hi Andi,
an welchen Stellen tritt denn an der HA das Öl aus ? Auf der Unterkante der Achstrichter (am tiefsten Punkt) ist ziemlich mittig pro Seite eine Bohrung von ca 7 mm Durchmesser. Im Idealfall ist die frei bzw. offen. Sie dient einerseits dem Druckausgleich bei etwaiger Erwärmung, andererseits soll dort durch Undichtigkeit der Simmerringe in den Achstrichter laufendes Öl abfließen können.
Diese Bohrungen haben sich häufiger im rauhen Alltag mit Erde zugesetzt und lassen kein Öl abfließen. In dem Fall hättest du neben der Sauerei auch unfreiwillig Flüssigkeitsbremsen *schmunzel*. Die sind bei MF 25, 30, 122 und 130 aber gar nicht vorgesehen
Davon sind in kurzer Zeit deine Bremsbeläge aufgeweicht und nicht mehr voll verwendbar, bzw. bringen die Bremswirkung nicht mehr, für die sie ausgelegt sind.
Du vermutest richtig, dass Simmerring 1 getauscht werden muss, wenn das Öl nicht nussig riecht (in die Endantriebe gehört ja Getriebeöl und das erinnert im Geruch an Nuss). Meist fällt aber zuerst das an der Mitnehmerscheibe in das Felgenbett abtropfemde Öl ins Auge.
Insgesamt benötigst du dann 6 Simmerringe für die Hinterachse. Anschließend solltest du dich auf die Suche nach gering legiertem Getriebeöl ... Spezifikation max. GL 4 (wenn du Gl 3 bekommst ist das noch besser) ... machen, sonst hast du binnen eines Jahres die neuen Wedis wieder undicht. Für hochvergütete Öle sind die Originaldichtungen nicht gemacht.
Zitat : Wie schwer sind die Achstrichter? Brauche ich Hebegeräte, um die Dinger zu entfernen, oder reicht Muskelkraft?
Leider kann ich nicht einschätzen, wie stark du bist *schmunzel*. Die Dinger lassen sich durchaus händeln, aber leicht sind die nicht.
Ich hatte zum Aus- bzw. Einbau mit Kanthölzern eine Kreuzlage auf die Gabeln eines Hubwagens getackert. Falls die Bremstrommeln in den Achstrichtern nicht verkanten, kannst du die Antriebswellen vor dem Abbau der Trichter herausziehen. Für den Einbau müssen Achstrichter und Welle samt Lagern und Wedis zusammengebaut sein. Beim Zusammenbau wird das Differenzialgetriebe lose zwischen die Antriebswellen gesteckt.
Damit das ziemlich mühelos geht, ist die Konstruktion mit einem fahrbaren Untersatz und entsprechenden Unterlagen absolut sinnvoll.
Neben den 6 Wedis benötigst du auch zwei große und zwei kleinere Korkdichtungen (die laut WHB einen Tag vorher in Fett getaucht werden sollen) ...
Zum Abheben des Hydraulikdeckels empfehle ich dir ein Hebezeug ... Flaschenzug / Frontlader eines anderen Schleppers, oder vier Hilfswillige ... nicht zuletzt, weil man durch die Kotflügel seine Körperkraft nicht wirklich gut an den Hydraulikdeckel bringt.
Nun wünsche ich dir mal ein glückliches Händchen und viel Erfolg
von den frischen Höhen des
Westerwaldes
freundliche Grüße
Ulli ;-)
MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82