Motor überholen MF35

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DX-Zwo

Gast
Moin zusammen,

nachdem ich Fergie und mich nun bereits im passenden Thread vorgestellt habe, soll es nun an die technische Überarbeitung gehen...

Also: Traktor ist Baujahr 62, 4-Zylinder Standard und seit 5 Jahren in meinem Besitz. Das Startverhalten ist nicht mehr so dolle, aber für meine Zwecke geht‘s gerade noch. Nervig ist allerdings, dass die Lima nicht lädt (obwohl sie an sich intakt zu sein scheint). Ich möchte also primär die Technik alltagstauglicher machen und auch gern das Startverhalten verbessern. Die Optik kommt danach, neue Kotflügel sind aber auch schon auf dem Weg zu mir.

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Nackt isser schonmal, jetzt geht es an den Motor... und dann kommen auch die ersten Fragen. :-)
 
Meine Hoffnung ist, dass ich noch ohne Komplettüberabeitung des Motors auskomme. Da das Ganze auch ein Vater-Sohn-Projekt ist, würde ich die ganz große Ersatzteilschlacht gern vermeiden.

Tank ist runter, WaPu abgebaut (kommt neu), Lima weg, Anlasser weg...

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Kipphebelwelle und Stößel habe ich gecheckt, alles OK.

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Als nächstes möchte ich alles säubern, die Ventile einstellen und Kompression messen... Wenn dabei keine großen Differenzen herauskommen, würde ich den Zylinderkopf gern drauf lassen.

Ist das Vorgehen soweit OK?

Oder sollte ich den Kopf eh runternehmen?

Ich hatte bislang keinen Kühlwasserverlust und auch keinen Schaum im Öl. Die Ventildeckelbelüftung hat bei Betriebstemperatur etwas gedampft, wirkte aber nicht dramatisch...
 
Ich Glaube das das slechte starten auch fur ein teil verorsacht wurde durch ein verschlissenes stuerungskette.

und wenn sie der motor soweit offen habt ist das vielleicht nicht soein grosse muhe die zu erneueren?

Gruss, Bert
 
Mach mal den Kompressionstest, dann sehen wir weiter.

Meine Prognose: die Werte vom Kompressionstest werden nicht überzeugend sein. Aber schauen wir erst mal.

Wenn Kompression schlecht, zusätzlich Druckverlusttest durchführen und gucken, wo die Luft entweicht. Bei meinem 3-Zylinder hauptsächlich durch den Auspuff - Die Ventile sahen furchbar aus. Die Zylinder waren aber so stark eingelaufen, dass es auch ohne kritischen Druckverlust keine Schande war, gleich alles neu zu machen.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hallo DX-Zwo,

bevor Du den Motor öffnest, sollte geklärt werden was Du mit dem Trecker vor hast.

Jetzt Ventile einstellen und Kompression prüfen, wobei die Düsen auch gleich abgedrückt werden sollten, wäre kein großer Aufwand.

Sollten die Kaltstartprobleme durch fehlende Kompression bestehen, wäre dann eine komplette Überholung sinnvoll.

Bei einer geringen Nutzung, könnte man auch mit Startpilot ein öffnen hinauszögern. (es wird wohl gleich davor gewarnt, aber ich habe zufriedenstellende Erfahrung damit)

Die Lima kann jetzt im ausgebautem Zustand nur umstendlich geprüft werden, so das man sie erstmal als Motor laufen lassen kann und später im eingebautem Zustand, richtig danach schaut. (dazu muss die Polarität der Batterie bestimmt werden, Plus oder Minus an den Mororblock)

Sollte der Trecker auf Straßenzulassung fertig gemacht werden, sollte Minus aufs Chassis gelegt werden.

Gruß Demian
 
Polarität ist schon geändert, d.h Minuspol ist an Masse. Die Gleichstrom-Lima ist ausgebaut und wurde auch schonmal getestet (kurzer Testlauf als Motor). Da ich aber von meinem Ford Granada Oldtimer eine anständige Ersatz-LiMa (Drehstrom, mit Regler) habe, werde ich eventuell umrüsten... Einen Versuch würde ich der alten Lima aber noch geben.

Die Düsen sind z.Zt. ausgebaut und ich würde sie natürlich gern testen. Mir ist nur noch nicht ganz klar wie... ;-)

Startpilot bzw. Bremsenreiniger kam auch jetzt schon zum Einsatz - wobei ich sehr vorsichtig mit der Dosierung gewesen bin, um die Kopfdichtung nicht zu himmeln...
 
Hallo DX-Zwo,

bitte schau mal in die Auslasskanäle, die waren bei den 3 von mir revedierten Motoren, alle bis auf eine Restöffnung von ca. 1 cm Durchmesser, zugekokst.

Gruß

Rainer
 
Hallo DX-Zwo,

da Minus auf Masse liegt, kann auch eine alte Drehstromlima verbaut werden, wobei die eine Vorerregung braucht, was über die Kontrollleuchte kommt, die aber braucht ein Zündungsplus, was hier nicht zwingend vorhanden ist.

Für eine funktionierende Lima, ist noch ein intakter Regler notwendig, weshalb seine Funktion geprüft werden muss.

Dazu genügt es wenn man den Widerstand zwischen D und F prüft. (beide Leitungen zur Lima auf Durchgang prüfen, es muss 0 Ohm haben)

Beim Startpilot kommt es auch auf die Dosierung an, planloses einspritzen ist kontraproduktiv. (nach meiner Erfahrung sollte nur das originale Startpilot verwendet werden, alles andere taugt nichts)

Gruß Demian
 
fe35s:

Hallo DX-Zwo,

bitte schau mal in die Auslasskanäle, die waren bei den 3 von mir revedierten Motoren, alle bis auf eine Restöffnung von ca. 1 cm Durchmesser, zugekokst.

Gruß

Rainer
So sah das bei mir bei der Demontage aus:
Anschluss der Drehstrom-LiMa ist für mich kein Problem. Ich hab nur keinen Plan warum die alte Gleichstrom-Lima nichts geliefert hat, da mir die korrekte Verkabelung nicht ganz klar ist. War da nicht auch die Kontrollleuchte wichtig für die Funktion?
 
Hallo DX-Zwo,

die Elektrik an diesen Treckern ist einfach gehalten, so das es hier keine Kontrollleuchte für die Lima gibt und bei Gleichstrom wird sie auch nicht benötigt.

Gruß Demian
 
Hallo,

leuchte mal in die Auslaßkanäle rein, ob die bis nach innen durchgängig offen sind.

Gruß

Rainer
 
Die Auslässe hatten durchaus eine Rußschicht, aber "zugekokst" waren sie nicht. Hab jetzt natürlich das gröbste rausgeholt...

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vorher...nachher...

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Das Innenleben war natürlich auch dran:

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Bis auf einen Kipphebel konnte ich auch keinen übermäßigen Verschleiss feststellen. Der muss aber auch erstmal weiterwerkeln.

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Ansonsten hat der Paketbote die ersten erfreulichen Dinge gebracht:

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Und der Starter stand vorm Kompressionstest noch auf dem Programm:

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Buchsen gut, Kohlebürsten gut, sauber gemacht, Farbe drauf. Auf dem Stator stand 12V.

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Eingebaut, Funktion getestet, Kipphebelwelle ist auch wieder drin... jetzt endlich Ventile einstellen und Kompression prüfen.:-)
 
Ventile auf 0,30 (Einlass) und 0,20 mm (Auslass) eingestellt.

Mein Kompressionsmesser hat eigentlich nur Gewindeanschlüsse und geht auch nur bis 25 bar, aber mit O-Ring und Adapterhülse zum Fixieren ging‘s trotzdem ganz gut.

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Mit dem Ergebnis bin ich durchaus zufrieden. Zylinder 1 24 bar, Zylinder 2,3 und 4 gute 25 bar.

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Da alle Zylinder gleichmäßig (und Öl und Wasser unauffällig) sind würde ich es dabei belassen und den Kopf nicht abnehmen. Auch das Ventilspiel musste relativ wenig korrigert werden. Später beim Ventildeckel montieren bin ich noch über die originalen Einstellmaße (in Zoll) gestolpert.

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Weiter geht‘s mit den Düsen und etwas Farbe für‘s Top-End, danach Wasserpumpe und LiMa.
 
Die ersten Farbtests waren noch nicht zufriedenstellend. Das ausgesuchte Grau ist mir irgendwie zu hell und auch das Rot (RAL 3000) wirkt fast noch orange.

Da die Kanzel ja auch hübsch werden sollte, musste das Lenkrad runter. Mit viel Kriechöl, Wärme und einem Abzieher-Adapter aus einer alten Bremstrommel. Direkt an der Lenkradnabe gab‘s leider keinen Punkt zum Ansetzen.

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Metallstruktur ist OK, aber am Kunststoff muss was passieren... Ein neues Lenkrad kostet auch nicht die Welt, aber ich würde schon gern das alte behalten.

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Da steckt noch Arbeit drin... Unten links der Farbtest mit RAL 3000, viel zu hell wie ich finde.
 
du kannst immer ein teil mitnimmen nach ihre farb händler und die gleichen tön herstellen lassen.

Gruss, Bert
 
Moin DX Zwo.

Das mit dem RAL 3000 stimmt schon, der ist ein wenig zu hell.

Da ich allerdings recht günstig an RAL 3000 kommen konnte, muss ich nun mit dieser Farbe leben 😉

Und das was Bert gesagt hat stimmt natürlich, eigentlich hat mittlerweile jede Lackiererei ein Farbmischsystem und dort wird nach Farbvorgabe der gewünschte Farbton angerührt. Die Frage ist nur was günstiger ist, sich das passende MF Rot fertig online zu kaufen oder es anrühren zu lassen.

LG aus Niedersachsen, Sascha.
 
Hallo Sascha,

Ich glaube, dass "MF rot" auch zwischen Aerosolherstellern unterschiedlich ist.

Gruss, Bert
 
Für meinen Fall heisst die Lösung mit ziemlicher Sicherheit RAL 3001. Der Test mit dem kleinen Blech gefiel mir sofort deutlich besser:

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Als der Weihnachtsmann den neuen Haubenaufkleber brachte, wurde dieser Eindruck nochmal bestätigt.

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Der Farbton ist wirklich sehr nah dran und für meine Zwecke mehr als ausreichend. Soll ja schließlich kein Museumsfahrzeug werden...

Beim Abbeizen der Konsole kam die alte Farbe schon ganz gut runter.

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Bei Motor und Achsen habe ich mich für Brantho 3in1 grau 7011 enschieden. Das normale grau war zu hell... die Oberfläche wird relativ matt. Getestet hab ich‘s am oberen Deckel, allerdings war Pinseln keine tolle Idee...

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Trotz ausreichender Verdünnung der Farbe sah das Ergebnis nach dem Pinseln fürchterlich aus.

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Mit der Lackierpistole wurden die nächsten Teile schon deutlich besser.

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Wenn mir das Ergebnis zu matt wird, kommt vielleicht noch Klarlack drüber, aber ich denke das wird so schon passen.
 
Weiter geht‘s... Damit Fergie wieder rollbar wird, habe ich beschlossen mich von hinten nach vorn weiter vorzuarbeiten. Also alles bis zur Verschraubung Richtung Motor runtergeschliffen...

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...und Farbe drauf.

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Der gefederte Sitz kam auch dran, aber leider ließ sich das Polster nicht lösen, ohne den Schaum zu beschädigen.

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Von hinten sieht‘s jetzt schonmal gut aus. :-) Die Kugeln an der Heckhydraulik sind aber alle noch alt und müssen bei Gelegenheit noch ersetzt werden.

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So weit so gut. Als nächstes kommen die Hinterräder und neue Bremstrommeln.Die alten sind ganz schön spröde und fliegen raus.
 
...schade, dass Du nicht um die Ecke wohnst, sonst würde ich gerne bei den Arbeiten mithelfen und mein (dünnes) Wissen im Bereich Traktor erweitern.

Gruß Wolfgang
 
Da ist aber noch nicht viel Traktorwissen vorhanden, das du bei mir abgreifen könntest... :-D Ich trau mich halt gern an "Neuland" heran und habe durch die vielen vorangegangenen Projekte (Motocross, Oldtimer, Motorrad-Umbauten, Aussenborder, Jetski, Innenborder etc.) einen gewissen Erfahrungsschatz und eine brauchbare Werkstatt-Ausstattung.

Gestern habe ich übrigens eine erste größere Teile-Bestellung bei Ferguson-TE.de getätigt und mit dem Zerlegen der Hinterräder begonnen.Es geht voran...
 
Alles gestern nach Feierabend erledigt:

Erst pure Gewalt (die 6 Muttern und Bolzen wollten mal so gar nicht mitspielen)...

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dann viel Schleifen...

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... und gleich die Farbe hinterher:

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Gefällt und macht Bock auf die Bearbeitung der Außenringe. :-)

Das ist übrigens das hellere Grau 7023 von Brantho, das ich ursprünglich für den Motor usw. gekauft hatte und dort zu hell fand...
 
Servus!

Super Arbeit mit Doku die du da leistest! Hut ab!! 

Ich habe meine Felgen in Silber (Zinkfarben) lackiert, dein helles Grau sieht meiner Meinung aus wie grundiert. (Geschmackssache)

BG Piti

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