Hinterachse undicht an ungewöhnlicher Stelle

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marberra

Gast
Hallo,

bei meinem MF25 ist das Getriebe-/Hydraulikgehäuse an der Hinterachse undicht. Zum einen werden wohl die Simmerringe bei den Planetengetrieben kaputt sein. Das konnte ich durch das Lesen hier im Forum schon herausfinden. Zumdem tropft es allerdings auch rechts unten bei den Schrauben aus der Achse, mit denen der hintere Kotflügel an der Achse befestigt ist (siehe Bilder).

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Kann mir jemand sagen, ob die Schrauben auch eine Abdichtung zum Getriebeinnenraum haben? Mir ist ehrlich gesagt nicht ganz klar, wo das Öl an dieser Stelle herkommt.

Danke für‘s Antworten,
der Andi
 
Meine Vermutung ist, dass das Öl aus einem undichten Wellendichtring in das für gewöhnlich ölleere "Gehäuse" des Achstrichters fließt und dann dort an dem eingeschnittenen Innengewinde raus kommt... 

Grüße hometown 
 
Das Problem hatte ich auch schonmal am besten beide Wellendichtringe im achstrichter erneuern, sprich einmal denn innen am Getriebe Gehäuse und außen an den endantrieben.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Servus,

Danke für die Antworten. Das mit den Wellendichtringen hatte ich schon vermutet, und werde diese zukünftig noch tauschen.

Grüße,
der Andi
 
Servus zusammen,

...jetzt, wo die schlechte Jahreszeit wieder vor der Tür steht, werde ich versuchen, die Hinterachse meines Schleppers abzudichten. Im E-Teile-Katalog habe ich Simmerringe entdeckt, welche vermutlich die Übeltäter für die Ölleckagen sind (siehe Bilder).

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Kann mir jemand von Euch, welcher diese Arbeiten bereits durchgeführt hat, mitteilen, ob ich den Hydraulikdeckel, und das Differential ausbauen muß, um die Axialdichtringe am Diff zu tauschen?

Danke schonmal für‘s antworten,
der Andi
 
Nabend das ist nicht nötig Mann kann die Achstrichter nach einander abdichten um das Differential nicht ausbauen zu müssen. 

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
hi marberra,

Daniels Beitrag ist mit Vorsicht zu genießen.

Falls du "nur" die Wedis  in den Endantrieben tauschen willst ist seine Aussage korrekt. In den Endantrieben sind das auf dem oberen deiner pics die Positionen 14 und 2. Um den äußeren Wedi wechseln zu können, muss die Mitnehmerscheibe mit einer hydraulischen Presse ausgepresst und nach dem Glattschleifen der Dichtungslaufflächen und dem Austausch des äußeren Wedis (Pos. 2) wieder zusammengepresst werden.

Bis hierhin können die Antriebswellen im  Prinzip in den Achstrichtern bleiben. Du musst halt achtgeben, dass du die inneren Wedis  an der Zahnung der Antriebswellen bei der Montage nicht zerreißt.

Falls du aber, wie von dir in der unteren Abbildung eingekreist,  die Positionen 1 (je 1x  links und rechts) tauschen willst, wirst du kaum umhin kommen, den Deckel abzunehmen. Dazu die einzelnen Schrauben kennzeichnen ... die sind unterschiedlich lang.

Sofern du beide Wellen zur gleichen Zeit entnimmst, fällt dir das Differenzialgetriebe in den Getriebekasten (auf die Zapfwelle). Spätestens jetzt MUSS der Hydraulikdeckel ab. Es empfiehlt sich ohnehin, das Spiel des Kegelrades und den Sitz der Lager mit Präzision zu überprüfen und gegebenenfalls neu  einzustellen.

Im Werkstatthandbuch ist das aber einigermaßen verständlich beschrieben.

Falls du kein WHB hast sende mir eine mailaddi  von dir.

Ansonsten wünsche ich dir gutes Gelingen ... ;-)

freundliche Grüße

Ulli
 
Servus,

vielen Dank erstmal für die hilfreichen Antworten. Da an verschiedenen Stellen an der Hinterachse Öl austritt gehe ich davon aus, daß Getriebe-/Hydrauliköl vom Getriebe bis in die Achstrichter läuft. Irgendwo hier habe ich bereits gelesen, daß die Achtrichter normalerweise "trocken", also öllos sind. Das kein Öl vom Getriebe in die Achstrichter läuft verhindert vermutlich der Simmerring 1 auf dem zweiten Bild meines letzten Beitrags, also der Dichtring, der sich am Differenzial befindet. Denke ich da richtig? Sollte ich mit meiner Vermutung richtig liegen, muß der auf jeden Fall getauscht werden.

Wie schwer sind die Achstrichter? Brauche ich Hebegeräte, um die Dinger zu entfernen, oder reicht Muskelkraft?

Danke, und einen schönen Tag wünscht,
der Andi
 
hi Andi,

an welchen Stellen tritt denn an der HA das  Öl aus ? Auf der Unterkante der Achstrichter (am tiefsten Punkt)  ist ziemlich mittig pro Seite eine Bohrung von ca 7 mm Durchmesser. Im Idealfall ist die frei bzw. offen. Sie dient einerseits dem Druckausgleich bei etwaiger Erwärmung, andererseits soll dort durch Undichtigkeit der Simmerringe in den Achstrichter laufendes Öl abfließen können.

Diese Bohrungen haben sich häufiger im rauhen Alltag mit Erde zugesetzt und lassen kein Öl abfließen. In dem Fall hättest du neben der Sauerei auch unfreiwillig Flüssigkeitsbremsen *schmunzel*. Die sind bei MF 25, 30, 122 und 130 aber gar nicht vorgesehen :-)

Davon sind in kurzer Zeit deine Bremsbeläge aufgeweicht und nicht mehr voll verwendbar, bzw. bringen die Bremswirkung nicht mehr, für die sie ausgelegt sind.

Du vermutest richtig, dass Simmerring 1 getauscht werden muss, wenn das Öl nicht nussig riecht (in die Endantriebe gehört ja Getriebeöl und das erinnert im Geruch an Nuss). Meist fällt aber zuerst das an der Mitnehmerscheibe in das Felgenbett abtropfemde Öl ins Auge. 

Insgesamt benötigst du dann 6 Simmerringe für die Hinterachse. Anschließend solltest du dich auf die Suche nach gering legiertem Getriebeöl ... Spezifikation max.  GL 4  (wenn du Gl 3 bekommst ist das noch besser) ...  machen, sonst hast du binnen eines Jahres die neuen Wedis wieder undicht. Für hochvergütete Öle sind die Originaldichtungen nicht gemacht.

Zitat : Wie schwer sind die Achstrichter? Brauche ich Hebegeräte, um die Dinger zu entfernen, oder reicht Muskelkraft?

Leider kann ich nicht einschätzen, wie stark du bist *schmunzel*. Die Dinger lassen sich durchaus händeln, aber leicht sind die nicht.

Ich hatte zum Aus- bzw. Einbau mit Kanthölzern eine Kreuzlage auf die Gabeln eines Hubwagens getackert. Falls die Bremstrommeln in den Achstrichtern nicht verkanten, kannst du die Antriebswellen vor dem Abbau der Trichter herausziehen. Für den Einbau müssen Achstrichter und Welle samt Lagern und Wedis zusammengebaut sein. Beim Zusammenbau wird das Differenzialgetriebe lose zwischen die Antriebswellen gesteckt.

Damit das ziemlich mühelos geht, ist die Konstruktion mit einem fahrbaren Untersatz und entsprechenden Unterlagen absolut sinnvoll.

Neben den 6 Wedis benötigst du auch zwei große und zwei kleinere Korkdichtungen (die laut WHB einen Tag vorher in Fett getaucht werden sollen) ...

Zum Abheben des Hydraulikdeckels empfehle ich dir ein Hebezeug ... Flaschenzug / Frontlader eines anderen Schleppers, oder vier Hilfswillige ... nicht zuletzt, weil man durch die Kotflügel seine Körperkraft nicht wirklich gut an den Hydraulikdeckel bringt.

Nun wünsche ich dir mal ein glückliches Händchen und viel Erfolg :-)

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82
 
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