als der Häcksler an Leistungsaufnahme hat. (Beispiel man hat einen Messerbalken welcher nur 15ps benötigt, baut aber einen Schlepper mit 100 PS davor macht es ja keinen Sinn eine Zapfwelle zu nehmen welche die 100 PS aushält da 1. Sau teuer 2. Im Falle eines Schadens der Messerbalken um die Ohren fliegt aber die Zapfwelle munter weiter dreht weil der Schlepper es halt hergibt. 

Die Frage nach einer Rutschkupplung oder Freilauf ist auf jeden Fall sinnvoll. Angenommen das Schwungrad blockiert plötzlich würde das einen Schlag auf den zapfwellenstummel geben was Natürlich nicht besonders gut ist für den Schlepper. Wenn du mit der Arbeit fertig bist und die Drehzahl runternimmst ist es dasselbe nur schwächer dann bremst du ja mit der Zapfwelle das Schwungrad ab was auch enorme Kräfte aufkommen lässt. Besser ist es da das Schwungrad über einen Freilauf langsam ausdrehen zu lassen .

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Das Teil ist Bj 1988, den Vertreiber (LGU) gibt es lange nicht mehr. Der Hersteller sitzt in Italien, mit viel Mühe habe ich über den Ersatzmesser beschaffen können. Technsiche Unterlagen zu dem Gerät kann er keine mehr liefern.

Warum sollte ich unbedingt einen Freilauf verwenden, wenn ich die Motorbremse auch zum Bremsen nutzen kann, und die Zapfwellenkupplung mechanisch ist? Spricht etwas dagegen, die Zapfwelle im Schlepper mit den 3 Zahnrädern austrudeln zu lassen? Bei einem Schlepper mit hydraulischer Kupplung oder Zapfwellenbremse sieht die Sache natürlich etwas anders aus...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Wenn du OHNE Freilauf das Gerät auf Touren bringst und dann auskuppelst, dreht die Schlepperzapfwelle auf Geschwindigkeit des Scheibenrades hoch. Danach kannst du - meiner Meinung nach - unmöglich wieder einkuppeln, ohne dass die Kupplung leidet... 
 
hometown:

Wenn du OHNE Freilauf das Gerät auf Touren bringst und dann auskuppelst, dreht die Schlepperzapfwelle auf Geschwindigkeit des Scheibenrades hoch. Danach kannst du - meiner Meinung nach - unmöglich wieder einkuppeln, ohne dass die Kupplung leidet... 
Dafür ist eine Kupplung doch da... Die Kupplung ist ja mit der Fahrkupplung vergleichbar, und die Fahrkupplung macht sowas ja bei jedem Anfahren. Dementgegenwirken kann man ja auch relativ einfach, in dem man die Motordrehzahl vor dem Einkuppeln wieder ungefähr auf Zapfwellendrehzahl bringt. Oder in dem man mit dem Auskuppeln wartet, bis der Motor (und damit auch die Schwungmasse des Häckslers) Leerlaufdrehzahl erreicht hat. 

Das ist ja bei einem Häcksler kein Problem, der wird ja stationär betrieben. Mit einem Mulcher o.ä. sieht die Sache natürlich anders aus, obwohl das mit der 2-Stufigen Kupplung beim 35er eigentlich auch nicht so kritisch sein dürfte. Bei einstufiger Kupplung sieht das natürlich anders aus...

@Daniel: genau sowas meine ich. Sieht so aus:

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Ich denke der wird die 35PS schon abfordern können. Die Frage ist, ob die Schwungmasse überhaupt so schnell zu bremsen ist, dass da ein großer Schlag auf den Schlepper entsteht. Der Übersetzung nach dreht das Teil bei 540/min an der Zapfwelle mit über 1500/min. Ich schätze die Scheibe blockiert man nicht mal so eben...

Und das Bremsen der Schwungmasse über den Motor würde ich jetzt nicht als Last ansehen, das mache ich bei Bergabfahrt ja dauern. Und das Bremsmoment des Motors ist deutlich kleiner als das Antriebsmoment, dürfte also keine Komponenten überlasten....

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Moin Christian,

etwas weiter unten in dieser Rubrik findest du einen Faden" Fuhrpark Matthes". Da siehst du dann auch meinen 135er (45PS) mit meinem Husman H6Z (16cm Holzstärke).

Einen Freilauf in der ZW habe ich auch nicht, m. M. bei mechanischer Kupplung auch nicht nötig. Allerdings vom "Handling" her nutze ich nicht den Motor als Gerätebremse, sondern schalte mit einem kurzen "Gasstoß" in dem lastfreien Moment einfach die ZW aus. Dann kann jeder, Motor und Gerät, für sich allein runterleiern. Warum mache ich das? Wenn der Hacker in "ZW-Leerlaufdrehzahl" kommt kann es durch Addition sämtlicher Zahnflanken- und sonstiger Spiele, eigendynamische Lastwechsel usw. passieren, daß der gesamte Antiebsstrang zu "stottern" anfängt und dann sind 70 kg Hackscheibengewicht schon ein ziemliche Herausforderung für die Verzahnung der Kupplungsscheibe. Habe ich das verständlich ausgedrückt?

Eine Rutschkupplung hat meine ZW. Die hat allerdings noch nie ausgelöst, weil die seitens Husmann auf 45KW eingestellt ist und das der 135er gar nicht schafft. Außer Maschinenbruch oder Granatsplitter/Metallteile im Holz gibt es nix, was die Hackscheibe von jetzt auf gleich stoppt. Da wird der Hacker und damit der Perkins eher an Verstopfung absterben, weil der Christian ihm zuviel Futter reindrückt :-).

Beste Grüße +Matthes+
 
Sorry,

die Bilder/der Faden sind in der Rubrik "Schauraum".

Gruß +Matthes+
 
Hallo Matthes,

das nenne ich doch mal eine fundierte Erfahrungswiedergabe, Danke!

Das mit dem Schwingen ist soweit verstanden. Klar, sobald der Motor anfängt die Leerlaufdrehzahl zu regeln, kann das System zu Schwingen anfangen. Das werde ich dann mal vermeiden. Mit abgestellter ESP (Motorstop) dürfte das allerdings nicht passieren. Ich weiß aber nicht, ob es so gut ist, wenn der Motor bis Drehzahl 0 runtergedreht wird.

Dann werde ich wohl doch eher zur 100€-Zapfwelle greifen, und mir die 500€ Aufpreis für Freilauf und Überlastsicherung sparen. Für den Hobbyeinsatz hab ich da nämlich etwas Argumentationsnöte ggü. der Regierung ;-)

Ich will gar nicht wissen, was passiert, wenn ein Granatsplitter in den Häckser gerät. Bei der Drehzahl und Masse wirft der wahrscheinlich den ganzen Schlepper mit um. Egal ob die Zapfwelle abschert oder nicht...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hallo,

also ne’Rutschkupplung ist auf jeden Fall sinnvoll, gerade bei solch einem Hächsler, wo tatsächlich entweder durch übermäßiges Füttern oder Fremdkörper die Messer schlagartig blockieren, ein Kreutzgelenk der Zapfwelle ist dann auf jeden Fall hin, oder wenn´s dumm läuft der Zapfwellenantrieb des Schleppers, musste die Erfahrung leider machen. Das Rutschen der Kupplung hört sich zwar alles andere als gesund an, funktioniert aber tadellos. Eine Kreissäge betriebst du ja auch nicht ohne Kupplung...

Gruß Tom
 
Hallo Tom,

Zur Rutschkupplung am Häcksler hab ich nun schon negative Meinungen gehört. Da man hinter der Maschine steht, dauert es zu lange, bis man die Maschine im Falle einer Blockade stoppen kann, bis dahin ist der Reibbelag der Kupplung möglicherweise tot... wobei natürlich fraglich ist,  ob der 35er nicht eher abstirbt, bevor er die Kupplung zum Rutschen bringt... mehr als 500Nm dürften da nicht rauskommen. 

Wenn ich das bis jetzt richtig interpretiere ist eine Kupplung mit Überlastschutz vor allem dann nötig,  wenn fett Schlepper mehr Leistung hat, als die angetriebene Maschine verträgt. Die Gelenkwelle wird zur Maschine dimensioniert, sie ist also das schwächste Glied. Die Kupplung schützt dann Gelenkwelle und Maschine.

Da der Häcksler die 35PS vom Schlepper locker wegstecken sollte, dürfte die Kupplung obsolet sein.

Die Kreissäge ist da übrigens ein anderes Kalieber, weil die sicher für geringe Leistung ausgelegt ist...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hallo Christian,

ich geb´dir ja recht, der Hächsler kann mit Sicherheit die 35 PS des Traktors ab, auch wenn´s mal schlagartig knallt....nur leide ich da immer mit. Das sind trotz der "nur " 35 PS verdammt hohe Kräfte, die da wirken, da ist mir dann eine recht stramme Rutschkupplung für den Fall der Fälle lieber...

Gruß Tom
 
Hab nun doch noch eine Aussage des Herstellers aus Italien bekommen:

- Freilauf ist nur i.V. mit einer gebremsten Zapfwelle erforderlich. Also am 35er nicht relevant.

- Überlastschutz wird ab 25PS in Form einer Scherbolzenkupplung empfohlen (zum Schutz des Gerätes...)

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
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