JayCB:
... GL4 ist - soweit ich verstanden habe - die GL-Spezifikation mit den geringsten Additiv-Zusätzen....
Hallo Chris,
mit dem Zitat oben würde ich sagen das du falsch liegst.
Die GL4 Öle sind auch stark addiviert, zum einen mit Additiven die die Scherstabilität herraufsetzen, dann Zusätze die die Alterungsstabilität erhöhen, Zusätze die die Haftung regeln sowie Zusätze die die Schaumbildung minnimieren u.s.w.
Was ein GL4 und ein GL5 unterscheidet ist die Zugabe von Metallsalzen.
Diese Metallsalze erhöhen die Scherstabilität des Öles nochmal massiv, nur so kann ein reißen des Schmierfilmes in Hypoidantrieben vermieden werden. Beim Schervorgang wird unter dem Druck zwischen den beiden Trieblingen der Ölfilm zum "abreißen" gebracht und wenn man den Leerbüchern trauen darf reißen die langen Mollekülketten ab. Und genau diese Metallsalze sind realtiv aggressiv gegenüber Buntmetallen.
Das Thema Öl ist inzwischen ein sehr komplexes Gebiet geworden. Selbst das Lehrbuch das ich dazu gelesen habe und das aus Anfang der 90er stammt ist mehr als nur überholt (und das Buch aus den 30ern ist zwar hochinteressant aber an sich besser als Dokumentenbeschwerer zu verwenden).
Bei einigen Getrieben die ich kenne reicht es wenn du die falsche Additivierung (nicht das Werksfläschchen) reinkippst und ich kann dir Brief und Siegel geben das das Getriebe in 20tkm jault und sich misserabel schalten lässt.
Aber dein Getriebe wird da keinerlei solcher Marotten entwickeln.
Zu den Blechstückchen, wenn du die absolut nicht zuordnen kannst und auch keinerlei Schäden irgendwo hast könnte man auch noch an eine weitere Möglichkeit denken: Fremdzugang.
Hatte ich an einem Motor, kam beim Ölablassen eine Kugellagerkugel raus, kompletten Motor zerlegt um fest zu stellen das diese Kugelgröße nicht in dem Motor verbaut ist.
Also ist die mal bei einem Ölwechsel über eine schludrige Ausführung mit rein gekommen.
Ähnlich könnte ich mir das auch mit den Blechstückchen vorstellen wenn wie eingangs gesagt keine Fehlstelle vorhanden ist.
Grüße
Josef