MF35 > welches Öl für Getriebe / Hydraulik?

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JayCB

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Hallo Chris,

ich finde es immer toll wenn Werbetexter Produkttexte texten, da wird viel gewäsch geschrieben aber das wichtige fehlt.

Was ich nämlich weder auf der verlinkten Webseite noch im Datenblatt (was auch nur ein Abklatsch der Webseite ist) gefunden habe ist eine Angabe der Viskosität in ISO-VG noch in SAE. Auch fehlt die Angabe der Fließeigenschaften bei verschiedenen Temperaturen (meist 40 und 100°C) sowie der Pourpoint.

Das einzige ist das es sich um ein GL 4 Öl handelt.
Hier bitte aufpassen, ein GL5 oder auch ein Hypoidöl wird dir das Getriebe schädigen da dessen Metallsalze die die Scheerstabilität des Öles erhöhen Buntmetalle angreifen.

Ich für meinen Teil bevorzuge Ölanbieter die ein anständiges und aussagekräftiges Datenblatt liefern können das ohne Marketinggewäsch dafür mit Werten und Zahlen daher kommt (Zeller&Gmelin, Oest, Avia, Shell,....).
Des weiteren bevorzuge ich in Getrieben normalerweise ein Getriebeöl SAE 80, 90 oder 140 je nach Herstellervorgabe, Aufbau und Verschleißgrad des Getriebes. In meinem MF Getriebe des 135er (auch noch das alte 35er Getriebe mit 6/2 und ohne externe Hydraulik) schmiert ein einfaches SAE 80W90 Getriebeöl, das entspricht ungefähr einem SAE30 Motorenöl von der Viskosität.

Grüße
Josef
 
Moin, Josef. Danke für deine ausführliche Antwort. Ja, mir ist auch schon aufgefallen, dass die Informationen sehr dürftig sind.

Wie bereits geschrieben, verwirrt mich der Mineralölmarkt und die mehr oder weniger wichtigen Informationen zu den Ölen. Mir waren bei der Suche und Entscheidung folgende Kriterien wichtig:

  • Mineralisches ÖL
  • UTTO-Eigenschaften
  • Ganzjährig einsetzbar
  • KEIN Hypoidöl (ich hatte schon gelesen, dass die speziellen Hypoidöle nur für bestimmte Getriebe eingesetzt werden sollen ...)
Die Frage für mich ist: GL-4 Öle können auch in Hypoid-Getrieben eingesetzt werden. Ist es deshalb für den alten MF35 nicht geeignet? Fragen über Fragen und wenig brauchbare Informationen.

Ich habe auch keine Ahnung, was für ein Öl in den vielen vergangenen Jahren von dem/den Vorbesitzer/n eingesetzt worden ist ... Die Ölempfehlungen im Bedienungshandbuch meines Lizennachbau-MF35 sind aus den sechziger Jahren und nicht mehr verfügbar

Ich werde das bestellte Öl erst einmal einsetzen. Sollte sich durch weitere Informationen herausstellen, dass das Öl für einen Oldtimer trotz geringer Nutzung schädlich ist, werde ich noch ’mal in ein anderes Öl investieren. Deshalb auch meine Eingangsfrage:

Welche aktuelle Ölsorte fahrt ihr im Getriebe?

Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
Ich fahre im Getriebe + Hydraulikkreis des 35ers auch ein einfaches Utto. Genaue Spezifikation müsste ich nachschauen, ich habs beim LaMa geholt, Hausmarke, es steht meine ich Deutz Fahr auf dem Kanister...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Ich habe gestern endlich jemanden bei Mannol an die Strippe gekriegt. Das Manno Mulit UTTO WB-101 eignet sich nicht für Getriebe, in denen ggfs. Buntmetalle verarbeitet sind. Das Öl beinhaltet Salze, die für solche Getriebe schädigend sein können. Mir wurde für den Traktor folgendes Öl empfohlen: Fanfaro Max 1 SAE 90 GL-1

https://www.fanfaro.de/de/produkte/getriebeoele/oele-fuer-handschaltgetriebe/fanfaro-max-1-sae-90-gl-1

Ich weiß zwar nicht, ob im MF35 Buntmetalle im Getriebe verbaut worden sind ... aber vorsichtig ist die Mutter der Prozelankiste ... :-)

Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
Mir sind im Getriebe zumindest bisher noch keine Buntmetalle begegnet ;-)

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Sind da nicht so Messing-"Buchsen" im Antrieb der Kolbenpumpe?

Gruß +Matthes+
 
Hallo Chris,

wer hat dir denn ein GL1 Öl empfohlen?
So einen Stuss, Entschuldigung aber das muss sein, habe ich ja schon lang nicht mehr gehört.

Die Klassifizierung GL (Gear Lubricant) 1-6 gibt, ich drück es jetzt ganzeinfach mal so aus, an wie hoch die Scherstabilität des Öles ist (was über die Additivierung erreicht wird).

Ein GL 1 Öl habe ich schon seit >20 Jahren nicht mehr gesehen und da war das ein alter leicht angerostetes 60 Liter Fässchen das unter einer Fingerdicken Dreckschicht lagerte. Das ist ja ein Öl aus der Zeit vor dem 2.Weltkrieg.
Schon das Getriebe des Bauerndeutz (F1M414) wollte mit einem SAE90 GL3 gefüllt werden, auch das Getriebe vom K12 (Kramer Allesschaffer) soll mit SAE90 GL3 befüllt werden. Und du willst wirklich in ein Getriebe das schon um einiges weiterentwickelt ist und höhere Kräfte bei kleineren Flächen aushalten muss als die beiden geannten mit GL1 füllen?

Mir ist es zwar egal was du in dein Getriebe reinkippst, ich für meinen Teil würde jedoch ein einfaches 0815 Getriebeöl der Viskosität 80W90 in der Klasse GL 3 oder GL 4 nehmen. Das GL 1 hätte mir eine zu geringe Scherstabilität.

Grüße
Josef
 
Moin Josef,

danke für deine ausführliche Antwort. Ich gebe zu, dass ich komplett irritiert und verunsichert bin, welches Öl in welcher Kategorie das Richtige für die Getriebe-Hydraulik-Kombination ist ... :(

Die Empfehlung für das GL1-Öl kam von der Vertriebsfirma, die neben Mannol noch 3 weitere Marken führen, so auch Fanfaro.

Ich habe jetzt vom Mannol das GL4-Öl Multi UTTO WB-101 2 x 20 Liter bei mir stehen, wo der Mitarbeiter mir mitteilte, dass das Öl Salze beinhaltet, die Buntmetalle angreifen können ...

Noch habe ich kein alternatives Öl besorgt und bin etwas ratlos ...

"Sind da nicht so Messing-"Buchsen" im Antrieb der Kolbenpumpe?"
Ich habe beim Ablassen des Öl dünne, verbogene Buntmetallblechteile gefunden, mit denen ich nichts anfangen konnte. Sie lagen im Bereich der Hydraulikpumpe auf dem Gehäuseboden im Ölschlamm ... Könnten die ggfs. von der Hydraulikpumpe sein!?

In der Reparaturanleitung in der Explosionszeichnung der H-Pumpe habe ich ledig 1 Buchse gefunden: Die Distanzbuchse für die Steuerhülse ...

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Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
Danke für den Link zum Reparatursatz. Die Gleitstücke scheinen in der Tat aus Buntmetall zu sein. Da sie aber relativ Massiv wirken, kann ich mir nicht vorstellen, dass meine Blech-Fundstücke mit den Gleitstücken zu tun haben ...

Zum Öl:

Interessant ist, dass Heiko Gallasch - IMT-Teile-Händler - für die Getriebe-Hydraulik-Kombination vom slovenischen Öl-Hersteller OLMA zum Schutz der Hydraulikpumpenkomponenten das UTTO-Öl  Transhydro SAE 85W empfiehlt. Bei dem Öl handelt es sich um ein Öl entsprechend API GL4. GL4 ist - soweit ich verstanden habe - die GL-Spezifikation mit den geringsten Additiv-Zusätzen. Danach betrachte ich das Manno Multi UTTO WB-101 entsprechend der Spezifikation API GL4 als gleichwertiges ÖL von einem anderen Hersteller ...

Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
Stimmt, die Gleitstücke, und auch die Buchsen der Pumpe sind aus Messing.

Da treten aber zumindest keine großen Scherkräfte auf.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
JayCB:
... GL4 ist - soweit ich verstanden habe - die GL-Spezifikation mit den geringsten Additiv-Zusätzen....
Hallo Chris,

mit dem Zitat oben würde ich sagen das du falsch liegst.
Die GL4 Öle sind auch stark addiviert, zum einen mit Additiven die die Scherstabilität herraufsetzen, dann Zusätze die die Alterungsstabilität erhöhen, Zusätze die die Haftung regeln sowie Zusätze die die Schaumbildung minnimieren u.s.w.
Was ein GL4 und ein GL5 unterscheidet ist die Zugabe von Metallsalzen.
Diese Metallsalze erhöhen die Scherstabilität des Öles nochmal massiv, nur so kann ein reißen des Schmierfilmes in Hypoidantrieben vermieden werden. Beim Schervorgang wird unter dem Druck zwischen den beiden Trieblingen der Ölfilm zum "abreißen" gebracht und wenn man den Leerbüchern trauen darf reißen die langen Mollekülketten ab. Und genau diese Metallsalze sind realtiv aggressiv gegenüber Buntmetallen.

Das Thema Öl ist inzwischen ein sehr komplexes Gebiet geworden. Selbst das Lehrbuch das ich dazu gelesen habe und das aus Anfang der 90er stammt ist mehr als nur überholt (und das Buch aus den 30ern ist zwar hochinteressant aber an sich besser als Dokumentenbeschwerer zu verwenden).
Bei einigen Getrieben die ich kenne reicht es wenn du die falsche Additivierung (nicht das Werksfläschchen) reinkippst und ich kann dir Brief und Siegel geben das das Getriebe in 20tkm jault und sich misserabel schalten lässt.
Aber dein Getriebe wird da keinerlei solcher Marotten entwickeln.

Zu den Blechstückchen, wenn du die absolut nicht zuordnen kannst und auch keinerlei Schäden irgendwo hast könnte man auch noch an eine weitere Möglichkeit denken: Fremdzugang.
Hatte ich an einem Motor, kam beim Ölablassen eine Kugellagerkugel raus, kompletten Motor zerlegt um fest zu stellen das diese Kugelgröße nicht in dem Motor verbaut ist.
Also ist die mal bei einem Ölwechsel über eine schludrige Ausführung mit rein gekommen.
Ähnlich könnte ich mir das auch mit den Blechstückchen vorstellen wenn wie eingangs gesagt keine Fehlstelle vorhanden ist.

Grüße
Josef
 
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