Hi Thomas,
ich kenne jetzt zwar ehrlicherweise nichts von der Hinterachse Deines MF255...allerdings habe ich beruflich 14 Jahre lang sehr viel mit Wälzlagern zu tun gehabt und habe auch entsprechend unzählige abgezogen/aufgezogen/montiert usw.
Auf den vorhandenen Wälzlagern steht auf dem Lageraußenring stirnseitig eine Bezeichnung, das ist immer so. Unter der Bezeichnung solltest Du entsprechend auch das passende Ersatzlager finden, die Bezeichnung ist genormt und somit bei allen Wälzlagerherstellen identisch. Was das Einstellen des Spiels betrifft, da gibt es normalerweise von den Wälzlagerherstellern selbst auch Tabellen zu, wenn Du unter der Lagerbezeichnung nach "Einstellung Lagerspiel" suchst, sollte man da eigentlich was finden. Ich habe das immer mit einem Fühlerlehre gemacht. Einstellen kann natürlich auch nur Lager mit konischem Sitz, bei zylindrischem Sitz gehts logischerweise nicht. Deine Methode mit dem Lötzinn; auf welches finale Maß Lagerspiel hast Du das Lager denn gespannt? Oder hast Du eventuell die entsprechende technische Zeichung der Achse auf der die Lager eingezeichnet sind? Da kann man normal auch schon was herauslesen.
EDIT: Habe noch mal Deine Posts kurz gelesen. Das mit dem Vorspannen halte ich für den Fehler. Auch wenn 70h nicht viel für ein Wälzlager sind, die halten rechnerisch mehrere tausende Stunden bei viel mehr Umdrehungen aus, wenn es schon auf Druck gespannt ist, beim Fahrbetrieb dann warm wird, kommt die Wärmeausdehnung dazu, dann wird das Lagerspiel noch enger bzw. ist nicht mehr vorhanden und dann drücken die Wälzkörper Innen- und Außenring kaputt! Deshalb haben zB. Konstruktionen mit hoher Wärme in der Lagerung entsprechende Lager mit großem Lagerspiel (zB. "C4") verbaut, damit das Lager nach im erwärmten und ausgedehnten Zustand immer noch Luft hat, die es auch braucht. Aber wie gesagt, ist natürlich schwierig zu beurteilen, ich kenne den Aufbau Deiner Achse mit dem Zusammenspiel der Lager absolut überhaupt nicht.
Gruss Martin