Einspritzdüsen Prüfgerät

ThomasPG

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Hallo zusammen,

Ich überlege mir ein Prufgerät für Einspritzdüsen zuzulegen. Es sollte nicht so teuer sein, für den gelegentlichen Hobbygebrauch ausreichend. Hat mir da jemand eine Empfehlung?

Und bitte nicht von wegen "geh in sine Werkstatt" etc, war jetzt oft genug in allen möglichen Werkstätten hier in der Gegend, da ich keinen persönlich kenne durfte ich jedes mal 75 euro für 3 düsen abdrücken blechen, das wird mir auf dauer zu teuer.

Über Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Grüße Thomas
 
Das würde mich mal brennend interessieren wie du das gemacht hast :-)
 
Hab gewusst, dass die Frage kommt ;)

Hätte ich damals nur einen Film darüber gedreht... 

Also - pass auf: Man nimmt so einen einfachen, billigen, kleinen Stempelwagenheber. Wenn man verstanden hat, wie der funktioniert, ist es ganz einfach...

Außen rum ist der Blechmantel, da ist das Öl drin - dort muss später der Diesel rein. Die eigentliche Pumpe sitzt in der Fußplatte. Die Kolbenstange fährt nach oben aus - der Heber hebt. Das Zylinderrohr in dem die Kolbenstange läuft, ist mit der Fußplatte verschraubt und oben ist die Überwurfmutter drauf, welche a) den Blechmantel außen hält und b) die Kolbenstange oben mit einem Dichtring gegen das Zylinderrohr abdichtet. 

Wenn man sich nun überlegt, dass die Kolbenstange deshalb ausfährt, weil man ja mit der Pumpe das Öl unten in das Zylinderrohr presst, muss man überlegen - was würde geschehen, wenn die Kolbenstange nicht ausfahren würde, oder wenn man weiter Pumpen würde, wenn die Kolbenstange in ihrer oberen Endlage ist - genau, es ist Druck unten im Zylinderrohr und an den "möchten wir ran". Denn dann haben wir eine "Hydraulikpumpe" und keinen Stempelheber mehr.

Man baut den Heber ganz auseinander - dazu schraubt man die Überwurfmutter oben ab, dann geht der Blechmantel runter. Ob man nun auch die Kolbenstange aus dem Zylinderrohr ziehen kann, weiß ich nicht mehr zu 100% - wenn nicht, müsste man das Zylinderrohr aus der Bodenplatte schrauben und die Kolbenstange nach unten raus nehmen. Die Kolbenstange hab ich in der Stellung, wo der Zylinder ganz ausgefahren ist, mit der Flex abgeschnitten. Dort ist es wichtig eine Längenzugabe zu lassen, dass nach dem Schweißen die Kolbenstange durch den Dichtring noch gut abgedichtet wird. Die abgeschnittene Kolbenstange muss man an der Seite verschließen - also entweder schweißt man wie ich, einen Hydraulikfitting drauf, oder man schneidet ein Gewinde, so dass man gar nicht schweißen muss. 

Würde man das alles dann so wieder zusammenbauen, dann bliebe ein Problem : die abgesägte Kolbenstange, die würde ja, wenn kein Druck auf der Pumpe ist, nach unten in das Zylinderrohr fallen können. Jetzt weiß ich nicht mehr, wie ich das damals gelöst habe - ich meine mich aber zu erinnern, einfach ein Stück Winkelstahl genommen und innen in das Zylinderrohr gestellt zu haben, so dass die nun gekürzte Kolbenstange nicht nach innen in das Zylinderrohr fallen kann. 

Nun ist die Pumpe auch schon fertig - aus dem "neuen" Gewinde am oberen Ende der Kolbenstange kann man Öl, bzw. Diesel unter Druck entnehmen. Nun braucht es dort nur noch einen Manometer und einen Anschluss für die Einspritzdüsen. 
 
Das ist echt verdammt genial, ich frag mich eben nur ob das lohnt, wenn man ein gerät für 90-140 euro bekommt
 
Das ist halt die Frage, denn ein paar Euro kommen für den Umbau schon zusammen - am teuersten das Manometer und die Hydraulikfittinge. Am schwersten zu bekommen ist die spezielle Überwurfmutter auf die Einspritzdüse... 
 
Ja genau, vor allem die leitungen und überwurfmuttern fürchte ich... Sonst hätte ich da echt lust drauf, sowas basteln mach ich immer gerne
 
Bei youtube hatte ich damals gesehen, wie sich einer in den USA eine Werkstattpresse mit einem Stempelheber gebaut hat. Allerdings musste der Heber auf dem Kopf stehen. Er wurde hängend verbaut. In der Lage funktioniert so ein Heber aber nicht. Daher hatte er sich dran gemacht, den zu zerlegen und die Ventile in der Bodenplatte umzubauen, bis er überkopf funktioniert hat. Ein kleines "Detail" hatte er aber nicht bedacht und zwar, dass er unter Last am Hebel ja nach oben drücken muss - das war sehr ungeschickt. Da ist er auf die Idee gekommen, einen zweiten Heber zu kaufen, diesen "richtig rum" quasi als "Geberzylinder" - rein als Hydraulikpumpe - zu nutzen, beide mit Hydraulikrohr zu verbinden und den zweiten, den "Nehmerzylinder" nur als Hydraulik-Zylinder zu verwenden. Da hab ich mir das mehr oder weniger abgeschaut ;).

Heute gibt es auf yt aber auch jede Menge clips die zeigen, wie man so ein Einspritzdüsentester baut:

www.youtube.com/watch?v=g63ih1M7_D8

www.youtube.com/watch?v=WHPgDEdlK_I

www.youtube.com/watch?v=YfLylzVa_yM

www.youtube.com/watch?v=fGVr75zOX7Q

www.youtube.com/watch?v=kr_I1scN-BY

www.youtube.com/watch?v=1q0_C3Tm4II

www.youtube.com/watch?v=q1sN1gAdlT8

www.youtube.com/watch?v=s9A4Y-oS7tU

www.youtube.com/watch?v=PLe75LDLP38

usw... 
 
das ist ja super, vielen dank!!!

Hast du mir vielleicht noch einen Plan, für die ganzen Fittings, ich suche grade schon und informier mich aber werde solangsam wahnsinnig mit den amigrößen und was weis ich alles...
 
als stempelwagenheber dachte ich mir kaufe ich den:

https://www.amazon.de/Mannesmann-Hydraulischer-Wagenheber-T%C3%9CV-007-T-GS2/dp/B000XQ82YW/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=stempelwagenheber+mannesmann&qid=1609183136&sr=8-1

der sollte ja ausreichend sein denke ich
 
Da der aktuelle Stand der Technik Common Rail heisst, ist der Preis für Prüfgeräte der alten Technologie auf ca. 70 bis 110 Euro gefallen. Für meine Begriffe lohnt sich deshalb eine Eigenbau Lösung nicht. -Selbst wenn man technikfreundlich ist.

Grüsse von Richard
 
ThomasPG:

das ist ja super, vielen dank!!!

Hast du mir vielleicht noch einen Plan, für die ganzen Fittings, ich suche grade schon und informier mich aber werde solangsam wahnsinnig mit den amigrößen und was weis ich alles...
Die Fittinge und Hydraulikrohr hoch zum Manometer ist in "10L" gemacht. Der Abzweig rüber zur Einspritzdüse meine ich war "6L" und der Anschluß an die Einspritzdüse ist von Sparex ein "Spezialteil" - kann ich aber die Nummer für raussuchen. Oben für den Manometer ist ein spezieller "Manometerübergang" verwendet.
 
oha so einfach ist das ja leider nicht...schonmal vielen dank, ich überleg mir mal noch ob selber bauen oder fertiges bestellen

Grüße Thomas
 
Hallo

Ich freue mich dieses Forum gefunden zu haben :-)

Eigentlich bin ich aber ein David Brown 990 Nutzer.

Ich möchte mir ebenfalls ein Einspritzdüsen Prüfgerät besorgen.

Es wäre toll wenn jemand mir das erforderliche Gewinde der Überwurfmutter des Prüfrohrs mitteilen könnte.

Ich denke dass MF und DB da identisch sind.

Vielen Dank

mfg
 
Ob es an die Cav Düsen passt weis ich leider noch nicht...ich hab mir dieses hier bestellt:

https://www.wiltec.de/diesel-einspritzduesen-tester-pruefgeraet-abdrueckgeraet-injektor-0-600-bar.html

Es sind zwei Adapterstücke dabei, einer passt auf jedenfall bei Bosch, der andere gehe ich von aus bei den Cav Düsen, aber 100% sicher bin ich mir nicht, steht leider auch nirgens dran welche Gewinde das sind

Grüße Thomas
 
Hallo Thomas,

genau das selbe Prüfgerät habe ich im Dezember 2020 auch gekauft.

Und die Adapter passen auf die CAV Düsen. -Ich habe das Gerät erfolgreich eingesetzt. 

Grüße von Richard
 
Alles klar, das ist ja top, danke!

Nur so ein kleiner Erfahrungswert von mir: wenn du mehr damit machen willst kauf dir eins mit besserem manometer, am besten eins mit glyzerin, dann denke ich sollte die nadel ruhiger sein, ist schon etwas schwierig das ganze abzulesen, aber geht auch, vor allem für das geld...

Grüße Thomas
 
Danke euch beiden für die Antwort

Das Gerät von Wiltec habe ich auch gefunden und ich habe die Seite in meinen Lesezeichen unter DavidBrown gespeichert

Ich bin mir ziemlich sicher dass Deutz immer metrisches Gewinde hat.

Ich habe daran gezweifelt ob MF oder DB auch metrisches Gewinde haben.  Normalerweise haben die Engländer Whitworth Gewinde

Der Versuch eine "normale" 12mm Mutter auf das Gewinde des Düsenhalters zu schrauben hat auf jedenfall nicht geklappt

Der Unterschied der Apapter besteht darin dass der einen für 12mm unf der andere für 14mm Gewinde ist.

Bei Amazon gigt es auch eine Kundenbewertung wo ein Käufer schrieb dass er es für einen MF 135 benutzen konnte, was mich gewundert hat.

Deshalb habe ich hier nachgefragt.

Vielen Dank
 
Hallo Thomas,

danke für den Tipp.

Die aufgeregte Zitterei des Manometers bemerkte ich auch. Ich habe die Glättung mittels I - Phon Kamera erreicht. Aufnahme in Normalzeit und Abspielen in Zeitlupe.

Grüße aus Bayern....
 
Genau, so haben wir das auch gemacht, muss man halt zu zweit sein, man muss sich nur zu helfen wissen :-)

Aber für den gelegentlichen gebrauch reicht das locker aus
 
Hallo zusammen, 

könnte man auf dem Wiltec Prüfgerät ggfs. das Manometer tauschen gegen eines mit z.b 250 bar? Die Skala wäre dann genauer und wenn man ein Glyzerin gefüllt nehmen würde wäre es auch besser abzulesen. Wenn das möglich wäre würde ich mir auch eins zulegen.

Grüße Marcel 
 
Ja mach das Marcel,

ich leih mir das dann bei dir aus :-).

Beste Grüße

+Matthes+
 
runterschrauben kann man das manometer, musst dann nur eins mit passendem anschluss kaufen...

Grüße Thomas
 
So wird‘s gemacht Matthes,

gängige Manometer haben G1/4 Gewinde, könnte mal jemand Messen ob das passt? 

Grüße Marcel 
 
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