Zugkraft / Anhängelast MF35

cf_84

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Hallo zusammen,

da das Thema in der Vergangenheit schon häufiger hier aufgekommen ist, aber nie so wirklich befriedigend beantwortet werden konnte, daher möchte ich hier mal meine Erfahrungen teilen.

Ich habe für meinen 35er einen 4t-Kipper der Firma Rahm Fahrzeugbau erworben, mit dem ich inzwischen folgende Erfahrungen sammeln konnte:

Im Flachland sind 4t Gesamtgewicht für den 35er gar kein Problem. Interessant wird es, wenn es bergauf geht:

ab ca. 2,5% Steigung ist runterschalten in den 2. Gang angesagt. Da ist die Leistungsgrenze erreicht.

ab ca. 6% Steigung ist runterschalten in den 1. Gang angesagt.

Bis knapp 10% geht das im ersten Gang. 11% ist bei ca. 4t Anhängelast an der normalen Cramer-Kupplung so ziemlich die Grenze, da wird der Schlepper an der Vorderachse schon recht leicht. Die Stützlast kann ich leider nicht so genau beziffern, aber die wird irgendwo zwischen 500 und 800kg gelegen haben.

Ich habe den Kipper auf 3,5t ablasten lassen, damit ich ihn mit schwarzer Zulassung und BE-Führerschein auch außerhalb der Landwirtschaft fahren kann. Bei etwa 1000kg Leergewicht ergibt das eine Zuladung von ca. 2,5t. Damit ist man hier im Saarland auf den meisten Strecken gut unterwegs, die ganz Steilen Anstiege würde ich wegen der Aufbäumgefahr aber meiden. Das fühlt sich sehr unangenehm an, wenn der Schlepper vorne zu leicht wird.

Bei großer Anhängelast (>3t) habe ich aber am Berg (>5% Steigung) bisweilen Schwierigkeiten, von der Stelle zu kommen. Das zeigt sich dadurch, dass der Zug beim einkuppeln anfängt zu "springen" - schwer zu beschreiben - es fühlt sich an, als würden die Reifen durchdrehen wollen und dabei von Stolle zu Stolle "hüpfen". Tatsächlich kommt das aber aus Kupplung und Antriebsstrang, vermutlich begünstigt durch die Schwingfähigkeit des mit niedrigem Luftdruck gefahrenen Systems (0,8 bar im Traktor Hinterreifen, 3 Bar im Kipperreifen). Anfahren klappt dann nur mit sehr sehr viel Gefühl im Kupplungsfuß, und auch nur im Standgas - bisweilen musste ich deshalb auch schon in die Ackergruppe runterschalten, um wieder los zu kommen.

Kennt jemand das Phänomen? Oder habe ich hier einfach ne ungünstige Systemkonstellation? Die Kupplung hat ja keine Schwingungsdämpfer, möglicherweise hängt es auch damit zusammen...

Und hier noch ein Bild vom Gespann:

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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hallo Christian, 

Dieses "hüpfen" hat mein 135 genauso, hatte er mit alter kupplung und macht er auch mit neuer kupplung. Ich weis von noch einem der einen 148 hat, der macht das auch. Ich glaube dass das ganze irgendwie mit der Konstellation kupplung/achsen zusammenhängt. Bei der großen hinterachse mit endantrieben hab ich das noch nie gehabt.

Grüße Thomas 
 
EDIT: 

Ich könnte hier auf der Markung auch nicht wirklich mit der gefahrenen Anhängelast irgendwo "anhalten" und wieder "anfahren" ! Wie soll das auch möglich sein, wir haben hier Wege mit mehr als 20% Steigung... Daher gilt - der von unten mit Last kommt hat grundsätzlich Vorfahrt - würde mir nie in den Sinn kommen "verkehrsbedingt" bei Bergfahrt anzuhalten... 
 
ThomasPG:

 Bei der großen hinterachse mit endantrieben hab ich das noch nie gehabt.
das ist bei der großen Hinterachse ganz genau so - muss nur die Anhängelast hoch genug sein... Sage ich als alter 188er Fahrer ;) 
 
Okey, das kann ich leider nicht beurteilen, das problem am 255 ist dann eher dass dem motor die puste ausgeht, der ist für die achse einfach viel zu schwach.... 
 
hier ganz schön ab 3:40:

www.youtube.com/watch?v=EStyC4-l-Po

hier ab 8:26:

www.youtube.com/watch?v=NEuWXTMUark"

oder hier am Unimog ab 3:20 

www.youtube.com/watch?v=ZDWWPldfQA8" 
 
In den Videos tritt das aber immer i.V. mit drehenden Rädern auf - so weit habe ich die Räder gar nicht gebracht (war ja auch genug Stützlast auf der HA...)

Das Anhalten am Berg ergibt sich zwangsläufig, wenn man runterschalten muss. Das schaffe ich nämlich beim 35er zumindest vom 2. in den 1. nicht, ohne stehen zu bleiben...

Drehmoment hat der Perkins aber durchaus genug, um aus dem Stand dann im Standgas wieder loszukommen. Bei 11% ist es mir auch noch gelungen, die Fuhre mit der Bremse am Berg festzuhalten.

(Der Hänger hat übrigens eine Auflaufbremse, die bergab hervorragend funktioniert. Da merkt man fast nix vom Gewicht hinten dran...)

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Beste Grüße in die Runde,

kann ich alles genau so bestätigen. Direkte Achse oder mit Endantrieben, selbst Fabrikat spielt keine Rolle. Hüpfen tun sie alle.

IMHO sollte wir aber 2 Dinge unterscheiden: Die Räder drehen durch, d. h. der hüpft von Haftreibung zu Haftreibung/Stollen der Reifen mit aufschaukelnder Frequenz.Das machen auch die "stufenlos" Kandidaten.

Der andere Fall, mit stehenden Rädern, ist der Summe der "Spiele " im Antriebsstrang durch Lastwechsel geschuldet. Wenn das Ding dann erst mal nur leicht hüpft, kommt das Spiel/die Frequenz des hüpfenden Pedals zum zusätzlich mehrfach umgelenkten/hüpfenden Pedalfuss-bein mit aufschaukelnder Frequenz dazu.

Hier ist es bei mechanischer Kupplung die Kunst, den "rückkopplungsfreien Drehmoment/Schleifpunkt" zu treffen. Der kann, wie bei Christian, bei ausreichendem Dremohment der Maschine, knapp oberhalb der Leerlaufdrehzahl liegen.Kann aber auch bei, für den "mitfühlenden Schrauber", schmerzhaft hohem Drehzahlunterschied liegen, wenn das Drehmoment höherer Drehzahl bedarf. Dann raucht die Kupplung halt mal.

Gruß +Matthes+
 
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