Bei meinem MF 65 ist es recht ähnlich - auch er hat eine "merkwürdige" Vergangenheit die viel Raum für Spekulationen lässt. Der Originalbrief ist vorhanden und er hat auch eine plausible Seriennummer die zum Baujahr passt. Er wurde als einer der aller ersten MF65 in Coventry gefertigt. ABER - nun kommt es - das Typenschild am Schlepper ist nicht original und die Papiere wurden erst 1963 ausgestellt - da war der Schlepper knapp fünf Jahre alt!
Am Schlepper selbst ist Handbremse, Zugmaul vorne und hinten in der deutschen Ausführung, ABER viele andere Dinge widerrum nicht - es wurden 1963 einige nicht ganz so gravierende "Ausnahmen" eingetragen! Unter anderem - haltet euch fest - Muschelkotflügel!
Welche Schlüsse lassen sich nun daraus ziehen?
Konkretes leider wenig - Raum für Spekulationen ist jedoch gegeben... Kam die Maschine gebraucht oder neu als "Grauimport" in die BRD? Angeblich soll es gebraucht nach Deutschland eingeführte MF65 gegeben haben, die zuvor in GB gelaufen sind. Stammt er aus Österreich? Der "Erstbesitzer 1963" wohnte jedenfalls unmittelbar an der Grenze... Womöglich war der Händler in A näher als in D?
Wie kommt in den maschinengeschriebenen Brief die handschriftliche Eintragung zur Erstzulassung "1.7.1959"? Datum ist plausibel - hat 1963 bei Ausstellung des BRD-Briefes ein "alter" Brief vorgelegen?
Das Typenschild wurde wohl 1963 bei Ausstellung des BRD-Briefes getauscht - allerdings recht laienhaft - "massey ferguson" (in Kleinbuchstaben!!), dazu der Bohrer an einer Bohrung abgebrochen...
Was recht kurios anmutet, dass der Schlepper Muschelkotflügel hat - das wurde in der BRD eigentlich nicht geduldet und pingeligst darauf geachtet, dass ja keiner ohne komplett abgedeckte Hinterräder rum fährt. Um so verwunderlicher also, dass dies 1963 eingetragen wurde!?
Schon schade, dass ein Schlepper nicht aus seiner Kindheit erzählen kann...